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Cook: Investieren weiter in den Mac

24.04.2013 | 10:58 Uhr |

Zum zweiten Mal in Folge hat Apple im Quartal weniger Macs als vor Jahresfrist verkauft - Tim Cook und Apple sehen aber noch eine Menge Leben im PC-Markt

Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahre 2012/2013 hat Apple 3,952 Millionen Macs verkauft, etwas weniger als vor einem Jahr, als 4,017 Millionen Desktops und Laptops an die Kunden gingen. Schon im ersten Quartal musste Apple einen Rückgang verbuchen , der ziemlich heftig ausfiel: Statt 5,198 Millionen Macs im Weihnachtsgeschäft 2011 wurde Apple 2012 nur noch 4,061 Millionen Macs los, erstmals nach mehr als fünf Jahren entwickelte sich das Mac-Geschäft schlechter als der gesamte PC-Markt. Wenigstens diesen Trend konnte Apple im zweiten Quartal umkehren, das Minus von zwei Prozent fiel weit moderater aus, als der 14-prozentige Rückgang des gesamten Marktes, den die Marktforscher von IDC festgestellt hatten.

Das Tablet löst im Allgemeinen den PC ab und das iPad im Speziellen den Mac, lassen die unterschiedlichen Wachstumskurven von Tablet- und PC-Segment vermuten. In der Bilanzpressekonferenz relativierte Tim Cook jedoch diese Sicht. Das iPad kannibalisiere den Mac zwar ein wenig, doch sei dies nicht erheblich, erklärte Cook den zugeschalteten Finanzanalysten. Andere Effekte spielten eine größere Rolle. So glaube Cook etwa, dass die Kunden ihre Upgradezyklen für PCs (und Macs) einfach verlängert hätten. "Ich denke nicht, dass es sich um einen toten oder lediglich schlechten Markt handelt, da ist noch jede Menge Leben drin," sagte Cook. Apple werde daher weiter in den Mac investieren und Innovationen herausbringen. Zugleich hofft Cook auf eine Art von "Halo-Effekt", der vor Jahren schon dem iPod nachgesagt wurde : "Wir glauben, dass das starke Wachstum bei den Tablets dem Mac neuen Schwung verleihen wird, den es bringt die Leute dazu, über das Produkt, das sie gekauft haben, neu nachzudenken. Die Leute, die heute zu einem PC greifen würden, sind dann eher bereit, sich einen Mac zuzulegen." Apple werde daher weiter die "besten Personal Computer" bauen, es werde keinen diesbezüglichen Strategiewechsel geben. Zuletzt habe man "unglaubliche Innovationen" mit dem Macbook Pro Retina auf den Markt gebracht und habe weitere Dinge in Planung.

Wie sich die Verkäufe auf Laptops (Macbook Air, Macbook Pro, Macbook Pro Retina) und Desktops (iMac, Mac Mini (Server), Mac Pro) verteilen, weist Apple nicht mehr aus, zuletzt hatten Mobilrechner aber bis zu 70 Prozent der Verkäufe ausgemacht. Im ersten Quartal 2012/2013 war der iMac zwar neu, doch nur schlecht lieferbar, was einen Teil des Rückgangs erklären konnte. Im zweiten Quartal konnte Apple nicht nur die Lieferzeiten für die Desktops reduzieren, sondern s enkte auch den Preis für die Macbook Pro Retina , die über kurz oder lang das Macbook Pro mit optischem Laufwerk komplett verdrängen dürften. Sorgen bereitet Mac-Käufern jedoch vor allem der Mac Pro, den Apple seit 2009 nicht mehr wesentlich überarbeitet hat und seit März in den meisten europäischen Ländern gar nicht mehr verkaufen darf . Schon im vergangenen Jahr hatte Tim Cook "aufregende Neuerungen" für den Mac Pro im Jahr 2013 versprochen, vor Herbst ist aber realistischer Weise nicht mit einem Nachfolgemodell zu rechnen, womöglich dauert es sogar noch bis 2014.

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