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Cook: Kein iPhone Mini, iWatch vielleicht

29.05.2013 | 11:35 Uhr |

In einem Interview auf der Konferenz D11 spricht Tim Cook über iPhones, Markt-Anteile von Android und die Zukunft nach der PC-Ära.

Das Wichtigste zuerst: Tim Cook ist ein zu geübter Sprecher, als dass ihm während des Interviews unabsichtlich eine sensationelle Ankündigung herausgerutscht wäre. Vielmehr verweist er in Sachen iOS und OS X auf die WWDC 2013 , die in knapp zwei Wochen stattfindet, bestätigt aber immerhin, dass es dort eine Vorschau auf die nächsten Versionen beider Betriebssysteme geben wird. Gesteuert von den Fragen der Gastgeber, Walt Mossberg und Kara Swisher, plaudert Cook über die Steuerpolitik von Apple, neue Geräte, FirmenAkquisitionen, eine größere iPhone-Palette und die Relevanz der Markt-Anteile von Android.

iPhone-Portfolio

iPhone Math sollte einigen Gerüchten zufolge ein größeres iPhone mit einer Bildschirmdiagonale von 5 Zoll heißen, das die Lücke zu den sogenannten Phablets schließen soll. Viele Analysten und Apple-Anleger träumen dagegen von einem iPhone Mini, dazu noch mit mehr Farbauswahl. Dies könnte nach deren Überlegungen die Eintrittsschwelle für Apple Produkte deutlich senken und so zu mehr Marktanteilen verhelfen. Laut Tim Cook, werden demnächst kein iPhone Mini und schon gar kein iPhone Plus oder Math erscheinen. Diese Produkte würden nur die iPhone-Erfahrung fragmentieren, so der Apple-Chef.

Wirkliche Einsatzbereiche oder signifikante Zielgruppen gebe es für sie nicht. Den Verweis von Walt Mossberg auf die iPod-Palette, die Apple stetig erweitert hatte, kontert Cook mit dem Argument, mit dem iPod sei es anders: jedes iPod-Modell sei für eine bestimmte Zielgruppe und eine Lebenssituation gemacht. Ein komplexes Produkt wie das iPhone auf so unterschiedliche Situationen anzupassen sei deutlich aufwendiger. Hier wird deutlich, wie sich die Sichtweisen der meisten Analysten und Medien von Apples Standpunkt unterscheiden. Während die meisten sich nur auf Zahlen wie Preis, Marktanteil, Displayauflösung et cetera konzentrieren, sucht Apple konkrete Probleme, die ein neues Produkt lösen können muss.

Google Glass und iWatch

Kommt eine i Watch von Apple ? Dazu äußert sich Cook natürlich nicht, bestätigt aber, dass die tragbaren Geräte eine der wichtigsten Entwicklungen in der Nach-PC-Ära darstellen. Ziemlich skeptisch steht er Google Glass gegenüber. Nach seiner Aussage ist eine Brille ein Accessoire, das der Mensch tragen muss, aber nicht immer will. Es sei demnach sehr schwierig, die Jugendlichen von heute zu überzeugen, aus freien Stücken eine Brille zu tragen. Ähnlich gestaltet sich die Situation mit einer Uhr. Hätte man zwanzig junge Leute nach einer Uhr gefragt, würden sie ihr iPhone zücken und die Uhranzeige vom Bildschirm ablesen. Zwar bestätigt Tim Cook nicht direkt die spekulierten Projekte zu einer iWatch bei Apple,  schildert doch zumindest eine Vision eines möglichen tragbaren Apple-Produktes.

Die aktuellen Produkte dieser Art seien im Fitness-Bereich angesiedelt und meistens einer Aufgabe gewidmet. Die multifunktionalen Alternativen sind aus der Sicht von Cook noch nicht ausgereift und haben viele Kinderkrankheiten. Um potentielle Interessenten zu überzeugen, müsse ein tragbares Gerät seine Aufgaben gut erledigen, dazu müsse es mehr als eine Funktion haben. Nach seinen Aussagen wird klar, dass Apple bei dieser Produktkategorie eher eine jüngere Zielgruppe im Visier hat. Dazu erwarte er demnächst einen regelrechten Boom bei Sensoren.

Über eine mögliche iWatch von Apple lässt sich derzeit natürlich nur spekulieren. Nach Aussagen von Tim Cook sieht er die Zukunft eines tragbaren Computers am Körper eines Menschen etwas anders als es bis jetzt die Hersteller wie Pebble gezeigt haben. Dabei geht es nicht darum, die Funktionen eines iPhones zu duplizieren, sondern komplett andere Aufgaben zu erledigen, die ein iPhone nicht bewältigen kann. Die aktuellen Entwicklungen auf dem Biosensoren-Markt können Lösungen für solche Aufgaben liefern.

 

 

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