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Cook: "Wir haben kein Recht, fremde Mails zu lesen"

11.11.2015 | 10:06 Uhr |

Auf seiner Europa-Reise spricht Tim Cook gegenüber The Telegraph auch über Sicherheit. Das Thema ist gerade in Großbritannien aktuell.

Keine Hintertür: Die Regierung des Vereinigten Königreichs hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das starke Verschlüsselung, die Strafverfolgsbehörden nicht mehr knacken können, verbieten soll. Auf seinem Europabesuch hat Apple-CEO in einem Gespräch mit dem Telegraph vor der Umsetzung des Gesetzes mit dem Namen Investigatory Powers Bill gewarnt und die von Apple angebotene starke Verschlüsselung von Kommunikation verteidigt. Apple halte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ohne Hintertüren für die private und öffentliche Sicherheit für unerlässlich: "Um die Menschen zu schützen, die (unsere) Produkte nutzen, müssen wir die Daten absichern. Schaut euch um, wie viele Datenleaks es in der letzten Zeit gegeben hat. Sie passieren immer öfter und können nicht nur die Privatsphäre eines einzelnen, sondern auch die allgemeine Sicherheit verletzten. Deswegen glauben wir in die Verschlüsselung und vertrauen nicht auf die Backdoors. Wir denken, dass die Leute nicht wollen, dass wir ihre Nachrichten lesen. Wir glauben nicht, wir haben Recht, fremde E-Mails zu lesen." Nur sicher verschlüsselte Systeme wären vor bösartigen Hacks geschützt. Das Gesetz könnte im schlimmsten Fall zu einem Verbot von Geräte wie dem iPhone führen, das für iMessages eine starke Verschlüsselung anbietet, befürchten Skeptiker.

Den offenen Brief von Tim Cook über die Daten und den Datenschutz bei Apple finden Sie in dieser Mitteilung.

Auf seiner Europareise hat Tim Cook gestern zudem an der Universität von Mailand in einem Vortrag zur Eröffnung des akademischen Jahres über "Business, das der Allgemeinheit dient" gesprochen. Dies sei Cooks erste Rede an einer europäischen Universität, verkündet die Università Bocconi .

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