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Corel weiter glücklos

17.05.2000 | 00:00 Uhr |

Corels freundliche Übernahme von Inprise/Borland ist gescheitert. Die beiden Unternehmen sagten die vor drei Monaten vereinbarte Fusion im beiderseitigen Einvernehmen ab. Corel steht damit möglicherweise vor einem finanziellen Engpass

Inprise/Borlands Übergangs-CEO Dale Fuller erklärte: "Es hat sich vieles geändert, seit wir uns auf die Fusion geeinigt haben, und wir hielten es für das beste, die Fusion auf einer freundschaftlichen Basis abzubrechen". Der ehemalige Inprise-Topmanager Robert Coates und ein weiterer Hauptaktionär hatten zuvor Klage gegen die Fusion eingereicht und behauptet, Corel habe während der Fusionsverhandlungen gegenüber Inprise/Borland und der Börsenaufsicht falsche Angaben zu Erträgen aus dem operativen Geschäft und zu vorhandenen Barreserven gemacht.

Corel selbst drohen jetzt ernste Geldschwierigkeiten. Das Unternehmen hatte bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass es "zu einem Engpass kommen" könne, wenn die Fusion nicht wie geplant ablaufe. Pressesprecherin Gertrud Jeewanjee hatte gegenüber Macwelt erklärt, "wenn kein Zusammenschluss mit Inprise/Borland stattfindet, keine anderen Finanzresourcen zur Verfügung stehen und die Umsätze nicht steigen", könne theoretisch die Zahlungsunfähigkeit eintreten.

Laut Chef Michael Cowpland schlägt Corel ab sofort einen Sparkurs ein und macht sich auf die Suche nach anderen Finanzquellen. lf

Info: Corel, Internet: www.corel.com , Inprise/Borland, Internet: www.borland.com

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