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Creative Suite 3: Kein Verstoß gegen die Privatsphäre

25.01.2008 | 12:20 Uhr |

Ende Dezember 2007 geriet Adobe unter Beschuß: Das Unternehmen sammle bei jedem Start eines Programms auf dem Paket Creative Suite 3 über Internet Daten über den Benutzer. Die Wirklichkeit ist komplex, aber vergleichsweise harmlos.

Adobe CS 3 Design Premium + Standard
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© Adobe

Wer eines der Programme aus Adobes Paket "Creative Suite 3" (kurz: CS 3) benutzt, sendet über Internet Informationen an Adobe und an Omniture, einer Firma, die statistische Daten erfasst und auswertet. Was allerdings nach einem handfesten Skandel klingt, ist am Ende eine relativ handelsübliche, statistische Erfassung von Zugriffen auf einen Web-Server. Und wer selbst das unterbinden will, muss ein bestimmtes Ankreuzfeld aktivieren: Links unten steht auf jedem Begrüßungsbildschirm, den die CS3-Programme bei jedem Aufruf zeigen, das Ankreuzfeld "Nicht mehr zeigen". Wer es aktiviert, stoppt die Datenübermittlung an Adobe und Omniture vollständig.

Little Snitch von www.obdev.at weist auf die Internetverbindung von Dreamweaver hin.
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© 2015

Die große Aufregung entstand, weil Adobe bis Anfang Januar 2008 sehr wenig Informationen dazu veröffentlicht hatte (und auf Deutsch auch noch nicht hat). Im Begrüßungsbildschirm von Dreamweaver CS 3 zum Beispiel werden unten rechts aktuelle Informationen gezeigt, wenn der Rechner beim Start von Dreamweaver eine Internetverbindung hat. Der Trick dahinter ist schlicht - der ganze Begrüßungsbildschirm ist eine Applikation auf Basis von Adobe Flash und solche Flash-Programme können weitere Dateien aus dem Internet laden.

Für Detailversessene: Auf dem Mac ist diese Flash-Applikation beispielsweise für Dreamweaver im Ordner /Benutzer/[benutzername]/Library/Application Support/Adobe/Dreamweaver 9/Configuration/Content/Welcome/Flash gespeichert; der Dateiname lautet "welcome.swf".

In dieser Flash-Datei ist eine Internetadresse fest eingetragen: http://www.adobe.com/startpage/dw.swf, die beim Aufruf von Dreamweaver geladen wird. Allerdings - und das war Teil der Aufregung über Adobe - lädt die Flash-Applikation nicht einfach eine weitere Datei, sondern schickt dabei eine ganze Reihe weiterer Parameter an Adobe. Das sind Produktname, Versionsnummer, Rechnerart, Sprache und die Info, ob es sich um eine Testversion oder eine lizenzierte Ausgabe handelt. Konkret steht hinter der oben genannten Adresse die Zeichenkette "prod=dw&lvl=0&ver=9.0&plat=mac&lang=de&stat=full", was man besser versteht, wenn man die Trennzeichen entfernt und die Wertepaare untereinander schreibt.

Das ist als Beispiel der Begrüßungsbildschirm von Dreamweaver CS 3 - rechts ist der Flash-Inhalt markiert, links unten die Funktion zum Ausschalten.
Vergrößern Das ist als Beispiel der Begrüßungsbildschirm von Dreamweaver CS 3 - rechts ist der Flash-Inhalt markiert, links unten die Funktion zum Ausschalten.
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Das sind die Daten, die übertragen werden:

prod = dw

lvl = 0

ver = 9.0

plat = mac

lang = de

stat = full

Die damit geladene Flash-Datei (Dateiendung .swf) lädt dann eine XML-Datei "dw_customize.xml" und eine weitere Flash-Datei "http://www.adobe.com/startpage/dw_content/dw_90_full_default.swf", wobei erneut die schon bekannten Parameter an Adobe übertragen werden.

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