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Cube: Den Würfel neu erfunden

18.08.2000 | 00:00 Uhr |

Soundcheck

Da der Cube weder analoge Audio-Ein- und -Ausgänge noch einen internen Lautsprecher hat, schließt man die mitgelieferten Harman/Kardon-Boxen an die USB-Schnittstelle an. Das USB-Kabel der Lautsprecher führt zu einem kleinen Gehäuse, von dem die Kabel zu den beiden Lautsprechern abzweigen. Diese Box hat zudem einen Kopfhörer-Anschluß, an dem man auch analoge PC-Lautsprecher anschließen kann.
Unser Soundcheck fällt ernüchternd aus: Die Lautsprecher geben etwa die Klangqualität der iMacs wieder: Leicht metallischen Klang ohne Bass und Übersteuerung bei höheren Lautstärken. Aber für gehobenen Musikgenuss sind die Boxen nicht gedacht. Wer einen satten Sound möchte, sollte sich ein Subwoofer-System für die USB-Schnittstelle zulegen.
Bei der 3D-Geschwindigkeit der Grafikkarte ist der Cube etwas schneller als der G4-Mac mit zwei 450 MHz schnellen Prozessoren. Sowohl im Rave- als auch im Open-GL-Modus ist die Grafikkarte bei einer Auflösung von 800 mal 600 Pixel schnell genug, um ein 3D-Spiel flüssig spielen zu können.

Stromfressender Würfel

Schon das große, externe Netzteil des Cube läßt ahnen, das der Designerwürfel nicht all zu sparsam im Verbrauch ist. Unser erster Verdacht bestätigt sich, der Cube zieht im ausgeschaltetem Zustand satte 10 Watt. Das ist etwa viermal so viel wie ein Power Mac G4 benötigt, der mit 2,3 Watt auskommt. Im Schlafmodus braucht der Cube knapp 13 Watt, ein Power Mac G4 4,3 Watt. Etwa gleichviel Strom ziehen die beiden Rechner während des Betriebs: Wir messen den Verbrauch ohne das dabei die Festplatte oder das CD-Laufwerk im Betrieb sind und messen beim Cube 49 Watt und beim Power Mac G4 knapp 46 Watt.
Träge ist der Cube, wenn er schlafen gehen soll: Während ein G4-Mac nach knapp zwei Sekunden in den Ruhemodus geht und der Bildschirm schwarz wird, benötigt der Cube knapp 9 Sekunden. Wenn es um das Aufwachen geht, ist der Cube allerdings mit knapp 22 Sekunden schneller als ein Power Mac G4, der etwa 27 Sekunden benötigt.

Die Belüftung des Cube

Etwa die Hälfte des Innenlebens des Cube benötigt die Kühlung. Da der Würfel ohne Lüfter auskommt, bedient sich Apple des Kamin-Prinzips, wobei die warme Luft durch Lüftungsschlitze auf der Oberseite des Gerätes entweicht und der Mac durch nachströmende kalte Luft von der Unterseite des Gehäuses gekühlt wird. Neben der Festplatte und dem Prozessor mit seinem Backside-Cache entwickelt besonders die Grafikkarte eine hohe Temperatur im Betrieb. Wir messen nach drei Stunden Betrieb im Gehäuseinneren etwa 58 Grad und an den Lüftungsschlitzen etwa 50 Grad. Während des Tests beträgt die Zimmertemperatur etwa 32 Grad. Laut Apple soll man den Cube nicht bei einer Temperatur von über 35 Grad benutzen, auch ab einer Höhe von 3000 Metern gibt es Probleme mit der Kühlung.

Fazit

Auch wenn es der Cube suggeriert: Er ist weder ein technisches Wunder noch eine technische Innovation. Einzig das Design des Würfelmacs ist revolutionär und der Faktor für den Kauf. Leisten kann man sich den Cube indes nur mit gut gepolstertem Geldbeutel. Denn zum Rechner braucht man auch einen passenden Monitor, idealer Weise das 15 Zoll große Apple Studio-Display, das zusätzlich etwa 2600 Mark kostet. Auch Arbeitsspeicher sollte man noch mit einkalkulieren, die vorinstallierten 64 MB sind sehr geizig berechnet. Wer den Cube dann aber auf dem Tisch stehen hat, kann sich der Bewunderung für den Würfel-Mac gewiß sein. Für Edel-Ökos dürfte der Cube politisch nicht ganz korrekt sein, da der Würfel im ausgeschaltetem Zustand mit 10 Watt viel Strom zieht.

So testet Macwelt...

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