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DSL: Den richtigen Tarif finden

28.01.2004 | 15:55 Uhr |

Bei den zahlreichen Angeboten aus Tages- und Fachpresse können zukünftige DSL-Kunden schon einmal den Überblick verlieren, oder haben unmittelbar nach einem Vetragsabschluß das Gefühl, dass sie vielleicht ein besseres Angebot übersehen haben. Generell sollten Hochglanzprospekte und Anzeigen in Magazinen nur als grobe Richtschnur dienen. Zunächst ist es sinnvoll, sich in den speziellen Offerten nach einem Paket umzusehen, dass für den eigenen Bedarf besonders praktisch scheint. Genügt beispielsweise ein flotter Zugang ins Internet zum Surfen und E-Mails abrufen sind Volumentarife die einfachste Lösung. Dabei protokolliert der Betreiber den Zugriff und die angefallenen Datenmengen des Benutzers, der beispielsweise zu einem monatlichen Festpreis eine bestimmte Anzahl an Gigabytes herunterladen darf. Liegt der Kunde über dem Grundvolumen, zahlt er für jedes zusätzliche Megabyte einen mehr oder weniger geringen Cent-Betrag zum festgelegten Tarif dazu. Liegt der Datenverbrauch in einer Abrechnungsperiode unter dem vertraglich zugesicherten Volumen, verfällt die ungenutzte Menge und der Datenticker des Kunden beginnt wieder bei Null.

Immer noch in vielen Prospekten vorhanden sind die Zeittarife, wie sie einst auch bei Internetanbietern wie Compuserve und AOL in Mode waren. Vorteil dieser Methode: Als Kunde sind einem keine Downloadgrenzen gesetzt. Ob innerhalb eines Monats nun 100 oder 1000 Megabyte durch die DSL-Leitung wandern, spielt bei der Abrechnung keine Rolle. Lediglich die Zeit, die der Kunde beim Provider während seiner Internet-Sitzungen angemeldet ist, fliesst in die Rechnung ein. Ein solcher Zeittarif könnte beispielsweise für Menschen interessant sein, die sich nur sehr kurz im Internet aufhalten, und für die selbst der geringste Volumentarif noch überdimensioniert ist. Ein böses Erwachen erleben allerdings solche Surfer, die sich mit einem solchen Modell an das Herunterladen von Filmen oder zahlreichen Musikstücken wagen - Datenmengen im Bereich von mehreren Hundert Megabyte lassen den Zeitmesser des Providers gnadenlos ticken.

Sind selbst fünf Gigabyte Datenvolumen für den eigenen Bedarf zu gering, bieten sich schließlich noch die allumfassenden "Flatrates" an. Dieser aus dem US-Sprachgebrauch übernommene Begriff beschreibt ein einfaches Modell: Ein Kunde zahlt eine feste monatliche Gebühr und darf dafür so lange im Netz bleiben, wie er will - inklusive völliger Freiheit bei den anfallenden Datenraten. Aus technischen Gründen trennen die meisten Betreiber ihre Flatrate-Kunden spätestens nach 24 Stunden Onlinezeit vom Netz. Eine erneute Einwahl ist nach dieser erzwungenen Trennung unmittelbar möglich, so dass nur eine Pause von wenigen Sekunden entsteht. Mit diesem Schritt wollen die Betreiber verhindern, dass mehr oder weniger private Kunden die verhältnismässig günstigen Flatrates für kommerzielle Zwecke als Quasi-Standleitung missbrauchen, beispielsweise für Web- oder FTP-Server. Flatrate-Surfer mit DSL-Router habe es besonders bequem, denn viele Geräte ermöglichen eine automatische Wiedereinwahl nach dem Verlust der DSL-Leitung.

Bundesbürger mit Wohnorten in Ballungsgebieten, beispielsweise Hamburg, Berlin, München oder große Teile von Nordrhein-Westfalen, sollten sich nach Angeboten lokal aktiver Betreiber umsehen. Oft sind die Tarife bei diesen Providern im Vergleich zu den bundesweit agierenden Unternehmen nicht nur einige Euro günstiger, auch erfolgt die Freischaltung des DSL-Anschlusses schneller als durch die Telekom-Tochter T-Com. In einigen Fällen greifen lokale DSL-Anbieter sogar auf eigene Backbones, Leitungen zu den wichtigsten Verteilknoten des Internets, zurück - was vor allem dann ein Vorteil ist, wenn es im gesamtdeutschen DSL-Netz der T-Com zu weitreichenden Störungen kommt.

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