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DSL: Grundlagen und Technik

02.02.2004 | 15:12 Uhr |

Vor fünf Jahren waren noch die 64 Kbit pro Sekunde von ISDN (Integrated Subscribers Digital Network) zum Surfen im Internet das höchste der Gefühle. Verschwenderische Zeitgenossen wählten sich sogar per Kanalbündelung bei ihrem Provider ein, um mit damals überragenden 128 Kbit pro Sekunde im weltweiten Datenstrom eintauchen zu können. DSL (Digital Subscriber Line) gelang mit der Hochzeit des New-Business- und Aktienbooms 1999/2000 in aller Munde, spielte bei Experten und Internetspezialisten allerdings nur eine Rolle zur Anbindung von Firmen an das Internet. Hinter DSL verbergen sich gleich mehrere verschiedene Arten der Übertragung von Daten über das Kupferkabelnetz der Deutschen Telekom. In Deutschland sind vor allem zwei Arten populär, ADSL und SDSL (Asynchronous/Synchronous DSL). Während SDSL eher für kleinere und mittlere Unternehmen die Zugangsart der Wahl ist, hält sich der berühmte Otto Normalverbrauch an die zahlreichen ADSL-Angebote. Besonders praktisch bei DSL ist die Verbindung von Telefon- und Internetdienst. Wer bereits über einen T-Net- oder ISDN-Anschluss verfügt, kann für gewöhnlich auch einen DSL-Zugang beantragen. Ausschlag gebender Faktor hierbei ist die Entfernung des Zielortes zur nächsten DSL-Verteilstation der Telekom. Liegt dieser außerhalb einer bestimmten Reichweite, übernimmt der Betreibers keine Garantie mehr über die Leitungsqualität. Oft folgt dann eine Ablehnung des Antrags, oder der Kunde muss Einbußen bei der maximalen Datenrate in Kauf nehmen. So bietet T-Com in DSL-Grenzgebieten eine Variante "T-DSL Light", bei der sich die gewöhnliche ADSL-Geschwindigkeit einfach halbiert, der Anschluß selbst allerdings genauso viel kostet wie sein vollwertiges Pendant in besser versorgten Gebieten.

Zwischen ADSL und SDSL gibt es nicht nur einen preislichen Unterschied. Bei einer gewöhnlichen ADSL-Leitung versorgt neben einigen regional aktiven Telekommunikationsfirmen die Telekom-Tochter T-Com die deutschen Kunden mit einem "Downstream" von 768 Kbit pro Sekunde (vom Internet zum Rechner) und einen "Upload" von 128 Kbit pro Sekunde (vom Rechner ins Internet) - diese Trennung der Datenrate ist asynchron. Diese Aufteilung ist durchaus sinnvoll, schließlich sind die Datenanforderungen des Benuzers volumentechnisch weitaus geringer als das, was nach einer Anfrage von einem Server an den Rechner des Users zurückwandert. Sobald sich jemand allerdings mit Aufgaben beschäftigt, bei der auch große Datenmengen beispielsweise auf einen Webserver gelangen müssen, kommt der Vorteil von SDSL zum Einsatz. Bei SDSL sind Down- und Uploadstream synchronisiert, arbeiten mit der gleichen Datenrate. Je nach größe des eigenen Budgets reichen die Tarife von 128 Kbit bis zu 1500 KBit, wobei letztere sicherlich eine sehr kostspielige Sache sind. Zudem erfolgt bei einem SDSL-Anschluss seitens des Betreibers keine erzwungene Trennung nach 24 Stunden, was den Einsatz von kommerziellen Serverdiensten erheblich stabilisiert.

Bei der Anmeldung eines DSL-Anschlusses bekommt der Kunde vom zuständigen Betreiber meist zwei Geräte zugeschickt: Einen Splitter und ein DSL-Modem. Beim Splitter handelt es sich, wie der Name bereits vermuten lässt, um eine Einheit, welche die DSL-Daten von den Telefondaten trennt und an einen separaten Anschluss durchleitet. An diesem Anschluss findet schließlich das DSL-Modem seine Bestimmung, dass die DSL-Signale wieder in digitale und für Computer verständliche Signale umwandelt (moduliert). Von hier aus können die Informationen gleich in einen Computer oder aber in einen DSL-Router wandern, der den Internetzugang für mehrere Rechner zur Verfügung stellt. Auch wenn diese Konfiguration nach einer echten Herausforderung für Einsteiger klingt, genügen in vielen Fällen zum reibungslosen Betrieb lediglich wenige Handgriffe und Einstellungen in einem lokalen Netz.

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