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DVB-T2 HD auf dem Mac: Ein Statusbericht

22.08.2016 | 16:41 Uhr |

DVB-T2 HD hat auf dem Mac Anfangsschwierigkeiten, nur der Elgato-Nachfolger Geniatech bietet eine erste Lösung.

In Deutschland geht das per Antenne empfangbare DVB-T2 einen Sonderweg – statt dem gebräuchlichen Videoformat H.264 kommt beim DVB-T-Nachfolger das nagelneue H.265 zum Einsatz. Für Windows gibt es bereits mehrere Lösungen, etwa von Hauppauge. Für den Mac gibt es aktuell nur Angebote von Geniatech.

DVB-T2 – Das kostet das neue Fernsehen

Schon seit einem Monat sind Software und Hardware für das neue Fernsehformat verfügbar , die EyeTV-Software unterstützt ab den aktuellen Versionen H.265 – Der Hersteller setzt dazu auf Software der deutschen Firma Struktur AG.

Einen neuen USB-Tuner benötigt man ebenfalls, der über den Geniatech-Shop oder diverse Webshops verfügbar ist. Der kompakte Eye-TV T2 kostet 130 Euro und unterstützt neben DVB-T und DVB-T2 endlich das deutsche DVB T2 HD. Als Hardwareanforderungen nennt der Hersteller einen Mac mit Core 2-Duo-CPU mit 2,5 GHz und 8 GB RAM – die Anforderungen sind um ein Vielfaches höher als bei DVB-T. Eigentlich sollte auch das Vorgängermodell Geniatech EyeTV Hybrid nach Installation der neuen EyeTV-Software das neue TV-Fomat unterstützten, aktuell scheint es laut Nutzerberichten aber Kompatibilitätsprobleme zu geben. Bein einem für den deutschen Markt maßgefertigten Spezialgerät erscheint der Preis vielleicht angemessen, man muss aber einige Einschränkungen bedenken: Mit dem Tuner kann man nämlich nur die öffentlich rechtlichen Sender wie ARD und ZDF empfangen, die unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Das gilt übrigens auch für die USB-Lösungen für Windows-Rechner.

Eine Kartenschnittstelle des Standards CI+ fehlt, dies wäre aber für den Empfang von verschlüsselten Sendern wie Sat1 und RTL nötig. Kostet der Empfang der Privatsender doch 69 Euro im Jahr – wobei man außerdem mit Schikanen wie eine Vorspulsperre und Aufnahmesperre rechnen muss. Dass hier die Privatsender so rigoros eingreifen, sollte aber nicht wundern. Gebühren und Aufnahmesperren sind ja für Satelliten- und Kabel-Kunden ebenfalls geplant, hier gibt es nur noch einige rechtlichen Hürden.

Nach einer Lösung für Android soll außerdem einen Hardwarelösung für iOS und für Apple TV erscheinen.

Diese Einschränkungen macht DVB-T2 HD für die Nutzung am Mac weit weniger interessant als den Vorgänger, so hat sich der deutsche Hersteller Equinux deshalb schließlich entschieden, keine DVB-T2-Geräte herzustellen . Zu hoch wären technischer Aufwand, die Kosten des Empfangs von Privatsendern, vor allem die Hardware für iOS wäre ein Problem. Als Zukunft sieht Equinux dagegen den Konsum von Fernsehen in Form von Live-Streams und setzt deshalb für iOS und AppleTV voll auf Streaming-Apps wie die eigene Live TV-App. Stellen doch viele Sender ihr Programm in HD-Qualität zur Verfügung. Eigentlich, so Equinux, sollte man die Frequenzbereich von DVB-T2 besser für den Mobilfunk freigeben, das brächte allen mehr.

Fazit: Für Fans der öffentlich rechtlichen Sender bleibt DVB-T2 nach unserer Meinung eine interessante Lösung – steht doch beispielsweise auf dem Lande oft kein Breitband-Internet für HD-Streams zur Verfügung. Nach unserer eigenen Meinung wird DVB-T2 aber ein Nischenprodukt wie DAB werden – und ein Empfänger ist wohl eher für den Direktanschluss an Fernseher und TFT als am Mac sinnvoll.

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