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DVB-T2 in HD: Das kostet das neue Fernsehen

08.07.2016 | 09:28 Uhr |

DVB-T2 bringt Fernsehen in HD-Qualität. Ab nächstem Jahr bietet es eine größere Programmauswahl privater Sender, allerdings gegen Gebühr.

Ab Ende März 2017 wird das DVB-T-Signal abgestellt. Alte DVB-T-Geräte lassen sich dann nicht mehr weiterverwenden, der Nachfolger ist DVB-T2 . Dieser neue terrestrische Übertragungsweg für das Fernsehsignal bietet auch die Möglichkeit, Programme in HD-Qualität zu empfangen. Allerdings kostet das für den Empfang privater Sender extra. Wie viel, hat Media Broadcast, der Betreiber des DVB-T2-Sendernetzes, nun bekanntgegeben.

Der Service freenet TV von Media Broadcast, der den HD-Empfang von privaten Sendern ermöglicht, startet am 1. Juli 2017 und wird 69 Euro pro Jahr kosten. Auf der Seite https://www.freenet.tv erfährt man, ob man an seinem Ort DVB-T2 empfangen kann und welche Fernsehprogramme dabei sind.

Das Programmangebot von DVB T2

Derzeit kann man über DVB-T2 neben ARD und ZDF die freenet-TV-Programme RTL, Pro 7, VOX und SAT 1 noch kostenlos empfangen, alle in HD-Qualität. Ab März 2017 kommen die freenet-TV-Programme RTL II, Kabel 1, RTL Nitro, Super RTL, 7Maxx, Sixx, N-TV und Sat1 Gold dazu. Ab diesen Zeitpunkt lassen sich die privaten HD-Programme noch drei Monate kostenlos nutzen. Nach dem Ende dieser dreimonatigen Testphase wird der Empfang der privaten Sender kostenpflichtig.

Öffentlich-rechtliche Sender kann man kostenlos empfangen

Kostenpflichtig ist nur der Empfang privater Sender. Dagegen braucht man auch künftig für den Empfang öffentlich-rechtlicher Programme von ARD und ZDF nichts zahlen.

So kann man freenet TV nutzen

Beim Kauf eines DVB-T2-Empfängers muss man auf das freenet TV Logo achten. Ähnlich wie mit einem Prepaid-Mobiltelefon lässt sich dann der freenet TV Dienst für 69 Euro pro Jahr freischalten. Zur Entschlüsselung kann man einen Gutschein kaufen, entweder direkt bei freenet TV oder im Handel. Der Gutschein lässt sich dann online oder telefonisch freischalten. Nach der Freischaltung dauert es zwischen 5 und 20 Minuten, bis man die privaten Sender empfangen kann.

Diese Geräte gibt es

Derzeit gibt es nur stationäre Geräte, die überwiegend per HDMI-Kabel das Signal zum Fernseher übertragen. Portable USB-Geräte für den PC wird es erst ab 2017 geben. Eine Übersicht der derzeit angebotenen Geräte findet man auf https://www.freenet.tv/geraete

Die aktuellen Preise aller derzeit angebotenen Geräte haben wir hier aufgelistet (Stand 07.07.2016):

freenet TV CI+ Modul – 79,95 Euro

COMAG SL60T2, Single Tuner, USB, Scart – 78,98 Euro

COMAG SL65T2, Single Tuner, USB, Scart (Kein aktuelles Angebot gefunden)

XORO HRT8720, Single Tuner, USB – 68,28 Euro

TechniSat DigiPal ISIO HD, SingleTuner, USB, Scart – 159,95 Euro

TechniSat DigiPal T2 HD, SingleTuner, USB – 109,00 Euro

Schwaiger DTR700HD, Single Tuner,USB, Scart – 121,53 Euro

Kommentar: Wird sich DVB-T2 HD durchsetzen?

Equinux, Hersteller der Tizi-DVB-T-Empfänger, ist sehr skeptisch bezüglich der Zukunft von DVB-T2 HD. So gäbe es laut einer Umfrage bei seinen Kunden, die bereits einen DVB-T-Empfänger besitzen, kein Interesse an ein DVB-T2-Gerät. In Zukunft soll laut Einschätzung von Equinux dem Live-Stream über das Internet gehören. Das hat der Münchener Hersteller auf seinem Blog geschrieben. 

Wir sehen die Zukunft von DVB-T2 HD nicht so schwarz. Denn die öffentlich-rechtlichen Sender haben den Auftrag, ihre Programme über ein terrestrisches Übertragungsmedium kostenlos den Zuschauern bereit zu stellen. Zudem ist vor allem das mobile Internet kein Broadcast-System. Das bedeutet, dass die Übertragungsrate sinkt, je mehr Zuschauer sich in einem Funknetz tummeln. Bei DVB-T2 HD dagegen bleibt die Übertragungsrate unabhängig der Empfänger stets gleich. Der Ausbau für DVB-T2 HD ist also auf dem Weg und noch in einer frühen Anfangsphase. Erst seit Ende Mai 2016 kann man in einigen Ballungsräumen DVB-T2 HD empfangen. Wo genau, zeigt diese Karte.

Wie bereits jetzt wird es auch in Zukunft mehrere Übertragungsarten für das Fernsehen geben. Streaming über das Internet hat nur einen Anteil daran. Laut des Digitalisierungsberichts von 2015 , bei dem DVB-T2 HD noch gar nicht berücksichtigt ist, haben fast doppelt so viele Zuschauer das Programm über DVB-T als über Internet-Streaming empfangen.

Wie sich DVB-T2 HD tatsächlich durchsetzen wird, zeigt sich erst in einem oder zwei Jahren. Dann wird das Angebot an Empfängern steigen, das momentan noch sehr übersichtlich ist. Der Wermutstropfen ist allerdings, das die privaten Sender über DVB-T2 HD nur kostenpflichtig empfangen werden können.

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