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DVD-Kopien: Real Networks und Filmstudios verklagen sich gegenseitig

01.10.2008 | 12:33 Uhr |

Der Verband der US-Filmstudios MPAA (Motion Picture Association of America) hat den Softwarehersteller Real Networks wegen seines im September erschienenen Produktes Real DVD verklagt.

Dieses ermögliche illegale Kopien von Film-DVDs, beklagt die Filmindustrie. Real Networks reagiert daraufhin mit Gegenklage und will vom Bezirksgericht von Nordkalifornien feststellen lassen, dass Real DVD sich genau an die Lizenzbedingungen des Kopierschutzes Content Scrmable System (CSS) halte: Real DVD erlaube die Kopie einer Film-DVD auf einen Computer, binde die Kopie aber an den Rechner. Weitere DVD-Kopien seien nicht möglich. Real Networks führt an, dass die Filmindustrie in Form der DVD Copy Control Association einen ähnlichen Prozess gegen den Hersteller von Kaleidoscope im März 2007 verloren habe. Auch Kaleidoscope kopiere DVDs legal nach den Regeln des CSS. "Einmal verloren, versuchen es die Filmstudios jetzt vor einem anderen Gericht," echauffiert sich Real Networks in einer Pressemitteilung. Man sei enttäuscht, dass die Filmindustrie ähnlich der Musikindustrie versuche, technologische Entwicklungen zu bremsen, anstatt sich der neuen Möglichkeiten zu stellen.

Die MPAA sieht mit Real DVD jedoch den Digital Millennium Copyrights Act (DMCA) verletzt. Man solle das Produkt besser "Steal DVD" nennen, polemisiert der Rechtsvorstand des Verbandes Greg Goeckner. So könne man sich Filme in der Videothek leihen und sie auf den Computer kopieren, ohne sich eine Kopie zu kaufen. Den Vorwurf der Technologiefeindlichkeit will er nicht auf sich sitzen lassen. Die Filmindustrie habe in den letzten Jahren viel dafür getan, dass sich ihre Kunden auf neue und legale Weise Filme ansehen können, etwa per Video on demand.

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