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DVD-RW in Apples Superdrive

12.10.2001 | 00:00 Uhr |

Apple unterstützt mit seinen Programmen das DVD-RW-Format nicht, obwohl das "Superdrive" damit umgehen kann. Toast erschließt die neuen Fähigkeiten.

München/Macwelt- Den von Apple "Superdrive" genannten DVD-Brenner Pioneer her. Die mit Dateien und Filmen bespielbaren DVD-R-Rohlinge kosten bei Apple 26 Mark pro Stück. Gegenüber CD-Rs, die bereits für eine Mark pro Stück erhältlich sind, ist das aber immer noch ein immenser Preissprung. Pioneers Laufwerk versteht aber nach Firmenangaben mit DVD-RW ein wiederbeschreibbares Format. Andere Hersteller, die das Laufwerk verwenden, wie Compaq und Sony, werben auch mit dieser Fähigkeit. Bei DVD-RW-Medien liegt der Preis bei wenigstens fünfzig Mark, dafür soll man sie aber auch bis zu tausendmal wiederbeschrieben können.

Trotz dieser Fähigkeiten des Brenner unterstützt bisher keins der Programme von Apple DVD-RW. Weder Disk Burner noch iTunes oder iDVD können mit den wiederbeschreibbaren Rohlingen etwas anfangen. Auch unter Mac-OS X sieht das nicht anders aus. DVD-R kann das Betriebssystem problemlos brennen, anders dagegen DVD-RW. Zwar kann das Festplatten Dienstprogramm DVD-RWs löschen, beschreiben ist aber nicht möglich.

Trotzdem kann man vom Mac aus Daten auf einen DVD-RW-Rohling überspielen. Dazu benötigt man jedoch Roxios Brennsoftware Toast Titanium. Mit diesem Programm funktioniert das Formatieren und Brennen der teuren Medien problemlos. Auch die Geschwindigkeit steht derer beim Beschreiben von CD-RWs in nichts nach. Zwar gibt Toast die Brenngeschwindigkeit als "einfach" an aber hier handelt es sich um eine spezielle DVD-Brenngeschwindigkeit die weit höher ist. Die Daten überträgt der Brenner hier mit einer Geschwindigkeit auf den Rohling, die etwa 10facher CD-Brenngeschwindigkeit entspricht.

Was spricht nun gegen dieses neue Format? Problematisch ist, dass es mit dem Format DVD+RW ein starkes Konkurrenzformat gibt. DVD+RW hat die gleichen Fähigkeiten wie DVD-RW, Hewlett-Packard, Mitsubishi Chemical, Philips, Ricoh, Sony und Yamaha unterstützen das Format. Pioneers Laufwerk soll dieses Format nach Herstellerangaben lesen, aber nicht beschreiben können. Den Standard DVD-RW bieetet hingegen nur Pioneer an, es ist folglich fraglich, ob sich das Format gegen diesen Firmenzusammenschluß halten kann.
Diese Standardisierung ist nicht die einzige Einschränkung, die bei der Nutzung von DVD-RW besteht. Zwar hat das Superdrive keine Probleme, ein DVD-RW-Medium zu lesen, gerade ältere DVD-Laufwerke haben jedoch große Schwierigkeiten, ein solches Medium zu erkennen. Nach Angabe eines Lesers funktioniert es etwa im DVD-Laufwerk eines G4-500 MP, die DVD-Laufwerke eines iMac, eines ein Jahr alten G4/400 und eines G3/B&W erkennen es jedoch nicht. DVD-R kann man dagegen problemlos in anderen Laufwerken verwenden. Für das kurzzeitige Aufbewahren umfangreicher Datenmengen, etwa bei einem Backup, wäre DVD-RW aber sicher besser geeignet.
Stephan Wiesend

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