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DVD-Rekorder im Sonderangebot

13.07.2004 | 11:24 Uhr |

Die ehemals sündhaft teuren DVD-Rekorder werden immer preiswerter - Alternative für EyeTV und Superdrive?

Noch vor einem Jahr waren DVD-Rekorder, die erklärten Nachfolger des VHS-Videorekorders, noch sehr teuer. Heute kriegt man bereits die ersten Modelle für 200 Euro. Bis zum Weihnachtsgeschäft sollen die Preise weiter fallen. Wie unsere Schwesterpublikation Computerpartner berichtet, könnten nämlich bis Weihnachten die Preise um durchschnittlich fünfzig Prozent sinken: Nach Angaben des Market Intelligence Center in Taiwan wurden im ersten Halbjahr 2004 bereits eine Million DVD-Rekorder produziert - Anfang 2003 waren es knapp 50 000 Stück. Offensichtlich will Taiwan mit aggressiver Preisgestaltung Marktanteile gewinnen, beherrscht doch bisher Japan diesen Markt mit 50 Prozent Marktanteil.

Aus was besteht ein DVD-Rekorder schließlich? Hauptbestandteile sind ein MPEG-2-Chip und ein DVD-Lader. Hardwareprodukte, die in der Massenproduktion recht preisgünstig hergestellt werden können.
Mit ein Grund für die Produktschwemme könnten Lizenzprobleme bei den DVD-Playern sein. Ohne starken Markennamen ist mit diesen Geräten kaum noch Geld zu verdienen. Für jeden DVD-Player werden dabei grundsätzlich Lizenzgebühren beim DVD-Konsortium fällig. Bisher haben viele chinesische Firmen diese aber einfach nicht bezahlt - nur so war es möglich, DVD-Player für unter 50 Euro auf den Markt zu bringen. Seit einigen Monaten werden diese Gebühren aber, nach einiger Zuarbeit der Lizenzhalter (u.a. Sony, Philips oder das MPEG-Konsortium) weit energischer eingefordert. Bei Lizenzpreisen von 20 US-Dollar sind derart niedrige Gerätepreise nun nicht mehr zu halten. DVD-Rekorder bieten sich hier als neues Massenprodukt an

Technische Neuerungen

Aktuell sind die preisgünstigsten DVD-Rekorder nur für hartgesottene Schnäppchenjäger zu empfehlen. Laut Tests in der Fachpresse leiden DVD-Rekorder der ersten Taiwan-Generation nämlich unter lauten Lüftern, unverständlichen Bedienmenüs und relativ schlechter Bildqualität. Größter Nachteil vieler DVD-Rekorder ist die nur in groben Stufen regelbare Aufnahmezeit: Will man mehr als zwei Stunden Video auf eine DVD-R aufnehmen, leidet die Bildqualität recht deutlich. Dabei dauert doch bei RTL ein zweistündiger Spielfilm mindestens zweieinhalb Stunden!
Zwischenzeitlich sind die Geräte in immer mehr Variationen verfügbar. DVD-Rekorder mit zusätzlicher Festplatte sind ja mittlerweile ein alter Hut. Neu ist dagegen etwa ein Gerät von JVC mit integriertem VHS-Rekorder, der JVC DR-MV1: Ideal für das Digitalisieren von alten Video-Bändern (sofern ohne Kopierschutz). Schließlich sind noch nicht alle alten Filme bereits als DVD erhältlich und so manche interessante TV-Aufnahme versteckt sich auf einer alten VHS-Kassette. Dank einem integrierten Hardware-Encoder erfolgt die MPEG2-Konvertierung in Echtzeit, schneller als die Software-Encodierung auf so manchem G5. Interessant für Sparsame: Mit dem neuen Gerät LVW-5005 gibt es jetzt sogar ein Modell, das Sendungen auf CD-Rohlinge speichern kann: wahlweise im SVCD oder VCD-Format. Auffallend: Viele dieser Funktionen waren bisher eigentlich eine Computer-Domäne.

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