1028593

M wie Magic Mouse

13.12.2009 | 00:01 Uhr |

Apple und die Mäuse - Eine leidvolle Geschichte. Lange ließen sich an Macs nur Mäuse von Apple anschließen, dann wurden sie klein und unhandlich, schließlich führte Apple wieder einen verschmutzenden Ball ein - erst die neueste Apple-Maus ist magisch.

Adventskalender 2009: 13
Vergrößern Adventskalender 2009: 13

Erst mit der grafischen Benutzeroberfläche des Macs, im Jahr 1984 revolutionär, erlebte die von Doug Engelbart im Jahr 1963 erfundene Maus einen Karriereschub. Engelbart nannte das Gerät noch "X-Y-Positions-Anzeiger für ein Bildschirmsystem" und recht viel mehr als entweder horizontal oder vertikal den Cursor bewegen. Erst mit einem Ball, der die Bewegungen der Maus aufzeichnete, war das Rundumflitzen auf dem Schreibtisch möglich geworden. Die ersten Mac-Nutzer hatten sich rasch daran gewöhnt, mit der Zeit gewann die Maus immer mehr an Bedeutung. Und vor allen Dingen an Zusatznutzen: Einen zweiten Knopf für das Kontextmenü, ein Scrollrad für die Navigation in langen Dokumenten, einen dritten und vierten Knopf für Sonderfunktionen des Betriebssystems und gerne auch noch einen fünften und einen sechsten. Mäuse wurden ergonomisch geformt oder als Schmuckstücke gestaltet, Laserdioden ersetzten den Ball, der die unschöne Eigenschaft hatte, rasch zu verschmutzen und so seine Dienste zu verweigern. Wer das alles nicht mitmachte, war: Apple.

Lange hielt der Mac-Hersteller an seiner Philosophie der Ein-Tasten-Maus fest, denn: Das Betriebssystem war derart leicht zu bedienen, dass eine Maustaste reicht. Etwas widerwillig führte Apple erst Ende der Neunziger mit Mac-OS 8 das Kontextmenü ein, der Aufruf erfolgte über Mausklick bei gedrückter Control-Taste. Mäuse mit zwei Tasten ließen sich gar nicht erst an Macs anschließen, vor der iMac -Premiere 1998 nutzte Apple den proprietären Standard ADB (Apple Desktop Bus), erst seither USB.

Die iMac -Maus sprach jedoch der Ergonomie hohn: Den "Eishockey-Puck" haben sogar die größten Mac-Fans verachtet oder gleich durch eine USB-Maus eines Drittherstellers ersetzt. Apple behauptete später, die Anwendern hätten den genialen Ansatz des Konzeptes nicht verstanden, die iMac-Maus hätte man mit den Fingerspitzen bewegen sollen und nicht mit der ganzen Hand. Im Sommer 2000 hatte Apple ein Einsehen. Doch statt dem Nachfolger eine zweiten Maustaste für den Aufruf des immer populärer werdenden Kontext-Menüs zu spendieren, reduzierte Apple die Anzahl der Tasten in der Pro Mouse auf Null. Der gesamte Körper der Maus, die Apple jedem Besucher der Keynote der Macworld Expo im Sommer 2000 schenkte, fungierte als Taste. Immerhin sprang folgte nun auch Apple dem Trend zur optischen Maus und schickte den verschmutzenden Ball in Rente.

Auf ein Scrollrad verzichtete Apple auch bei den Nachfolgemodellen in transparent/weiß und weiß, erst die "Mighty Mouse" von 2005 hatte ein Modul zum Scrollen eingebaut. Jedoch kein Rad, sondern einen Ball, der gerne und schnell verschmutzte und so unbrauchbar wurde. Eine zweite Taste suchte man auch bei der Mighty Mouse vergeblich, stattdessen war es den Apple-Ingenieuren gelungen, den Körper der Maus so zu gestalten, dass ein Klick auf die rechte Seite der Maus tatsächlich auch einen Rechtsklick auslöste - Linkshänder konnten die Maus natürlich andersherum konfigurieren. Dazu bekam die Maus seitlich eine dritte und eine vierte Taste, die die meisten Anwender deaktiviert haben dürften. Der Srollball diente gar als fünfte Taste, das funktionierte auch noch, wenn er nicht mehr scrollte.

Mighty Mouse darf Apples Eingabegerät nun nicht mehr heißen, die Namensrechte daran hat Man & Machine, die wasserfeste und desinfizierbare Mäuse dieses Namens anbieten. Trotz der bequem möglichen Reinigung übrigens ohne Srollball…

Erst mit der Magic Mouse , im Oktober 2009 vorgestellt, findet Apple in Sachen Maus zur Innovation. Die Multitouch-Maus verbindet dabei das Beste aus den beiden Welten von Multitouch-Trackpad - hier zeigte sich Apple schon länger innovativ - und Maus. Selbst ausgewiesene Grobmotoriker wie der Autor dieses Artikels lernen schnell, die Maus sanft zu behandeln und sie etwa beim seitlichen Wischen nicht quer über den Schreibtisch zu pfeffern. Nur eine Sache beherrscht die Magic Mouse noch nicht: Auf Glasschreibtischen benötigt sie noch ein Mousepad. Erst im August hatte Logitech eine Darkfield genannte Technik vorgestellt, die optischen Mäusen auch auf transparenten und/oder stark spiegelnden Oberflächen die Positionsbestimmung ermöglicht.

Zur Pro Mouse stellte Apple im Sommer 2000 auch eine passende Tastatur vor. Was war aber der eigentliche Knaller der Macworld Expo im Sommer 2000 in New York?

  1. iMacs in psychedelischen Mustern

  2. Power Mac G4 Cube

  3. Erster Blick auf Mac-OS X

Die Antwort ist hinter einem der Links dieses Artikels versteckt. Am heutigen Gewinnspiel können Sie hier teilnehmen.

Zu gewinnen gibt es heute den iPod-Radiowecker iHome iP9, gestiftet von Macland

0 Kommentare zu diesem Artikel
1028593