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Das ABC des Macintosh: C wie (i)CEO Steve Jobs

13.05.2008 | 10:14 Uhr |

Der CEO eines Unternehmens ist nicht immer dessen Chef. Seit seiner Rückkehr zu Apple dominiert Steve Jobs jedoch die Firma, egal, welche Position er offiziell bekleidet.

Steve Jobs
Vergrößern Steve Jobs

Gegründet hatte er Apple zusammen mit Steve Wozniak und Ronald G. Wayne im Jahre 1976, nach der schleichenden Entmachtung durch den von ihm erst ins Boot geholten CEO John Sculley musste Steve Jobs im Jahr 1985 die Firma verlassen, ein Jahr nach Markteinführung des Mac. In der Frühzeit Apples war Jobs zweifelsohne die bestimmende Figur, den Titel eines Chief Executive Officer (CEO) - etwa mit dem hiesigen "Geschäftsführer" zu vergleichen - trug er jedoch nicht. Als CEO hatte Apples Geldgeber und Aufsichtsratsvorsitzender Mike Markkula zunächst den von National Semiconductor verpflichteten Mike Scott bestimmt, es folgte der ehemalige Pepsi-Chef John Sculley. Jobs war schon Anfang der Achtziger allmählich auf das Abstellgleis bei Apple geraten, auf das von Jef Raskin initiierte Macintosh-Projekt war er eher zufällig gestoßen. Der Rest ist Geschichte, die in der Rückkehr des verlorenen Sohnes Ende 1996 gipfelte.

Apple erkannte seinerzeit, dass die Stunde für das klassische Betriebssystem geschlagen hatte. Es musste dringend ein neues OS (Operating System) her, das sich auf präemptives Multitasking, Multithreading und Speicherschutz verstand. Die Wahl fiel schließlich auf Next Step, dem Betriebssystem, das die Computer von Steve Jobs’ 1985 mit einigen Apple-Getreuen gegründeten und Ende der Neunziger gescheiterten Firma Next antrieb. Next Step basierte auf dem Free-BSD-Kernel und bildet noch heute den Kern von Mac-OS X, die Verschmelzung der Betriebssystemwelten zog sich über die letzten zehn Jahre hin. Heute erinnern aber nur noch einige Icons und Bezeichnungen an das klassische Apple-Betriebssystem, Mac-OS X 10.5 unterstützt keine Classic-Umgebung mehr und booten ist nur noch auf den vor zwei Jahren aufgegebenen PPC-Macs mit dem alten System möglich.

Nach seiner Rückkehr zu Apple fungierte Jobs zunächst als Berater, selbst einen Posten im Aufsichtsrat lehnte er ab. Nach und nach installierte der Gründer mit ehemaligen Next-Mitarbeitern wie Avie Tevanian und Jon Rubinstein eine neue Machtbasis bei Apple, einen Titel hatte er dafür nicht nötig. Als schließlich Gil Amelio im Sommer 1997 die Brocken hinschmiss, war Jobs wieder uneingeschränkter Herrscher bei Apple. Einen neuen CEO hatte das Unternehmen offiziell auf Jahre hinweg nicht, Jobs sprang nur als "Interimslösung" ein. Die Mac-Szene erfand nach den spektakulären Erfolgen des iMac den Jokus des "iCEO", erst im Januar 2000 ließ Jobs das "i" streichen und nahm den Geschäftsführerposten an. Ohne Frage wäre aber Steve Jobs auch ohne den Titel die Nummer Eins beim Mac-Hersteller. Lukrativ ist der CEO-Posten offiziell nicht: Jobs bezieht ein Jahresgehalt von einem US-Dollar. Am Hungertuch muss der dreifache Milliardär aber nicht nagen, seine Aktienoptionen sind genügend wert.

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