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Das ABC des Macintosh: G wie Gigabyte

09.06.2008 | 10:21 Uhr |

Was vor einem Jahrzehnt noch die Vorsilbe Mega war, ist heute meist von Giga abgelöst. Das Tera-Zeitalter steht bereits unmittelbar bevor.

In der Welt der SI-Einheiten ist es einfach: Ein Kilo sind Tausend, ein Mega sind Tausend Kilo oder eine Million und ein Giga sind tausend Mega, eine Million Kilo oder eine Milliarde. Die Einheitenvorsätze sind praktisch, spricht man über sehr große oder sehr kleine Zahlen und will sperrige Formulierungen wie "millionstel millionstel Millimeter" oder "1.500.000.000.000 Euro Staatsschulden" vermeiden - wenn auch kaum jemand im Alltag von Femtometern oder Peta-Euro spricht. Einheitenvosätze sind auch in der IT-Industrie praktisch, um die Gültigkeit des Moore’schen Gesetzes zu illustrieren. Wer vor 14 Jahren einen Power Mac 6100 erwarb, hatte eine 350- oder 500-MB-Festplatte an Bord und dazu 4 MB Arbeitsspeicher. Der heute in der Preisklasse vergleichbare 24-Zoll-iMac hat ein 500-GB-Festplatte eingebaut, die ab Werk eingesetzten 2 GB RAM lassen sich für 160 Euro Aufpreis auf 4 GB aufrüsten. Nur 14 Jahre ist das her, seitdem hat sich die Speicherkapazität vertausendfacht!

Schon sind wir über einen der Fallstricke der Einheitenvorsätze gestolpert. Denn eine Speichermenge wird in binären Zahlen angegeben, anderes hat wenig Sinn. So sind eben 1 GB eben keine tausend MB oder eine Million KB, sondern 2 10 respektive 1024 MB. Ein Gigabyte sind also mehr als eine Milliarde Byte, exakt 73.741.824 Byte mehr. Vorsicht ist beim Rechnen und Vergleichen in jedem Fall geboten und nicht nur dann, wenn sich Redundanzen in den Sprachgebrauch einnisten. Den Begriff "Millionen Megapixel" findet Google fast dreitausendmal, einen CCD-Chip mit einer Billion Pixel oder einem Terapixel sucht man dennoch vergeblich.

Das Moore’sche Gesetz wird noch eine Weile Gültigkeit behalten, insbesondere bei der Kapazität von Speichermedien ist lange nicht Schluss. Kamen Hardwareingenieure zunächst auf die Idee, in Festplatten mehrere Schichten oder Platter übereinander anzuordnen, um mehr Daten zu speichern, ist das "Perpendicular recording" derzeit Stand der Technik. Vereinfacht lässt sich die Technik damit erklären, dass die magnetischen Speicherelemente nicht mehr quer nebeneinander auf der Platte liegen, sondern aufrecht nebeneinander stehen, logisch, dass die Kapazität steigt. Schließt man von den letzten 14 Jahren auf die nächsten, kommt der Mittelklasse-Mac des Jahres 2022 also mit einer 500-TB-Festplatte?

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Die Festplatte, wie wir sei heute als ein magnetisches Speichermedium mit einem oder mehreren rotierenden Plattern und einem beweglichen Schreib-Lese-Kopf kennen, wird bis dahin ausgestorben sein. Schon 2008 hat Apple mit dem Macbook Air einen ersten Computer mit Flash-Speicher im Angebot. Das 64 GB fassende Solid State Drive (SSD) kostet zwar noch einen satten Aufpreis, immer mehr Hersteller kündigen jedoch an, in den Markt einzusteigen . Noch heuer sollten die ersten 256-GB-Flash-Speicher käuflich sein. Zumindest was Notebooks und deren geringes Platzangebot betrifft, haben Flash-Speicher dann in der Kapazität zu den herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatten aufgeschlossen. Ein 500-Terabyte-Flashspeicher ist womöglich schon in weniger als 14 Jahren marktreif, erst kürzlich meldeten schottische Physiker einen Durchbruch in der Forschung .

An die neuen Größen muss man sich erst gewöhnen. Noch brüllen Marktschreier etwas vom "Mega-Hammer" und Giga TV hat sich auch noch nicht in Tera TV umbenannt. Wer weiter in die Zukunft blicken möchte: Die nächsten Einheitenvorsätze heißen Peta, Exa, Zetta und Yotta für die großen Zahlen, unterhalb der Nanometer-Skale geht es Pico, Femto, Atto, Zepto und Yokto weiter.

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