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Das ABC des Macintosh: K wie Kernel Panic

07.07.2008 | 10:56 Uhr |

Macs laufen stabil, insbesondere seit das Betriebssystem auf einem Unix-Kern beruht. Totalabstürze sind glücklicherweise selten, die Ursachen dafür rasch gefunden und beseitigt.

Mac-OS X ist ein vergleichsweise stabiles Betriebssystem. Wenn einmal eine Anwendung einfriert oder abstürzt, reißt diese nur sehr selten den gesamten Rechner mit in den Abgrund. Die Architektur des Systems macht es möglich: Programme arbeiten in geschützten Speicherbereichen und können sich derart nicht gegenseitig stören. Das klassische Mac-Betriebssystem kannte diesen Speicherschutz nicht, nicht selten führte ein Programmabsturz dazu, dass man den Rechner neu starten musste - da dies unter Mac-OS 8/9 seltener passierte als unter Windows, brachte das dem Mac schon zu klassischen Betriebssystemzeiten den Ruf ein, besonders sicher vor Abstürzen zu sein.

Ganz lässt sich das Versagen des Betriebssystems nicht vermeiden. Während im klassischen Mac-System eine Fehlermeldung mit einer Bombe auf dem Bildschirm auftauchte, reagiert Mac-OS X auf einen fatalen Fehler mit einer Kernel-Panik. Über den Bildschirm legt sich von oben nach unten ein grauer Schleier, dazu poppt in den vier Sprachen Englisch, Französisch, Japanisch und Deutsch die Aufforderung auf, man möge doch den Rechner neu starten, indem man den Einschaltknopf fünf Sekunden lang gedrückt hält.

Eine Kernel-Panik ist nicht weiter schlimm und kein Grund für eine Anwenderpanik. Die genauen Gründe für den Absturz schreibt Mac-OS X in eine Log-Datei, die sich unter /Library/Logs/PanicReporter findet. Unter dem Eintrag "BSD process name coreesponding to current thread" steht der am Absturz schuldige Prozess. Auslöser für eine Kernel Panic können etwa unerlaubte Zugriffe auf geschützte Speicherbereiche sein, für die meist der Betriebssystemkernel selbst verantwortlich ist. Aber auch defekte Hardware kann Abstürze des Systems verursachen. Tritt die Kernel-Panik gehäuft auf, ist die Zeit für Ursachenforschung gekommen.

Ein sicherer Systemstart kann ebenso helfen, wie das Kontrollieren der Startobjekte oder die Überprüfung von Schlüsselbund und Systemdateien. Sind mehrere Benutzer angelegt, schadet es nicht, den Fehler unter einem anderen Benutzer zu reproduzieren. Traten die Probleme nach der Installation einer neuen Software auf und ist diese im Panic Reporter als Verdächtige auszumachen, sollte sie schnellstmöglich wieder vom Rechner runter, inklusive aller Preferences und vor allem Kernel-Extensions. Stürzt der Rechner nur dann ab, wenn ein bestimmtes Peripheriegerät angestöpselt ist, könnte dessen Treiber veraltet sein und das System in den Konflikt gebracht haben. Färbt sich der Bildschirm aber nach jedem Start grau, sollte man zuerst nach einem defekten Speicherbaustein schauen - einfach einen nach dem anderen ausbauen und den Rechner stets neu starten.

Keine Panik also bei Kernel-Panik und immer an die Systempflege denken!

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