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Das ABC des Macintosh: Q wie Quicktime X

18.08.2008 | 10:25 Uhr |

Versionssprung angekündigt: Quicktime X könnte so manchem Software-Entwickler schlaflose Nächte bereiten, denn das Ende der Video-Converter scheint nah.

In etwa einem Jahr will Apple mit Mac-OS X 10.6 Snow Leopard die nächste Fassung des Mac-Betriebssystems auf den Markt bringen. Anders als bei den Vorgängerversionen wird Apple mit Snow Leopard weniger auf neue Features Wert legen, stattdessen wollen die Entwickler unter der Haube zahlreiche Verbesserungen verwirklichen. Für Renovierungsarbeiten ist es höchste Zeit, als Apple den Umstieg auf Intel-Prozessoren wagte, hatte der CPU-Hersteller gerade erst seine Philosophie geändert und auf mehr Prozessorkerne statt auf höhere Taktraten gesetzt. Um alle Vorteile eines Mehrkernsystems auszunutzen, muss Apple tief in den Code von Mac-OS X eingreifen, verständlich, dass die Entwickler sich lieber darauf konzentrieren wollen als auf die Erfindung und Umsetzung neuer Funktionen.

Im Juni 2008 hatte Apple das neue System erstmals seinen Entwicklern gezeigt, nicht jedoch, ohne sie auf Geheimhaltung zu verpflichten. Was Snow Leopard wirklich kann, muss daher ungewiss bleiben, ob nun ZFS das Standarddateisystem wird, Quicklook in Finder-Icons funktioniert oder das Terminal transparente Fenster bietet, ist aber auch zweitrangig.

Einige wesentliche Neurungen nennt Apple auf seiner Website . Dort ist von OpenCL die Rede, eine Technik, welche die oft sehr leistungsstarken Grafikprozessoren mit der CPU koppelt, von Microsoft Exchange, von 64 Bit, von Grand Central, der Anpassung des Systems an Multicore-Prozessoren und von Quicktime X .

Mit dem kommenden Betriebssystemupdate soll die Multimediasoftware einen großen Versionssprung machen. Bisher nummerierte Apple einfach durch, von Quicktime 1 im Jahr 1990, über Quicktime 5 für Mac-OS X im Jahr 2000 bis hin zur aktuellen Version Quicktime 7.5. Ein wenig nebulös liest sich Apples Ankündigung von Quicktime X (gesprochen: Quicktime Ten). Effizientere Medienwiedergabe und die Unterstützung moderner Codecs verspricht Apple da und betont, dass die neue Medientechnologie bereits im iPhone Verwendung fände.

Vor allem die Ankündigung Apples, Quicktime X werde zahlreiche Videocodecs unterstützen, dürfte Herstellern von Video-Converter-Software schlaflose Nächte bereiten. Bisher lebten Firmen wie Xilisoft oder Aimersoft recht gut davon, Mac-Anwendern Programme zu verkaufen, die bewegte Bilder von dem einen seltenen Format in das andere umrechnen. Was Apple den Drittherstellern noch überlässt, sollte weniger ein technisches denn ein vertriebliches Problem sein. Quicktime Pro ist heute schon in der Lage, Mediendateien in zahlreiche Formate umzurechnen, noch will Apple aber 30 US-Dollar für die Freischaltung der zusätzlichen Funktionen. Die Ankündigung von Quicktime X könnte nichts weiter bedeuten, als dass Apple ab Mac-OS X 10.6 Snow Leopard Quicktime Pro für alle Mac-Anwender freigibt.

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