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Das ABC des Macintosh: S wie Spaces

08.09.2008 | 14:08 Uhr |

Zeit und Raum hat Apple mit dem letzten großen Betriebssystemupdate auf Mac-OS X 10.5 Leopard verändert. Zumindest will uns das das Apple-Marketing glauben machen mit starken Begriffen wie Time Machine oder Spaces.

Die typische Karriere eines Mac-Anwenders: Angefangen hat es mit einem iMac im Jahr 1998: Knuffiges Design, raffiniertes All-in-one-Konzept und für einen Desktop-PC Ende der Neunziger auch mit einem flotten Prozessor ausgestattet. Nur der 15-Zoll-Monito war trotz seiner unbestrittenen Qualitäten ein wenig zu klein geraten. Im Jahr 2002 dann der Umstieg auf die "Schreibtischlampe", den iMac G4 mit Flachbildschirm. Das erste Modell hatte zwar auch nur einen 15-Zoll-Monitor, aber die native Auflösung von 1024 mal 768 Pixeln wirkte auf dem LCD-Monitor einfach größer. Drei Jahre später musste es dann ein iMac G5 mit 17-Zoll-Monitor sein, endlich mehr Platz auf dem Bildschirm! Anfang 2008 kommt dann ein iMac Core 2 Duo ins Haus, für den Heimanwender reicht ein 20-Zoll-Monitor in der Regel aus. Platz ohne Ende! Naja, fast. Mit dem Umstieg auf Intel-Chips hat Apple seinem langjährigen Kassenschlager die Möglichkeit spendiert, auf einem zweiten Monitor nicht nur die Inhalte des iMac-Monitors zu spiegeln, sondern den Schreibtisch zu erweitern. Ein 24-Zöller wäre bestimmt eleganter mit seinen 1920 x 1200 Pixeln, aber ein zweiter Monitor zum 20-Zoll-iMac mit seinen 1680 x 1050 Pixeln bietet doch insgesamt mehr Platz, zum etwa gleichen Preis.

Mit klugem Einsatz einer der neuen Funktionen in Mac-OS X 10.5 Leoaprd kann man sich den Zweitmonitor jedoch sparen. Spaces nennt Apple die Technologie, die man etwa von der Shareware Virtual Desktop kannte. Bis zu 16 virtuelle Schreibtische verwaltet die Software, auf dem einen legt man etwa Programme und Dokumente für die Steuererklärung ab, ein weiterer ist für Safari und Mail gedacht, der nächste für iTunes und der vierte für iPhoto und iMovie. Wer mehrere Programme gleichzeitig offen hielt konnte zwar auch schon vor Spaces mit einer Tastenkombination zwischen den einzelnen Applikationen wechseln, doch insbesondere die Möglichkeit, Gruppen von Finderfenstern auf mehrere Desktops zu verteilen, sorgt für mehr Platz auf dem Monitor.

Disziplin bei der Organisation der Dokumente und Programme auf dem Mac ersetzt auch Spaces nicht, ebenso wenig wie Stapel, die zweite signifikante Neuerung auf dem Leopard-Desktop. Wer seinen Download-Ordner oder andere Stapel im Dock niemals aufräumt, sieht bald vor Fächer oder Gitter keine einzelnen Dateien mehr. Staples sollte den ersten Spekulationen zufolge schon in Mac-OS X 10.3 Panther Einzug halten, damals sprachen die Gerüchteköche gar davon, dass es das Mac-OS X erlaube, auf dem Desktop Ordner und Dateien zu Stapeln zu schichten. Warum Apple sich nun auf das Dock beschränkt, hat der Mac-Hersteller nicht hinreichend erklärt. Sieht man sich aber die realen Schreibtische vieler Kollegen an, auf denen man vor lauter Papierstapeln keine einzelne Dokumente mehr findet, bekommt man davon eine Ahnung: Damit Mac-OS X weiterhin ein aufgeräumtes Betriebssystem bleibt, darf man den Messies unter den Nutzern nicht zu viele Ablagemöglichkeiten einräumen. Für die Ordnung auf dem Monitor und in den Spaces der virtuellen Desktops ist jeder selbst verantwortlich.

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