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Das ABC des Macintosh - Y wie -y

20.10.2008 | 12:55 Uhr |

Nein, das nächste Betriebssystem für den Mac wird nicht Mac-OS Y heißen. Wir haben also unsere liebe Müh’ und Not mit dem 25. Buchstaben unseres Alphabets, der an Heimtücke kaum zu überbieten ist.

Ypsilanti, Yves St. Laurent, Yahoo - hat alles nur wenig bis gar nichts mit dem Mac zu tun. In der Yellow Press ist Apples CEO Steve Jobs ebenso selten zu finden, hinter die Kulissen lässt er allenfalls seriöse Blätter wie Fortune oder Forbes blicken. Yttrium und Ytterbium sind seltene Metalle, die aber im Gegensatz zu einem ebenso seltenen Element wie Iridium keinerlei Verwendung in der Computerproduktion finden. Und Iridium schreibt sich nun einmal nicht mit Y…

Dennoch kommen Mac-Anwender ab und an mit dem seltenen Buchstaben in Berührung, meist dann, wenn ihr Rechner streikt. War in Zeiten des klassischen Mac-OS noch das Neuanlegen der Schreibtischdatei oder das Zurücksetzen des Parameter-RAM ein Allheilmittel bei diffusen Problemen, raten selbst ernannte oder auch echte Experten bei unklaren Problembeschreibungen am Telefon heute erst einmal zum Überprüfen der Dateirechte. Die selbst ernannten Experten meinen, mit der Nutzung des Festplattendienstprogramms ein Patentrezept ausgestellt zu haben, den echten Fachleuten verschafft das Überprüfen der Rechte erst einmal ein wenig Zeit, um sich eine Strategie zu überlegen, mit welchen vernünftigen Fragen man zum Kern des Problems vordringen könne. Denn meist bringt das Rechteüberprüfen nichts. Sollte das Festplattendienstprogramm ausnahmsweise mal einen Konflikt gefunden haben, verweigert es meist die Reparatur: Ein Neustart von DVD oder einem anderen Volume ist vonnöten, um die Rechte gerade rücken zu lassen.

Dann kann man auch gleich in den Single-User-Modus starten, indem man beim Reboot die Tasten-Kombi Befehl-S gedrückt hält. Der Mac antwortet mit einer spartanischen Oberfläche, die weiß auf schwarz im Betriebssystemkern Darwin begrüßt. Hier führen an sich nur profunde Unix-Kenntnisse weiter, ein File System Check (fsck) schadet aber dennoch nicht - manchmal hilf er gar. Um dieses Programm zu starten, muss man lediglich "fsck -y" eintippen (im Falle neuere Macs mit Journaling Filesystem fsck -fy), die Eingabetaste drücken und sich zurücklehnen. Vor dem Zurücklehnen kommt meist das Staunen, steht auf dem Bildschirm doch "fsck /z" und nicht "fsck -f" zu lesen. Des Rätsels Lösung: Darwin kennt natürlich nur die US-Tastaturbelegung. Um den Vorgang zu starten, lautet die Anweisung also korrekt: "Tippen Sie auf Ihrer deutschen Tastatur ‚fsck ßz’ respektive 'fsck ßfz'. Dann klappt’s auch mit dem File-System-Check." Seltenes und heimtückisches Y!

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