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Das Jahr des Holzschweins

03.01.2007 | 14:02 Uhr |

Wohl kein Hardwarehersteller macht so viele Geheimnisse um seine Produkte wie Apple. Dennoch lässt sich anhand der allgemeinen Industrieentwicklung ein Fahrplan für das neue Jahr vorzeichnen. Dieser basiert auf Prognosen des technisch Möglichen, nicht auf Insider-Wissen der Firma Apple.

2007 ist das Jahr des Holzschweins – zumindest nach dem chinesischen Tierkreiskalender. Während das Schwein Ehrlichkeit und Toleranz verkörpert, steht das Element Holz für Kreativität und Logik, aber auch für mangelndes Durchsetzungsvermögen. Insbesondere Letzteres gedenkt Apple mit allen Mitteln zu ändern.

Mit dem rasanten Umstieg auf Intel-Prozessoren legte Cupertino 2006 den Grundstein für immer schnellere Innovationszyklen – und brachte fast 20 neue Mac-Modelle in nur einem Jahr heraus. Mit voller Windows-Unterstützung und aggressiven Preisen entzog man zumindest den beinharten Zweiflern die wichtigsten Argumente, mit neuen Apple-Stores in den USA und Großbritannien und einer breit angelegten „Switcher“-Kampagne versuchten die Jobs-Mannen, gegenüber dem mächtigen PC-Lager Boden gut zu machen. Und das mit Erfolg: Gegenüber dem Rest des Marktes legte Apple bei den Stückzahlen doppelt so schnell zu, über die Stores erreichte man nach Firmenangaben über 50 Prozent Neukunden.

Das Jahr der Betriebssysteme

Stand 2006 ganz unter dem Stern des Intel-Umstiegs, so ist diese Entwicklung nun höchst erfolgreich abgeschlossen. Weder verzeichnete Apple eine größere Kaufzurückhaltung, noch liefen die Anwender Sturm. Weitgehend schmerzfrei verlief der Umstieg für den Einzelnen, dank schneller Prozessoren und solider Rosetta-Unterstützung ließ sich sogar verschmerzen, dass einige wichtige Softwarehersteller noch immer nicht auf den Intel-Zug aufgesprungen sind.

Das wird sich sicher in diesem Jahr ändern. Die beiden Nachzügler Adobe und Microsoft werden 2007 ihre Programme für Intel umgeschrieben haben, womit das Thema dann endgültig vom Tisch sein dürfte. Das ist auch gut so, kommt doch 2007 die nächste Umstellung nicht nur auf Mac-Anwender zu. Die Einführung von Mac-OS X 10.5, Code-Name Leopard, dürfte sich wie ein laues Lüftchen ausnehmen verglichen mit dem Sturm, den Microsoft mit Windows Vista veranstalten wird. Während die einschlägigen Zeitschriften und Internet-Seiten wohl nur so überquellen werden von Anwenderberichten, Umstiegshilfen und Kompatibilitäts-ratgebern, dürfen sich Mac-Anwender im neuen Jahr entspannt zurücklehnen. Mac-OS X 10.5 verspricht zwar eine Fülle an neuen Funktionen, dürfte aber kaum durch inkompatible Hard- und Software auffallen.

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