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"Das Monster von Mountain View" – Google in der Kritik der Medien

03.07.2006 | 15:53 Uhr |

Während sich kaum noch jemand über die Monopolstellung von Microsoft aufregt, steht der Konkurrent Google immer häufiger im Kreuzfeuer der Kritik.

Noch vor einem Jahr war Google Liebling der Medien und wurde in Artikeln fast nur positiv dargestellt. Liest man aktuell in der FAZ, Spiegel oder anderen Medien Artikel über die Suchmaschine, hat sich dieses Image stark verschlechtert. Die renommierte Wochenzeitschrift „Die Zeit“ widmet sich etwa in einem eigenen Blog der Suchmaschinenkritik . Wenig schmeichelhaft auch der Name, den jetzt Wired Google gab: „Monster of Mountain View“. Wirft man einen Blick in das Forum der Kollegen von Heise, liest man ebenfalls immer häufiger kritische Kommentare zum Thema Google.

Was ist eigentlich passiert, dass bei Journalisten und vielen Bloggern das Bild des einstigen Internet-Lieblings so umgeschlagen ist? Der Unterschied zwischen der anfangs sehr positiven und jetzt sehr kritischen Berichterstattung ist doch recht auffällig. Viel vom Nimbus des „Guten“ büßte Google unlängst durch Vereinbarungen mit der chinesischen Regierung ein. Auch andere Suchunternehmen hatten dies bereits getan, schlecht fürs Image war dies aber nur für Google.

Dagegen hat sich das öffentliche Ansehen des Konkurrenten Microsoft eher verbessert. Nicht zuletzt sind wohl auch die karitativen Aktionen von Microsoft-Gründer Bill Gates gut für den Ruf des Unternehmens. Obwohl sich Gates aus der Firma zurückgezogen hat, ist er schließlich immer noch wichtigster Repräsentant von Microsoft. Nach vielen Jahren gemeinnütziger Arbeit scheinen auch hartnäckige Microsoft-Kritiker Bill Gates seine philanthropische Absicht zu glauben. Auf der anderen Seite hat Microsoft auch einfach seit vielen Jahren kaum Konkurrenten mehr. Im Bereich der Büroprogramme ist die Monopol-Stellung der Office-Suite offenbar schon zu lange eine Selbstverständlichkeit. "Microsoft hat eine bedrohliche Monopolstellung" hat jeder schon so oft gehört, dass ein Artikel mit diesem Thema kaum noch Aufmerksamkeit erregen würde.

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