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Das Trash-Phänomen: Simpel-Spiele

11.09.2000 | 00:00 Uhr |

"Autobahn Raser", "Moorhuhn 2" oder "Big Brother - The Game", diese extrem einfachen, mit minimalem Budget produzierten Computerspiele sind zur Zeit äußerst populär. In ihrer aktuellen Ausgabe setzt sich die Macwelt-Schwesterzeitschrift "Gamestar" mit den Gründen für den Erfolg der trashigen Simpel-Spielchen auseinander. Fazit: Besonders der günstige Preis, die griffigen Namen und die leicht verständlichen Spielprinzipien machen diese Spiele bei den Fans so beliebt.

Laut "Gamestar" trägt der günstige Preis maßgeblich zum Erfolg der Spiele einfacher Prägung bei. Für "Autobahn Raser" oder die "Rache der Sumpfhühner" müssen Spielefans nicht mehr als 30 Mark auf den Tisch legen, im Gegensatz zu den wesentlich teureren ernsthaften Spielen. Die Hersteller können diese Kampfpreise aufgrund geringer Herstellungskosten und extrem kurzer Entwicklungszeiten anbieten.

Darüber hinaus fühlen sich die Fans bei den simplen Spielen davon angezogen, dass der Name im Gegensatz zu Vollpreis-Titeln immer auch das bietet, was er verspricht. Wer beispielsweise "Autobahn Raser" erwirbt, weiß aufgrund des Namens schon sehr genau, was ihn erwartet. Gerade für die Zielgruppe der Gelegenheitsspieler hat sich ein griffiger Titel als weitaus wichtiger erwiesen als ein prominentes Entwicklungsteam.

Vom primitiven Spielprinzip und der mageren Präsentation bei Moorhuhn und Co. lassen sich Gelegenheitsspieler nicht stören. Dicke Handbücher und komplizierte Regelwerke wirken auf diese Gruppe eher abschreckend. Sie sehen es zudem als Vorteil an, dass ihr Rechner für die einfachen Spiele nicht unbedingt auf dem aktuellsten Stand sein muss.

Trotz des deutlichen Trends zu Trash-Spielen müssen sich ernsthafte Spieler keine Sorgen machen, dass in Kürze nur noch billige Remakes erhältlich sind. Denn nicht selten finanzieren Entwickler ihre großen Projekte mit dem Programmieren von Billigspielen.

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