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Das Web verliert sich im deutschen Tarifdschungel

17.10.2000 | 00:00 Uhr |

Hohe Zugangskosten und unübersichtliche
Tarifmodelle für die Internetnutzung sind nach einer aktuellen Studie
Haupthindernisse für eine stärkere Nutzung des weltweiten Netzes in
Deutschland.

Etwa die Hälfte der derzeit über 15 Millionen deutschen
Internet-Nutzer hält die Kosten zu hoch, geht aus einer am Montag in
Berlin vorgelegten Umfrage des Karlsruher Internet-Portals WEB.DE und
des Marktforschungsinstituts TNS EMNID hervor.

Fast zwei Drittel der insgesamt 3 023 Befragten, die noch online
gehen wollen, hätten schlechte bis sehr schlechte Kenntnisse der
verschiedenen Internet-Tarifmodelle. Bei günstigeren Tarifen würden
mehr Haushalte online gehen und auch länger im Internet surfen, heißt
es weiter.

Derzeit nutzten 15,2 Millionen Menschen in Deutschland über 14
Jahre privat das Internet. Fast zwei Drittel seien Männer. Die größte
Gruppe der Privatnutzer seien die 30- bis 39-Jährigen. Die
Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen sei prozentual fast ebenso stark
vertreten wie die Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren. Insgesamt
planten mehr als zehn Prozent der Bevölkerung, sich in den nächsten
sechs Monaten einen Internetzugang anzuschaffen. Dies sei -
verglichen mit bestehenden Online-Haushalten - nochmals ein Zuwachs
von fast 50 Prozent.

Für den Zugang ins Internet nutzten etwa 20 Prozent der befragten
privaten Internet-Nutzer das so genannte Call-by-Call-Verfahren, bei
dem - ähnlich wie beim Telefonieren - der jeweils günstigste Anbieter
gewählt werden kann. Nicht durchgesetzt hat sich der Umfrage zufolge
bislang die «Flatrate», bei der für einen pauschalen Monatstarif ohne
zeitliche Begrenzung das Datennetz genutzt werden kann. Fast 60
Prozent bevorzugten für das Surfen im Netz nutzungsabhängige Gebühren
und eine Abrechnung nach Zeit gegenüber einem festen Pauschalpreis.
Vielsurfer priesen die Flatrate allerdings als preisgünstigere
Variante.

Für die Auswahl eines Online-Dienstes oder Internet-Providers
gelten den Angaben zufolge Geschwindkeit (84,7 Prozent),
Verfügbarkeit des Dienstes (84,6) und der Preis (78,9) als mit
Abstand wichtigste Kriterien. Fast ein Viertel der befragten privaten
Internet-Nutzer plane einen Wechsel des Online-Dienstes oder des
Internet-Providers.
dpa

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