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'Das Wintel-Kartell gibt es nicht mehr'

17.06.2005 | 12:40 Uhr |

Welche Konsequenzen für Anwender und Hersteller Apples Umstieg auf die Intel-Plattform haben wird, diskutierte Macwelt auf MacExpo mit Fachleuten. Ausschnitte der Diskussion gibt es auch als Podcast.

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Zur Podisumsdiskussion geladen hatte Macwelt-Chefredakteur Sebastian Hirsch die Journalisten Volker Reibartsch, Christoph Dernbach (dpa) und Ralph Benz (ZDF/3Sat) und sie um ihre Einschätzung dfer Situation gebeten.

"Apple war gezwungen, den Prozessorhersteller zu wechseln", erklärte Volker Riebartsch. IBM habe es nicht geschafft, einen 3-GHZ-Prozessor zu liefern, auch ein Powerbook G5 werde es nie geben, weswegen Apple keine andere Wahl blieb. Dass Anwender dadurch verunsichtert seien, verneinte Ralph Benz. In einer seiner "Neues"-Sendungen habe er seinem breit gefächertem Publikum einmal erklärt, ein Betriebssystem könne man als "Benzin" des Motors sehen, welches das unter der Haube arbeitende Herz des Rechners antreibe. Auch mit Intel werde ein Mac "aussehen wie ein Mac und laufen wie ein Mac."

Der Wechsel auf Intel habe für Apple nicht nur technische Gründe, sondern auch wirtschaftliche, meint Christoph Dernbach. Zwar gehe der Scherz um, Steve Jobs müsse nun nicht mehr ins Flugzeug steigen, um sich beim Prozessorhersteller zu beschweren, sondern könne das nun vor Ort im Silicon Valley erledigen, realistisch gesehen sei IBM für Apple jedoch auf die Dauer zu teuer geworden. Trotz der hohen Preise für die Chips habe IBM aufgrund der notwendigen Investitionen nicht sonderlich viel mit dem PowerPC verdient.

Deshalb müsse man auch keine Befürchtungen haben, dass Apple für künftige Rechner auf Chips warten müsse, ganz im Gegenteil. Während IBM auf umsatzträchtigere Geschäftszweige setze wie dei Entwicklung von Power-Chips für Server oder die Cell für Spielkoolen, konzentriere sich Intel auf Prozesdsoren für Desktops und Notebooks. "Apple steht jetzt in der Warteschlange, Intel wird schneller liefern", meint Dernbach.

"Das Wintel-Kartell gibt es nicht mehr", zerstreut Dernbach Befürchtungen, Intel werde seine Chips speziell für Microsoft entwickeln. "Intel wird auch weiterhin Windows-fremde Techniken unterstützen, Intel wendet sich sogar gegen Microsoft, darauf gibt es Hinweise."

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