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Das durchwachsene Jahr des iPad

28.12.2015 | 08:09 Uhr |

Apple will das iPad wieder neu durchstarten lassen. Dabei hilft ein neuer Formfaktor, der eine neue Zielgruppe anspricht. Und ein Griffel.

Apple ist nach wie vor die in Börsenwert gerechnet reichste Firma der Welt, mit den größten Barreserven. Die Geschäfte laufen gut, in den meisten Bereichen wächst Apple sogar, obwohl der Gesamtmarkt schrumpft - etwa bei den „klassischen“ PCs. Doch was Apple beim Top-Umsatzbringer iPhone noch bevorsteht, kennt das Unternehmen seit bald zwei Jahren mit dem iPad: Die Verkaufszahlen gehen zurück. Um dem iPad wieder zu mehr Wachstum zu verhelfen, hat Apple den Ausbruch aus dem bisherigen Schema gewagt und mit dem iPad Pro ein XL-Modell vorgestellt, das vor allem im Business punkten soll. Der Beweis steht noch aus, ob die Strategie aufgeht. Vor allem könnte Apple ein Problem mit sich selbst bekommen, denn die Grenzen zwischen iPad (Pro) und Macbook (Air) verwischen immer mehr.

Schon einmal hatte Apple den Ausbruch aus dem etablierten Formfaktor gewagt und mit dem iPad Mini im Herbst 2012 ein Modell in einem Formfaktor gebracht, dem der 2011 verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs noch bescheinigte, eine „Totgeburt“ zu sein. Apple nennt keine Details, wie sich die iPad-Verkäufe aufteilen, das iPad Mini dürfte aber allein aufgrund seines geringeren Preises großen Anklang bei der Kundschaft finden. Zuletzt hatte Apple das iPad Mini nur verzögert weiterentwickelt, erst die im Herbst 2015 vorgestellte vierte Generation ist wieder auf dem gleichen technischen Stand wie das größere iPad Air 2. Angeblich soll schon im Frühjahr 2016 ein neues iPad Air 3 wieder eine Lücke aufreißen, die es eigentlich nicht geben sollte…

Mit dem iPad Pro, das am 9. September seine Premiere feierte, rundet Apple das Angebot am anderen Ende ab. Der beeindruckende 12,9-Zoll-Bildschirm findet bestimmt nicht nur bei jenen Anklang, die Filme in hoher Qualität auf einem immer noch sehr mobilen Gerät genießen wollen. Über eine neue Schnittstelle lassen sich Tastaturen anbinden, schon jetzt sind Dritthersteller wie Logitech flexibler als Apple selbst, das bisher nur eine englische Tastenbelegung zustande gebracht hat.

Der Clou ist aber der Stift Apple Pencil, der nur auf den ersten Blick einen Paradigmenwechsel bedeutet. Steve Jobs’ Worte „Who wants a Stylus?“ kanzelten damals Stiftlösungen für die Mini-Bildschirme von Smartphones ab. Auf dem 12,9-Zoll-Schirm ergibt der Styles aber sehr wohl Sinn. Apple hat dabei aber nicht nur die Kreativen im Blick, die mit dem Apple Pencil malen, zeichnen, schraffieren und skizzieren können, sondern auch Büroarbeiter, die etwa Texte, Tabellen und Präsentationen mit Anmerkungen versehen wollen. Das geht mit einem Stift weit bequemer - jetzt eben auch direkt auf dem Bildschirm. Auch aus der Bilanz des Weihnachtsquartals 2015 wird man nicht genau lesen können, wie viele iPad Pro Apple verkauft haben wird. Doch wenn der durchschnittlich pro iPad erzielte Umsatz deutlich ansteigen sollte, hat das iPad Pro seine Spuren hinterlassen.

Was wir in diesem Jahr über das iPad Pro, den Apple Pencil und das iPad Mini 4 geschrieben haben:


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