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Das iPhone: Wohin geht Apple?

11.01.2007 | 10:45 Uhr |

iPhone: Top oder Flop? Und warum hat Steve Jobs auf der Macworld Expo keine Neuigkeiten zum Mac vorgestellt? Die Redaktion der Macwelt kommentiert die Geschehnisse.

Kommentar von Peter Müller

Das Warten auf das iPhone geht weiter. Kaum, dass Steve Jobs nach zweieinhalbjähriger Entwicklungszeit, die von manchmal der Wahrheit recht nahe kommenden Gerüchten geprägt war, das iPhone enthüllte, müssen sich Freund der Technik erneut gedulden. Erst im Juni klingelt das iPhone in den USA, irgendwann vor Weihnachten 2007 auch in Europa. Ob das Telefon mit Apfel-Logo wirklich in eine Reihe mit den Technik-Revolutionen von Macintosh und iPod zu stellen ist, wird sich erweisen. Nicht lange ist es her, dass verärgerte Anwender über verkratze Displays des iPod Nano klagten, der Akku, von dem noch keiner weiß, ob und wie er auszutauschen ist, hält in punkto Laufzeit und Haltbarkeit weitere mögliche Fallstricke bereit. Kann Apple die Probleme klein halten, wird sich das iPhone freilich als Wegweiser für den Mobilmarkt erweisen. Das vorgestern vorgestellte iPhone könnte erst der Anfang sein. Was wäre das für ein iPod, der nicht telefonieren, fotografieren und sich ins Internet einwählen kann, respektive muss, dem iPhone ansonsten gleicht? Dann aber bitteschön mit 100-GB-Platte und austauschbarem Akku! Oder ein hypothetisches iPhone Nano, das keine Videos und nur wenig Musik bereithalten muss und nur als Kommunikationsmittel und mobiles Internetgerät dient? Zwar ist der Speicher nicht das teuerste Element des iPhone, wenn aber dessen Markteinführung funktionieren sollte, was hinderte Apple an einem Telefon für die breite Masse, wie es im Fall von iPod Mini, Nano und Shuffle bestens funktioniert hat? Das iPhone zeigt auf jeden Fall in die Zukunft des iPod. Wir hoffen jedoch, Apple setzte mit dem Verzicht auf „Computer“ in seinem Namen nur das dezente Zeichen, mehr als ein wenn auch besonderer Computerhersteller zu sein. Nicht, dass der Mac-Hersteller bald keine Macs mehr bauen will.

Kommentar von Christian Möller

Es ist immer wieder erstaunlich! Da steht Steve auf der Bühne und zeigt genau die Dinge die man sich schon immer gewünscht hat. Und ich denke jedes Mal wieder „warum ist niemand früher darauf gekommen“? Auch diesmal: warum gibt es von Nokia, Sony Ercisson oder Motorola nicht mal annähernd etwas Ahnliches wie das iPhone? Nun, die Gründe mögen vielfältig sein, doch eines ist klar: um ein Produkt wie das iPhone vom Gedanken bis zur Marktreife zu entwickeln, man braucht Visionen und jede Menge Überzeugungskraft. In beidem ist Steve Jobs Großmeister. Der Erfolg des iPod hat dem Mac nicht geschadet. Ganz im Gegenteil, der Marktanteil steigt. Was niemand je vermutet hatte, könnte sich tatsächlich noch als Wahrheit erweisen, dass der Mac aus seiner Nische herauskommt und zu einem echten Mainstream-Produkt wird. Das iPhone könnte seinen Teil dazu beitragen. Nur zu, ich habe nichts dagegen!

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