Von Patrick Woods - 24.07.2008, 14:08

Das iPhone als Musikinstrument

Im App Store tummeln sich gleich mehrere Programme, die aus dem iPhone ein echtes elektronisches Musikinstrument machen wollen. Recording mit dem Apple-Handy? Wir haben es ausprobiert.
Es drängt sich förmlich auf, das iPhone und den iPod Touch auch musikalisch zu nutzen: Beide haben als echte Musik-Player die nötigen Hardware-Gene und sind mit der Bedienung durch Tippen und Ziehen als Aushilfsinstrument nahezu prädestiniert. Anschlüsse für echte Eingabegeräte sind allerdings Fehlanzeige. Spielzeug oder Produktionsassistent?

Band in a Phone

Die Software Band ist eines der prominentesten Programme im App Store. Der Entwickler Mark Terry durfte seine Software bereits vor den Augen der Weltöffentlichkeit bei der Keynote zur WWDC 2008 vorstellen. Band ist wohl so etwas wie Garage Band für die Westentasche. Mit Hilfe von musikalischen Assistenten soll jeder ohne viele Umwege kleine Songs komponieren können oder Entwürfe von Liedern und Melodien unterwegs festhalten können.
Zudem kennen viele noch die Vorgänger des Programmes, die kostenlos für alle Jailbreak-iPhones und iPods erhältlich waren. Da gab es Guitarist, Drummer und Pianist. Nun gibt es Band, ein Komplettpaket für digitale Hobbymusiker. Eignet sich das iPhone tatsächlich als Instrument?
Band vereint mehrere Elemente in sich: So gibt es einen Schlagzeugassistenten namens Funky Drummer, ein elektronisches Klavier "Grand Piano", einen Bluesgenerator mit E-Gitarre, einen E-Bass, simuliertes Publikum und Schlagzeugsamples zum Tappen. Das Ganze wird mit der integrierten Aufnahmefunktion garniert. Die verwendeten Samples sind fest vorgeben. So ist es nicht möglich, beispielsweise eigene Klänge für das Schlagzeug zu wählen.
Wir stürzen uns in den Test. Der erste Soundcheck ist witzig. Mit dem iPhone oder iPod herumzuklimpern, bekannte Basslinien nachzuahmen oder sich bejubeln zu lassen: ja, das hat etwas. Aber wir wollen nicht nur herumspielen, wir wollen Resultate. Es gilt einen Song aufzunehmen. Wo fängt man an - natürlich mit dem Rhythmus. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder nutzt man Funky Drummer, den vorgegebenen Bluesrhythmus oder tappt das Schlagzeug gleich voll manuell.
Hier zeigt sich jedoch schon die erste Schwierigkeit: Timing. Beim Funky Drummer hält man eine der Schlagflächen und schon ertönt ein Rhythmus, der durchgängig gespielt wird. Einige Rhythmen sind eher konstant, andere eignen sich eher als Fill-in für Zwischensequenzen. Leider fällt es nicht leicht, die verschiedenen Pattern miteinander zu kombinieren. Denn sobald man loslässt, verstummt der Sound und es ist nicht leicht, gleichzeitig den anderen Rhythmus zu starten.
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