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Das kann Time Machine

01.01.2007 | 00:00 Uhr |

Apple stattet Leopard mit einer kompletten, integrierten Backup-Lösung aus. In Mac-OS X nennt sich das „Time Machine“ oder Zeitmaschine. Sie registriert alle Änderungen auf der Festplatte und speichert sie auf einem externen Medium oder auf einem Server.

Zu dieser ständig aktuellen Sicherheitskopie liefert Apple noch eine außergewöhnliche Steuerung dazu: Time Machine liegt auf einer eigenen Ebene, die alles andere verdeckt – vergleichbar mit Dashboard aus Mac-OS X 10.4 Die Bedienung ist Apple-typisch: Time Machine legt, ohne dass der Anwender dies merkt, in vordefinierten Abständen Sicherungskopien aller geänderten Dateien an. Vermisst man nun eine Datei, von der man weiß, dass man sie einmal besessen hat, schlägt die Stunde von Time Machine. Man ruft die Funktion über ein Symbol im Dock auf, woraufhin sich die neue Ebene über das Schreibtischfenster legt. Rechts sieht man die Zeitachse mit Tagen, Wochen und Monaten; unten einige Statusinformationen und den Knopf „Wiederherstellen“.

Das Wichtigste steht in der Mitte. Zum Beispiel das Finderfenster, in dem man nach der fehlenden Datei oder dem fehlenden Ordner sucht. Doch dort kann auch das Fenster einer Software stehen. In der Eröffnungsrede zeigte Scott Forstall iPhoto und blätterte dort solange zurück, bis er zu dem Zeitpunkt kam, an dem ein kompletter Ordner mit Bildern noch existierte. So kann man tageweise zurückwandern, wochenweise oder über Monate und Jahre. Oder man lässt einfach nach der Datei suchen. Time Machine surrt durch die Zeit, bis es eine Änderung findet. Ein Klick auf „Wiederherstellen“ erledigt den Rest.

Ständige Verbindung zur Backup-Platte notwendig

Damit Time Machine funktioniert, sollte der Mac eine ständige Verbindung zur Backup-Festplatte oder zum Backup-Server haben. Wie groß der Platzbedarf für die Sicherung ist, lässt sich im Moment nicht sagen. Apple betonte in einem Interview mit unserer US-Schwester Macworld, dass Time Machine tatsächlich immer eine komplette Kopie der jeweiligen Datei sichert. Einmal pro Tag gehe Time Machine aber her und reduziere den Platzbedarf dieser Sicherungskopien.

Reicht der Platz auf dem Sicherungsmedium nicht mehr aus, hat man mehrere Möglichkeiten: Man kann einzelne Dateien herauspicken, die relativ unwichtig sind, aber viel Platz verbrauchen und diese löschen. Oder man lässt sich helfen und verschiebt alle Daten von einem Sicherungsmedium auf eines mit größerer Kapazität. Letzter Ausweg ist, den Zeithorizont zu verkürzen – statt ein Jahr oder mehr sichert Time Machine dann nur noch die Änderungen einiger Monate.

Klar ist außerdem auch, dass Time Machine nur dann eine ansprechende Ansicht innerhalb eines Programms bieten kann, wenn die jeweilige Software entsprechend angepasst ist. Nur mit einer neuen Version von iPhoto ist es möglich, dass Time Machine innerhalb des Programms in der Zeit rückwärts blättern kann.

So wird man auch nach Erscheinen von Leopard noch etwas warten müssen, bis alle Hersteller die Zeitmaschine unterstützen. Am wichtigsten ist aber sicher der Finder – und für den ist eine einfach zu bedienende, automatisierte Backup-Lösung ein Segen.

Vorteile:

+ Vollautomatisches Backup

+ Exzellente Visualisierung der historischen Daten

+ Arbeitet im Finder und in Programmen (nach deren Anpassung)

Nachteile:

– Benötigt komplette Festplatte

– Platzbedarf der Sicherung unklar

– Keine Hilfe bei der Deinstallation von Programmen oder Updates

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