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Das könnte die WWDC 2016 bringen

03.06.2016 | 09:02 Uhr |

Noch zehn Tage bleiben zu der Entwicklerkonferenz WWDC 2016. Wir haben ein Szenenbuch für Apple vorgeschrieben.

<irony> Noch zehn Tage bis zur Eröffnung der WWDC, in Cupertino dürfte fast die  gesamte Belegschaft mit der Vorbereitung der Entwicklerkonferenz  beschäftigt sein. Craig Federighi und sein Expeditionsteam sind von  ihrer Recherchereise durch Kalifornien zurück gekehrt und haben sich auf  einen Namen für das neue Mac-Betriebssystem geeinigt, jetzt geht es um  den Feinschliff der Präsentation: Wie stellen wir das neue OS X mit möglichst vielen Witzen und Seitenhieben vor? Bei der Benennung des  neuen Betriebssytems für iPhone und iPad machen es sich die Entwickler eher leicht: iOS 10 wird es heißen. Und vermutlich auch deshalb streicht  Apple auch das X (oder eben "ten" ausgesprochen) aus der Nomenklatur  und macht vielleicht mit MacOS 12 weiter. MacOS 12 Malibu, zum Beispiel.  Bald werden wir mehr wissen.

Indes schreibt die Regie an einem Drehbuch für die  gesamte Keynote und kann sich da gewiss von denen der letzten Jahre inspirieren lassen. Den Auftakt macht ein Imagevideo, vielleicht  künstlerisch ambitioniert wie das vor zwei Jahren oder selbstironisch  wie das im letzten Jahr. Dann der erste Auftritt von Tim Cook, mit  Zahlen und Daten zur WWDC im Speziellen und Apples jüngster Erfolge im  Allgemeinen. Anschließend bekommt Craig "Hairforce One" Federighi seinen ersten Slot für die Neuigkeiten zum Mac-Betriebssystem, der ein oder  andere Gast darf eine Speziallösung vorführen – dabei wird es vor allem um Siri gehen .

Bevor Federighi zurück auf die Bühne darf, um alles zu  iOS 10 zu erzählen, bekommt Tim Cook noch einen Einschub. Hier könnte etwas zur Apple Watch oder dem Apple TV kommen, verbunden mit ein paar  Neuerungen in derer Betriebssysteme. Falls Zeit ist, gibt es  zwischendrin neue Hardware, der Mac Mini könnte dringend ein Update  gebrauchen, ein völlig neuartiges Macbook Pro (dünner und mit  OLED-Tastatur) kommt kaum vor Herbst . Aber falls neue Macs auf dem Plan  stehen sollten, spielt Apple gewiss auch ein Video ein, in dem Jony Ive  vor weißem Hintergrund erzählt, wie "profound" das alles sei. Den  Auftritt auf der Bühne scheut der Designchef bekanntlich.

Gegen Ende der Show wird Tim Cook noch einmal alles  zusammenfassen und den anwesenden Entwicklern viel Spaß auf der WWDC  wünschen und sie ermutigen, die zahlreichen Apple-Mitarbeiter vor Ort in Gespräche zu verwickeln. Etliche dutzend bis wenige hundert davon werden am Ende der Keynote sich von ihren Plätzen im Auditorium erheben und in die Menge winken.

Nur, weil jedes Jahr der Rahmen der gleiche ist, bedeutet das nicht, dass man sich langweilen wird am übernächsten Montag  in San Francisco und weltweit vor den Bildschirmen. Die Details werden die Würze geben, die Dramaturgie folgt alten Prinzipien. Apple-Produkte werden besonders gern von Kreativen benutzt, das war schon immer tief in  der Apple-DNA hinterlegt. In den letzten Jahren hatte es sich Apple  aber vor allem mit professionellen Cuttern verscherzt, die nicht  verstanden, warum Apple Final Cut neu programmieren musste und erst einmal so etwas wie ein besseres iMovie entstand. Zuletzt jammerten Foto-Profis über die Einstellung von Aperture, seufzten aber nur kurz und wandten sich (wieder) Adobe Lightroom zu. Einzig Musiker sind mit  den Produktionstools Garageband und vor allem Logic Pro X nach wie vor zufrieden, verzweifeln dann aber an iTunes. </irony>

Wenn Kreative sich von ihrem Lieblingshersteller mal wieder schlecht behandelt fühlen, erinnern sie sich gerne an die Mail,  die Steve Jobs am 3. Juni 2002 von dem mit dem Oscar ausgezeichneten Cutter Walter Murch erhalten hatte . Dieser machte sich zu dem Zeitpunkt gerade an den Schnitt des Films "Unterwegs nach Cold Mountain", bei dem Anthony Minghella Regie geführt hatte. Man wollte es diesmal mit Final  Cut als Schnittsoftware versuchen, nach anfänglicher Begeisterung gebe Apple aber keine logistische Unterstützung mehr für das Projekt,  beschwerte sich Murch beim Chef persönlich. Dieser fackelte nicht lange und ließ das Final-Cut-Team antanzen, um ihnen den Befehl zu geben, Murch und seine Crew unter die Arme zu greifen. Das Resultat: Ein Oscar  für René Zellweger in der Kategorie "Best female supporting actor".  Walter Murch musste sich mit der Nominierung zufrieden geben, am dritten Teil des "Herrn der Ringe" kam auch er nicht vorbei. Aber Final Cut  spielt seither eine wesentliche Rolle im Filmgeschäft – zwei Oscars hat  es mit der Unterstützung der Apple-Software bereits gegeben (2010: "The  Social Network" , 2011: " Verblendung "). Wir sind sicher, dass heute irgendwo  in Cupertino ein Apple-Mitarbeiter mit Final Cut am Feinschnitt des  Eröffnungsvideos für die Keynote am 13. Juni werkelt.

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