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Intel schreibt Apple-Roadmap für 2008

02.04.2008 | 10:03 Uhr |

Apple schweigt generell über zukünftige Produkte, aber nachdem Intel neue CPUs und Chipsätze angekündigt hat, wird es Zeit, wieder eine Prognose zu wagen. Kommt das iTablet?

Intel Atom Die besonders kleinen und sparsamen CPU-Serien Silverthorne und Diamondville mit dem neuen Markennamen Atom erhalten ein eigenes Logo.
Vergrößern Intel Atom Die besonders kleinen und sparsamen CPU-Serien Silverthorne und Diamondville mit dem neuen Markennamen Atom erhalten ein eigenes Logo.
© Intel

Atomkraft ist wieder in aller Munde. Nein, gemeint ist nicht die Stromerzeugung aus Kernenergie, sondern Intels neuer Prozessor, den der Chip-Riese auf den Namen „Atom“ getauft hat. Atom soll unter anderem in einer neuen Klasse von Mini-Computern stecken, die zwischen Notebook und Handy angesiedelt ist. Intel nennt sie Mobile Internet Devices (MID). Die Atom-Chips sind auch für günstige kleine Notebooks vor allem zur Internet-Nutzung gedacht, für die Intel den Namen „Netbooks“ prägt.

Stromverbrauch von 0,6 Watt

Der mit Intels 45-nm-High-K-Prozess produzierte Atom-Prozessor benötigt eine Fläche von nur 25 Quadradmillimetern. Darauf breiten sich 45 Millionen Transistoren aus. Bei Taktfrequenzen bis zu 1,8 Gigahertz spezifiziert Intel bei den Atom-CPUs TDP-Werte von 0,6 bis 2,5 Watt. Zum Vergleich: Die Chips im Macbook oder Macbook Pro besitzen laut Intel TDP-Werte von 35 Watt.

Atomar Die im 45-Nanometer-Prozess gefertigte CPU begnügt sich mit einer Siliziumfläche von 25 Quadratmillimeter.
Vergrößern Atomar Die im 45-Nanometer-Prozess gefertigte CPU begnügt sich mit einer Siliziumfläche von 25 Quadratmillimeter.
© Intel

Intel stattet Atom anstatt mit der bei x86-Prozessoren üblichen Out-of-Order-Pipeline mit einer zwei Instruktionen pro Taktzyklus unterstützenden In-Order-Pipeline aus. Dadurch wird komplexe Logik zur Reorganisation der eingehenden Befehle gespart. Weniger Logik bedeutet weniger Transistoren und somit ein sparsameres CPU-Design.

Hyper-Threading im iPhone

Der Reihe nach Intels Atom-Chip arbeitet mit einer In-Order-Pipeline und unterstützt Hyper-Threading.
Vergrößern Der Reihe nach Intels Atom-Chip arbeitet mit einer In-Order-Pipeline und unterstützt Hyper-Threading.
© Intel

Dank Hyper-Threading kann die Mobile-CPU zwei Threads gleichzeitig bearbeiten. Laut Intel steigert Hyper-Threading bei der In-Order-Architektur die Leistung um 30 Prozent bei einem zusätzlichen Energiebedarf von 15 Prozent. Für flinke Multimedia-Performance soll auch Intels Digital Media Boost mit SSE3-Unterstützung sorgen. Atom ist laut Intel kompatibel mit der Core-2-Duo-Befehlssatzarchitektur und beherrscht somit auch 64-Bit-Unterstützung sowie die Virtualisierungstechnologie. Neben den Level-1-Caches von 32 Kilobyte für Befehle und 24 Kilobyte für Daten, greift der Prozessor auf einen 512 Kilobyte großen Level-2-Cache zurück. Mit dem für Atom vorgesehenen Chipsatz Poulsbo kommuniziert die CPU über einen Frontside-Bus mit 533 Megahertz.

Apples Tablet-Mac Mit dem Atom-Chip rückt ein mobiler Tablet-Mac mit 9-Zoll-Multitouch-Display näher. So könnte er aussehen.
Vergrößern Apples Tablet-Mac Mit dem Atom-Chip rückt ein mobiler Tablet-Mac mit 9-Zoll-Multitouch-Display näher. So könnte er aussehen.

Man sollte meinen, dass die Atom-Chips ideal für das iPhone wären, doch es ist wahrscheinlich, dass Apple hier erst die Nachfolgegeneration mit dem Codenamen Moorestown einsetzen wird, die noch weniger Strom benötigen soll. Das sieht auch Intel so, denn in einer Roadmap-Präsentation zeigte Intel kürzlich ein iPhone als Beispielgerät für den Moorestown-Chip.

Dennoch bietet auch der aktuelle Atom-Chip Raum für Spekulationen über neue Apple-Produkte. Ein „iPhone-Pro“ wäre durchaus denkbar, das von der Positionierung her zwischen dem Macook Air und dem aktuellen iPhone liegt. Mit größerem Multitouch-Display und 64 Gigabyte Flash-Disk ausgestattet, könnte es sogar eine angepasste Version von Mac-OS X benutzen. Genug Power hätten die Atom-Chips jedenfalls. Das wäre dann schon in etwa der Apple-Tablet-PC, den viele Beobachter der Szene schon lange erwarten.

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