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Das luftige Gesamtbild: Macbook Air und Time Capsule

16.01.2008 | 16:05 Uhr |

Mit dem Macbook Air läutet Apple vorsichtig das Ende der Strippen ein. Kopfhörerbuchse, ein USB-Port, Stromstecker und ein geschrumpfter DVI-Ausgang - das muss reichen. Auch ein optisches Laufwerk ist im Prinzip überflüssig geworden und geht damit nach Jobs Vorstellung den Weg des Floppy-Laufwerks. Ein kleiner Blick in die drahtlose Zukunft.

Zeitkapsel

Die Zukunft der Sicherungskopie funktioniert drahtlos: Mit Time Capsule benötigt der fortgeschrittene Anwender kein FireWire, USB 2.0 oder SATA, um eine externe Festplatte anzuschließen. Die Datensicherung basiert auf dem schnellen 802.11n-Standard, der brutto 248 Megabit pro Sekunde "durch die Luft funkt", um es mit einem beliebten wenn auch sachlich nicht korrekten Bild zu beschreiben. Netto sollen davon rund 74 Megabit in der Sekunde ankommen, immerhin die dreifache Menge an Daten wie bei dem Vorgänger 802.11g. Für große Festplattenbewegungen ist das eher gemächlich, für den Consumer-Bereich, den Apple anpeilt, aber ausreichend - und auch, um hochauflösendes Video zu streamen.  

On the Air

Ein anderes Problem der drahtlosen Übertragung hat Apple elegant gelöst: Noch wird Software auch über DVD und CD vertrieben, um diese zu installieren kann das MacBook Air auf andere Macs oder PCs zugreifen. Möglich macht das ein Programm: Der Anwender muss lediglich die Anwendung Remote Disc auf dem Zielrechner installieren, um über das MacBook Air auf dessen Laufwerke zugreifen zu können. Dem kleinen Notebook gehören dann DVD und Festplatte, als wären es seine eigenen Laufwerke.  

Die letzten Strippen ziehen

Ein Blick in die Kristallkugel zeigt, dass auch die anderen Buchsen bald wegfallen könnten. Kopfhörer, Maus und Tastatur binden Freiheitsliebende schon jetzt über Bluetooth an. DisplayLink und Alereon arbeiten an einem Wireless-Grafikadapter, mit dem bald Bildschirme ohne Kabel angeschlossen werden. Die letzte Strippe, die entsorgt werden könnte, dürfte in etwas fernerer Zukunft dann das Stromkabel werden. Wissenschaftler arbeiten schon seit einiger Zeit an einer Stromversorgung der Notebooks über Induktion . ). Auch die Ablösung der physischen Datenträger für-Medien hat mit dem neuen iTunes Store einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht, vielleicht ist so Apples Obsession zu verstehen, um jeden Millimeter Bauhöhe zu ringen: Die Materie soll verschwinden, in der Luft schweben Musik und Bilder. Das, was Steve Jobs gestern vorgestellt hat, sind Einzelteile dieser Vision, getreu dem Text der Hamburger Gruppe Kante: "Mehr als die Summe der einzelnen Teile."

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