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Apple bringt das neue iPad mit Retina-Display und LTE - Apple TV aktualisiert

07.03.2012 | 09:50 Uhr |

Das iPad der dritten Generation heißt weder iPad 3 noch iPad HD, sondern schlich iPad. Weniger überraschend sind die technischen Daten wie das Retina-Display, der Quad-Core-Grafikchip und die 5-Megapixel-Kamera. Das neue iPad ist schon ab nächster Woche erhältlich, Apple bringt dann auch eine neue Version seiner Apple TV in den Handel.

iPad-3-Einladung
Vergrößern iPad-3-Einladung

Das iPad vom März 2012, das Apple konsequent nur das "neue iPad " nennt, will die von Apple ausgerufene Post-PC-Ära weiter vorantreiben. Apple hat im vergangenen Jahr 172 Millionen Geräte der Post-PC-Ära verkauft, erklärte Apple-CEO Tim Cook zu Beginn seiner Präsentation im Yerba Buena Center in San Francisco. iPod (Touch), iPhone und iPad zeichne aus, dass sie leichter zu transportieren und zu verwenden sind als herkömmliche PCs. Mit Post-PC-Geräten hat Apple im vergangenen Jahr 76 Prozent seiner Umsätze generiert. Nicht zuletzt die Apple Stores, in denen Interessenten die neuartigen Geräte ausprobieren können, haben zum Erfolg beigetragen, der jüngste Apple Store hat kürzlich in Amsterdam eröffnet. Ein weiterer Schlüsselfaktor für den Erfolg der Post-PC-Ära sei das "leichtgewichtige" Betriebssystem iOS, führt Cook weiter aus. Mit iOS 5.1 bringt Apple das nächste Update für sein mobiles Betriebssystem, eine wesentliche Neuerung darin ist, dass der Sprachassistent Siri nun auch japanisch versteht.

Apple hat laut Cook im vergangenen Quartal mehr iPads verkauft als jeder andere Computerhersteller PCs. Das iPad erweise sich bei Kunden, die auch noch Smartphone und PC besitzen, als das Lieblingsgerät für tägliche Verrichtungen wie E-Mail oder Webbrowsing, zudem schlage das iPad sich auch als E-Book-Reader und mobile Speilekonsolen besser als die darauf spezialisierten Geräte, erklärt Cook. Der Konkurrenz stellt er ein schlechtes Zeugnis aus, zwar seien inm letzten Jahr weit über 100 neue Tablets erschienen, mit dem iPad könne es aber keines aufnehmen. Die Software mache dabei viel aus, Apps für Android-Tablets blieben weit hinter den iPad-Pendants zurück. Wer könne also das iPad 2 schlagen, fragt Cook rhetorisch und gibt auch gleich die Antwort: Apple mit dem neuen iPad.

Retina-Display, 5-MP-Kamera, 1080p-Videos

Das neue iPad kommt wie erwartet mit Retina-Display, mit einer Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln auf dem Zehn-Zoll-Bildschirm - so viele Pixel hatte noch nie ein mobiles Gerät zu bieten. Aus einer Entfernung von 35 Zentimetern lassen sich laut Apple keine einzelnen Pixel mehr vom menschlichen Auge auflösen, deshalb der Name Retina-Display. Die hohe Auflösung benötigt eine höhere Prozessorleistung, ein Quadcore-Grafikchip soll diese gewährleisten. Auch die Kamera des iPad bekommt eine höhere Auflösung mit 5 Megapixeln, bewegte Bilder nimmt sie in 1080p auf. Eine Facetime-Kamera an der Frontseite ermöglicht wie beim iPad 2 Videokonferenzen mit anderen iPads, iPhones und Macs. Den Hauptprozessor im iPad nennt Apple nicht A6, sondern A5X, ein Dualcore-Prozessor. Im Design bleibt das iPad unverändert, es wird lediglich um 0,6 Millimeter dicker, was einem größeren Akku geschuldet sein dürfte.

iPad zum Diktat, LTE-Funk an Bord

Auf Siri muss das iPad entgegen vieler Erwartungen verzichten, Apple hat jedoch wesentliche Funktionen seines Sprachassistenten in das iPad integriert: Die Diktierfunktion. So bietet sich das neue iPad als Diktiergerät an und versteht dabei neben englisch auch französisch, deutsch und japanisch.

Wie zuletzt spekuliert, kommt das iPad auch mit einem 4G-Funk-Chip. Über HSDPA+ sollen Downloadraten von 21 Mbps erzielt werden, über Dualcarrier HSDPA 42 Mbps und über LTE gar 73 Mbps. So sollen Videos etwa sofort starten und nicht noch Zeit für das Buffering benötigen. Sofern der Carrier das unterstützt, lässt sich das neue iPad LTE auch als personal Hotspot konfigurieren, der bis zu fünf Geräte mit schnellem Internet versorgen kann. (Nachtrag:) Allerdings schwebt noch ein Fragezeichen über der LTE-Funktion in Europa. In Deutschland und Österreich funken die Netzanbieter auf anderen LTE-Frequenzen als denen, die das iPad offiziell unterstützt. Ob die LTE-Funktion tatsächlich in Europa unbrauchbar ist, werden wir schnellstmöglich klären. (Ende des Nachtrags)

Die neuen Features sollen sich nicht negativ auf die Akkulaufzeit auswirken, bis zu zehn Stunden kann das iPad durchhalten mit einer Ladung, bei Nutzung von LTE jedoch nur neun Stunden. Der Akku dürfte aber etwas größer gewoerden sein.

Das neue iPad wird ab dem 16. März im Handel sein nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland, Kanada, UK, Frankreich, Schweiz, Japan und Hongkong. In 25 weiteren Ländern kommt es eine Woche später. Die Preise bleiben gleich, das iPad Wi-Fi kostet in den Ausführungen mit 16 GB, 32 GB und 64 GB 479, 579 und 679 Euro, die 4G-Varianten kosten 599, 699 und 799 Euro. Apple verkauft auch noch weiterhin das iPad 2, zu Preisen von 399 Euro für das Modell mit 16 GB (Wi-Fi) und 519 Euro für das iPad 2 Wi-Fi+3G mit 16 GB Speicher. Mehr Details zum neuen iPad lesen Sie hier...

Software für das neue Display

Seine eigene Software hat Apple bereits für das Retina-iPad überarbeitet, die iWork- Programme etwa nutzen das hochauflösende Display etwa mit neuen 3D-Effekten. Updates bietet Apple auch für Garageband und iMovie, die sich nun in iCloud integrieren und darüber ihre Inhalte austauschen. Bis zu vier iPad-Nutzer können etwa gelichzeitig an einem Song arbeiten, erklärt Apples Marketingchef Phil Schiller. Die iWork-Programme kosten weiterhin 10 US-Dollar und Garageband 5 US-Dollar, Updates sind kostenlos. iMovie für das iPad kennt nun auch die Funktion des Movie-Trailers, den Apple mit iMovie 11 eingeführt hatte.

iPhoto nun für iOS

Apple bringt zudem die laut Schiller populärste iLife-App auf das iPad: iPhoto, das die Kamera- und die Photo-App ergänzen soll. iPhoto teilt sich mit den beiden Apps die gleiche Bibliothek, bietet aber erweiterte Funktionen zur Bildbearbeitung an. Die Bildbearbeitung geschieht über Multitouch-Gesten, einige "professionelle Effekte" sollen den Eindruck verbessern. Aus iPhoto heraus lassen sich auch Journale anlegen oder die Bilder anderweitig präsentieren, etwa über Facebook, Twitter und Flickr. Die Desktop-Version von iPhoto hat Apple beinahe komplett für das iPad adaptiert, wer iPhoto mit dem Trackpad auf dem Mac mit Multitouchgesten bedient, wird das Bedienkonzept schon kennen. iPhoto für das ipad - und das iPhone - kostet 4,99 Euro und soll noch heute im App Store erhältlich sein. Mehr zu iPhoto für iOS lesen Sie hier...

Apple TV in neuer Version

Noch vor dem iPad hatte Apple eine neue Version seiner Settopbox Apple TV gezeigt. Diese kann nun 1080p-Videos wiedergeben und damit die kleine Box auch passendes Futter bekommt, kann man nun Filme und TV-Serien ebenfalls in Full-HD kaufen beziehungsweise leihen. Wer dies schon getan hat, kann eine Full-HD-Version erneut laden, dieses Feature bieten aber nicht alle Studios an. Völlig überarbeitet ist die Bedienoberfläche vom Apple TV 3. Nun kann man die iTunes-Wiedergabeliste auch aus iCloud empfangen. Mehr zu Apple TV lesen Sie hier...

Lesen Sie das Minutenprotokoll der Keynote in unserem Ticker nach: www.macwelt.de/ticker

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