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Das war 2013: April

29.12.2013 | 08:00 Uhr |

Cabel Sasser hält Apple für uncool +++ Quartalszahlen: Apple übertrifft Erwartungen +++ WWDC nach 72 Sekunden ausverkauft +++ OS X 10.9 lässt länger auf sich warten +++ Telekom kündigt DSL-Drosselung an +++ Apple hat den besten Kundendienst im PC-Markt +++ Kaufvertrag für Apple-II-DOS aufgetaucht +++ Apple zahlt 53 Mio. Dollar und legt Garantie-Rechtsstreit bei +++ Lodsys verklagt wieder Entwickler wegen In-App-Käufen +++ Bundespatentgericht erklärt 3G-Patent von Samsung für ungültig +++ Ron Johnson fliegt bei JC Penney raus

Cabel Sasser hält Apple für uncool

Ist Apple zu cool geworden, nur um plötzlich nicht mehr cool zu sein? Cabel Sasser, Gründer des Softwareherstellers Panic, hat sich Gedanken gemacht, wie der Erfolg Apple verändert hat.

Erinnern Sie sich noch an die Zeit als Mac-User eine Randerscheinung waren? Die Verweigerer, die Außenseiter, die ADB-Stecker (Apple Desktop Bus) am USB-Anschluss? Mittlerweile haben alle Gäste zu unserer Party gefunden, das ist großartig, aber ich fühle mich noch nicht ganz wohl dabei.

Weshalb? Lassen Sie es mich anhand eines Vergleichs erklären. Ich kenne eine schockierende Anzahl an Liedern nur durch die Parodien von „Weird Al“ Yankovic , dem US-amerikanischen Musiker, Parodisten und Akkordeon-Spieler. Ich habe keine Ahnung wie der Originaltext von James Browns „ Living in America“ lautet, aber ich kann sämtliche Krankheitssymptome von „Living with a Hernia“ aufzählen. Während in der Schule die coolen Jungs die coolen Lieder hörten, hörte ich die selben Lieder, jedoch, und darüber lässt sich streiten, mit lustigeren Texten. Also hatte ich, in meiner Vorstellung als 12-Jähriger, gewonnen.

Doch es gibt noch mehr. Bevor ich zum Mac wechselte, besaß ich einen Amiga . Die meisten Leute kennen den Amiga nicht. Aber der Computer war seiner Zeit so weit voraus, dass er mühelos mehrere Programme parallel ausführen konnte und gleichzeitig die Unschuld seines Besitzers um jeden Preis verteidigte. Ich war so zufrieden mit meinem Amiga, dass die Firma bankrott ging. Zum Mac wechselte ich, weil es die einzige Wahl war. Unter keinen Umständen hätte ich einen PC benutzen können, denn das taten alle anderen: die Spießer mit ihren Anzügen, Hypotheken und ihren warmen Mittagessen. Der Mac war unbeliebt, wurde allgemein verspottet und, was am wichtigsten war, unglaublich gut.

Es ist immer noch ein bisschen komisch für mich heute in einen Apple Store zu gehen und festzustellen, dass er randvoll mit Menschen ist und nicht nur mit Nerds wie mir, die bedauern, dass aus dem Kurzfilm Heat Vision and Jack keine Fernsehserie geworden ist. Alle, von den vor Photo Booth posierenden Mädels, die coolen Kids, die sich ihre Jams mit den „Beats by Dre“-Kopfhörern anhören, bis hin zu den hippen an winzigen Tischen Toca Boca spielenden Kleinkindern und den fragwürdigen Schwarzmarkt-Händlern, die 150 iPads mit Umschlägen voller Geld kaufen, wirklich alle sind im Apple Store angekommen.

Ja, in unglaublich kurzer Zeit hat Apple sich gewandelt. Apple hat eine neue Frisur bekommen, sich die Augen lasern lassen, den Schnurrbart abrasiert, die Nerd-Brille weggelassen und den iPod entwickelt. Und anschließend das iPhone . Und danach das iPad . Und das Momentum, welches bereits mit den Macs an Fahrt aufnahm, hob mit den iGeräten vollständig ab. Die Apple-Aufkleber wanderten langsam von der Volvo-Heckscheibe auf das Skateboard-Brett.

Das ist gut. Es ist wunderbar, dass Leute das gefällt, was ich schon immer geschätzt habe. Es ist spannend zu sehen, wie Apples Entwicklungen mehr Menschen erreichen als jemals zuvor. Es ist schön, dass über Facetime die aktuelle Folge von Game of Throne diskutiert wird und dass Facetime Großeltern und Enkelkinder verbindet. Es ist schön, endlich Spiele spielen zu können, (Spiele!) auf der Apple-Plattform. Es ist fantastisch zu sehen wie Leute realisieren, dass Macs die besten Computer der Welt sind. Aber manchmal, spät abends, höre ich Stimmen. Sie flüstern: „Wie lange kann das so weitergehen?“

Letzten Endes ist das heutige Angry Birds das Pac Man von morgen und Skrillex von heute ist das Right Said Fred von morgen. Eigentlich war der Skrillex-Witz schon veraltet, als ich ihn vor 13 Sekunden geschrieben habe. Wenn Sie dies hier lesen, wird Skrillex schon längst durch etwas anderes ersetzt worden sein. Durch ich weiß nicht was, einen neuen Musiker namens Marsh-Mex, der für die Srianhachas singt. Diese Dinge verändern sich schnell. Suchen Sie mal auf Twitter nach „Wer benutzt Facebook?“ und Sie werden die schmerzliche Wahrheit kennenlernen: Antworten mit rollenden Emoji-Augen “tween eyeroll”, die besagen, dass auf Facebook nur ahnungslose dumme Eltern abhängen. Bereits jetzt.

Als mein Neffe in die Pubertät kam, setzte er sich mit einer hochwichtigen Sinnfrage des Lebens auseinander: iOS gegen Android. Ich habe mir so gut es ging auf die Zunge gebissen. Das Pro-Android-Argument war die Tatsache, dass seine Freunde Android-Handys besaßen und man alles anpassen konnte: die Farben der Menüs, die Icons, solche Sachen eben. Wenn man 13 ist spielt so etwas berechtigter Weise eine wichtige Rolle. Das werden die auf Klarheit und Einfachheit bedachten Köpfe bei Apple jedoch nie erlauben.

Das Problem mit großer Popularität ist, dass sie flüchtig ist und oberflächlich sein kann. Aber wissen Sie was? Ich kann damit insgeheim gut leben. Denn, aber erzählen Sie es niemandem weiter, ich fände es gar nicht schlecht, wenn Apple etwas weniger beliebt wäre, etwas weniger selbstüberzeugt. Ich merke manchmal, wie ich peinlicher Weise für Microsoft oder Nokia oder irgendjemanden Partei ergreife und hoffe, dass sie einen guten Kampf führen und das Feuer unter Apple am laufen halten. Die klügsten und unglaublichsten Leute arbeiten in Cupertino und ihre Fähigkeiten sind grenzenlos und ihr Antrieb endlos. Aber manchmal, besonders als Entwickler, bekommt man das Gefühl, dass Apple einen nicht wirklich braucht und gut ohne einen zurechtkommt, vielen Dank auch! Ich möchte, dass Apple uns braucht.

Wenn Apple die richtige Balance finden kann, ist alles gut. Mit Keynotes, die gerne gesehen, aber nicht von unrealistischen Erwartungen, wie fliegenden Autos, begleitet werden. Innovative Produkte, die ausreichend Entwicklungszeit haben, um wirklich neuartig zu sein. Führend in der Branche, aber mit einer Mission. Das würde natürlich bedeuten, dass der Aktienkurs (weiter) an Wert verliert und als Besitzer von Firmenanteilen mache ich mich damit zum Deppen. Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin wirklich froh, dass Apple den Erfolg hat, den die Firma seit langem verdient.

Wenn alles den Bach runtergeht, Apple, kannst du dir sicher sein: Wir - die Nerds - werden immer für dich da sein. Zumindest solange du uns nicht zuviel DRM zumutest oder all deine Gewinne dem Abschlachten von Delfinen zugute kommen lässt, werden wir deine Produkte kaufen und an deinen Lippen hängen. Wir sind dein #1 Fan. Wir sind nicht immer cool, aber schrecklich ausdauernd. Schließlich singt auch Weird Al seit 30 Jahren Lied-Parodien mit der selben Band.

Quartalszahlen: Apple übertrifft Erwartungen

Gar nicht mal so uncool: Obwohl zahlreiche Analysten ein schwaches Apple-Quartal erwartet hatten, liefert Apple den höchsten Umsatz ab, den das Unternehmen jemals in einem zweiten Quartal gemacht hat. Der Gewinn sinkt jedoch leicht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Mit 9,5 Milliarden Dollar Gewinn liegt dieser trotz höherem Umsatz niedriger als ein Jahr zuvor (11,6 Milliarden). Der Umsatz liegt jetzt bei 43,6 Milliarden Dollar im Vergleich zu 39,2 Milliarden im Q2 2012. Es ist das erste Mal seit rund zehn Jahren, dass Apples Gewinn zurückgegangen ist. Die Gewinnmarge sinkt von 47,4 Prozent (2012) auf 37,5 Prozent. Apple ist damit im vergangenen Geschäftsquartal langsamer gewachsen, liegt damit jedoch exakt bei den selbst gesteckten Zielen und erfüllt die eigene Prognose.

"Wir haben viele neue Verkaufsrekorde aufgestellt", sagt Tim Cook gegenüber Analysten. Apples Verkaufszahlen sind solide. Mit 37,4 Millionen iPhones hat Apple sieben Prozent mehr als im vergangenen Jahr verkauft und damit knapp 23 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Apple wächst weiter, aber sehr viel langsamer: Im gleichen Quartal des letzten Jahres hatte Apple die iPhone-Zahlen zum Vorjahr hin beinahe verdoppelt. Beim iPad ist das Wachstum deutlich größer: 19,5 statt 11,8 Millionen verkaufter iPads sprechen dafür, dass Apple vom Wachstum des Tablet-Marktes deutlich stärker profitiert als beim Smartphone-Markt.

Die Verkaufszahlen der Macs sinken minimal von 4,2 auf knapp 4 Millionen Geräte. Da der PC-Markt in der gleichen Zeit um etwa 14 Prozent geschrumpft ist, ist dies für Apple ein kleiner Erfolg. Die iPods werden dagegen immer unwichtiger, nur noch 5,6 Millionen statt 7,6 Millionen zeigen, dass dieser Markt immer kleiner wird. Vor zwei Jahren verkauft Apple noch über neun Millionen iPods in diesem Zeitraum. Tim Cook unterstreicht aber, dass die Hälfte aller verkauften iPods auf den hochpreisigen iPod Touch fielen.

"Der Niedergang des Aktienkurses war sehr frustrierend für uns", sagt Cook. Apple hat jetzt 144,7 Milliarden Dollar an Barreserven. Bis 2015 will Apple beinahe doppelt so viel Geld durch Aktienrückkäufe und Dividenden ausschütten als bisher geplant. 30 Millarden Dollar pro Jahr sollen als Dividende an Apple-Aktionäre gehen. Damit will Apple offenbar den eigenen Aktienkurs stützen, stabilisieren und die Apple-Aktie in eine solide, langfristige Anlage verwandeln. Unter der Ägide von Steve Jobs hatte Apple keinerlei Dividende ausgezahlt und Anleger mussten deshalb kaufen und verkaufen, um mit der AAPL Einnahmen zu machen.

WWDC nach drei Minuten ausverkauft


Ende April bringt Apple 5.000 TIckets für seine Entwicklerkonferenz in den Handel. Nach nicht einmal zwei Minuten waren alle verkauft. Auch eine WWDC scheint nicht uncool zu sein.

Apple meldet bereits drei Minuten nach Verkaufsbeginn, dass die Entwicklerkonferenz WWDC ausverkauft sei. Im Jahr zuvor hatte es noch zwei Stunden gedauert, bis alle Tickets vergeben waren, 2011 war die WWDC nach zwölf Stunden ausverkauft. Themen der WWDC werden neue Betriebssystemversionen für iPhone, iPad und Mac sein, iOS 7 und OS X 10.9 wird Apples erstmals in der Öffentlichkeit zeigen, im Rahmen einer Keynote am  Montag, den 10. Juni.

Vor einem Jahr hatte Apple jedoch sofort bei Ankündigung des Termins den Vorverkauf geöffnet, am Nachmittag europäischer Zeit. Damit Interessenten weltweit gleiche Chancen auf einen Eintrittskarte für die WWDC bekämen, kündigte Apple zunächst den Termin 10. bis 14. Juni an und legte den Beginn des Vorverkaufs für den Tag danach 10 Uhr Westküstenzeit (19 Uhr MESZ) fest. Um die zu kurz gekommenen Entwickler zu vertrösten, will Apple in diesem Jahr erstmals während der WWDC Videomitschnitte der Sessions der ADC (Apple Developer Community) bereit stellen - in den letzten Jahren gab es die Mitschnitte erst zwei Wochen nach der Veranstaltung.

Apple steht für künftige Ausgaben der WWDC vor einem gewaltigen Problem: Das Interesse der Entwickler daran, sich mit den auf der WWDC versammelten Kollegen, vor allem aber mit den anwesenden Apple-Ingenieuren auszutauschen, wird in den nächsten Jahren weiter wachsen. Viele Beobachter erhoffen sich von Apple ein Umdenken: Entweder man zieht auf ein größeres Messegelände (beispielsweise das von der CES bekannte Gelände in Las Vegas) um und schafft so größere Kapazitäten, oder man verlegt die Veranstaltung ins Digitale. Wie Apple auf den Ansturm reagieren und ihn in den kommenden Jahren regeln will, hat es bisher nicht verraten. Im Herbst 2013 zeigt Apple jedoch eine Alternative zur WWDC auf und lädt zu Techtalks in mehreren Städten weltweit ein. Womöglich werden Tickets für die WWDC 2014 schlicht und ergreifend verlost - nach dem Vorbild großer Sportveranstaltungen

John Gruber: OS X 10.9 kommt später

Das nächste Update seines Mac-Betriebssystems hat Apple entgegen der Erwartung bis April noch nicht angekündigt. Der renommierte Blogger John Gruber kennt den Grund dafür: Apple verschiebt Ressourcen in die Entwicklung von iOS 7. OS X 10.9 verzögert sich um etwa drei Monate.

Es ist nur ein kurzer Kommentar auf der Community-Site branch.com , doch kann man John Gruber als gut informiert einstufen: "Was ich gehört habe: iOS 7 liegt hinter dem Zeitplan zurück und Entwickler wurden  von OS X 10.9 abgezogen, um daran zu arbeiten." Der renommierte Blogger ( Daring Fireball ) verfügt in der Regel über gute Informationen aus Cupertino. Sein Kommentar erklärt, warum Apple das nächste Mac-Betriebssystem OS X 10.9 bis April nicht angekündigt hat: Zugunsten der Entwicklung von iOS 7 fehlt es an Ressourcen. Seit dem Debüt des iPhone im Jahr 2007 hat Apple jährlich dessen Betriebssystem aktualisiert und um neue Funktionen bereichert, die iPhone-OS Versionen 2 bis 4 hatte Apple jeweils im März angekündigt und im Juli herausgebracht. Die ersten Blicke auf iOS 5 und iOS 6 gewährte Apple jeweils zur WWDC im Juni, veröffentlicht hat Apple das mobile Betriebssystem dann jeweils im Herbst. Mit der überraschenden Vorstellung von OS X 10.8 Mountain Lion im Februar vergangenen Jahres hatte Apple angekündigt, auch das Mac-Betriebssystem fortan im Jahresrhythmus zu aktualisieren - die Bekanntgabe von Funktionen und Markteinführung von OS X 10.9 steht aber nach wie vor aus.

Im gleichen Diskussionsthread lässt Gruber auch den Hintergrund für die Verzögerung bei der Entwicklung vermuten – und trifft dabei ins Schwarze, wie die Öffentlichkiet im Juni schließlich erfährt. iOS 7 bekommt eine neue Oberfläche, gestaltet nach den Vorstellungen von Jonathan Ive. Dieser hatte im Oktober 2012 von Scott Forstall auch die Verantwortung für das Design der Betriebssysteme bekommen – seither machen Berichte die Runde, Ive störe sich schon lange am von Forstall bevorzugten Skeuomorphismus, den imitierten Ledereinbänden oder Papierabrisskanten. Ive soll für ein einfacheres, klareres Design stehen. Wie Gruber berichtet, erhalten diejenigen Softwareingenieure, die iOS 7 bereits auf ihren Testgeräten installieren dürfen, spezielle Polarisationsfolien für die iPhones und iPads. Diese würden den Einblickwinkel deutlich verkürzen, so dass Dritte nur schwer einen Eindruck des neuen Looks von iOS 7 erhaschen könnten. Anscheinend gehen die Änderungen bis tief in das System, so dass die iOS-Entwickler zusätzliche Arbeitskräfte benötigen, um rechtzeitig fertig zu werden.

Das Vorhaben gelingt, Apple zeigt iOS 7 auf der WWDC im Juni und bringt es zusammen mit zwei neuen iPhone-Modellen im September heraus. OS X 10.9 wird unter dem Namen Mavericks ebenso auf der WWDC erstmals gezeigt und im Oktober in den Mac App Store gestellt.

Datenobergrenze für die Internet-Tarife von Telekom

Was sich schon im März andeutet, bestätigt die Telekom Ende April: Der Provider will für Flatrates eine Datenobergrenze einführen und bei deren Erreichen die Geschwindigkeit drosseln. Im Spätherbst muss der Konzern seine Pläne korrigieren, Flatrates werden Flatrates bleiben. Neue Tarife mit Datenobergrenzen bekommen aber neue Namen.

Die grundlegende Neuerung bei den geplanten neuen Tarifen für DSL: Wie bei einem Mobilfunk-Vertrag gibt es eine Obergrenze für das Datenvolumen, das im Tarif inkludiert ist. Überschreitet der Nutzer diese Grenze, wird die Geschwindigkeit für Up- und Download der Daten auf 384 Kbit/s gedrosselt. Was nach einer Edge-Erfahrung beim Desktop-Surfen klingt, wird wohl die Mehrheit der Telekom-Kunden nicht betreffen. Das Unternehmen führt die Änderung mit Datenobergrenze nur für die neuen Internet-Tarife ein, die bestehenden Verträge werden nicht geändert. Dazu ist eine minimale Obergrenze von 75 GB festgesetzt. Dieses Volumen reicht pro Monat fürs herkömmliche Surfen und den Mail-Verkehr, dazu passen noch locker dreizehn gestreamte Filme sowie sechzig Stunden an Internet-Radio, vier Hundert auf Picasa oder Fotostream hochgeladene Fotos und sechzehn Stunden fürs Online-Spielen.

Aus den Datenberechnung bei den neuen Tarifen exkludiert die Telekom eigene Daten-intensive Dienste wie Entertain und Datenfreigabe über Wlan to Go. Die Änderungen treten ab dem 2. Mai in Kraft und sind entsprechend an die jeweilige gebuchte Geschwindigkeit angepasst: Bei einem Tarif mit der Internetbandbreite bis 16 Mbit/s sind es 75 GB, bei der maximalen Geschwindigkeit von 200 Mbit/s sind es schon 400 GB. Hat der Nutzer diese Obergrenze überschritten, kann er nach neuen Telekom-Tarifen zusätzliche Hochgeschwindigkeits-Volumina hinzubuchen.

Verbraucherschützer laufen Sturm gegen die "Drosselcom", Gerichtsurteile zwingen den Konzern schließlich dazu, seine Strategie wieder zu ändern. Flatrates werden auch in Zukunft echte Flatrates sein, neue Volumentarife müsste die Telekom auch als solche deklarieren.

Apple hat den besten Kundendienst im PC-Markt

In ihrer jährlichen Umfrage zur Zufriedenheit mit dem Kundendienst von Firmen hat die US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Reports erneut Apple als das beste Unternehmen im PC-Markt ermittelt.

Dabei hat Apple mit 86 von 100 möglichen Punkten sogar noch sein gutes Vorjahresergebnis übertroffen und die Konkurrenz deutlich hinter sich gelassen. Während Apples Kunden als einzige "sehr zufrieden" mit dem Hersteller ihrer Rechner sind, folgt das zweitbeste Unternehmen Lenovo mit 63 Punkten und einer Wertung von "recht zufrieden" mit deutliche Abstand. Erst dann folgen Hersteller wie Asus, Dell, Toshiba HP und Acer.

Apple habe laut Detailergebnis der Umfrage unter Lesern der Zeitschrift Consumer Reports ergeben, dass Apple in 82 Prozent der Fälle die Probleme des Kunden gelöst habe, Dell habe mit 71 Prozentpunkten unter den Herstellern den zweiten Platz erreicht. Besser als Dell schnitt der "Computerhändler um die Ecke" ab, der in 78 Prozent der Fälle helfen konnte. Bestens schnitt Apple auch beim Support über Telefon oder Internet ab, die Geniusbar der Apple Stores erreichte eine Quote von 88 Prozent Problemlösungen.

Die guten Ergebnisse beim Kundendienst spiegeln die Umsatzzahlen im PC-Markt wider . Apple hat im Märzquartal gegenüber dem Vorjahr zwar rund zwei Prozent weniger Macs verkauft, der gesamte PC-Markt ist im gleichen Zeitraum jedoch um 14 Prozent zurückgegangen.

Kaufvertrag für Apple-II-DOS aufgetaucht

Die Geschichte des Mac-OS ist ziemlich gut bekannt, seine Erschaffer legendär. Besonders dank den Beiträgen von Andy Hertzfeld auf folklore.org lässt sich sehr gut hinter die Kulissen des Mac-Betriebssystems blicken - doch schon zu Zeiten des Apple II brauchte der Rechner ein Betriebssystem .

Im April taucht ein historisches Dokument auf, das die Entstehungsgeschichte des Apple II und seines Betriebssystems Apple II DOS erhellt. DigiBarn heißt ein Museum der Computer-Historie in Kalifornien, das seit einiger Zeit in Besitz des zwischen Apple und der Softwarefirma Shepardson Microsystems abgeschlossenen Kaufvertrages ist. Der ehemalige Mitarbeiter der Firma Paul Laugton hat das einzigartige Dokument dem Museum spendiert und erzählt, wie das DOS auf den Apple II kam.

Bei seiner Vorstellung im Jahr 1977 zeigte sich der Apple II als vollwertiger Computer dar. Im Unterschied zum Rechner im eleganten Gehäuse mutete sein Vorgänger Apple I fast schon nerdig an: Der erste Rechner von Apple hatte keine mitgelieferte Tastatur, kein Gehäuse und kein Netzteil. Vom Käufer oder Händler wurde noch eine Portion an Bastelarbeit erwartet. Der Apple II ersparte dies seinen Käufern, die beiden Gründer, Steve Jobs und Steve Wozniak, sahen aber ein, dass für die weite Verbreitung des Rechners eine Diskette statt einer Kassette als Speichermedium notwendig sei. Diese Bauweise wurde mit dem neu entwickelten Controller von Steve Wozniak möglich, nun fehlte dem Rechner noch ein Betriebssystem, das mit der Diskette zurecht kam, eben ein Disk Operation System (DOS).

Obwohl Wozniak kein Software-Spezialist im eigentlichen Sinne war, war er sich sicher, dass er auch das Betriebssystem hinkriegen kann. Doch für Steve Jobs war das geplante Projekt zu langwierig. Deswegen haben sich die beiden geeinigt, ein fertiges System zu kaufen. Shepardson Microsystems sah sich in der Lage, diese Aufgabe innerhalb kurzer Zeit zu bewältigen. Das Apple II DOS kostete insgesamt 13.000 US-Dollar (inflationsbereinigt sind es aktuell 51.000 US-Dollar, umgerechnet rund 40.000 Euro). Shepardson Microsystems lieferte das System innerhalb von 35 Tagen, Apple bekam für sein Geld einen File-Manager, ein Interface für Applesoft BASIC und Dienstprogramme für Backup und Wiederherstellung. Erst mit einem DOS waren auch Programme wie VisiCalc denkbar, das dem Apple II den Durchbruch bescherte. Apple produzierte den Apple II auch noch lange Jahre nachdem der Mac mit seiner grafischen Oberflächer heraus gekommen war, die letzten Modelle der Variante Apple IIe fertigte Apple im Jahr 1993.

Lodsys verklagt wieder Entwickler wegen In-App-Käufen

Der Patenteverwalter Lodsys meldet sich nach fast zwei Jahren Ruhe wieder auf dem Parkett der Patentklagen zurück und verklagt eine Reihe von Entwicklern wegen Verletzung eines Patents über In-App-Käufe.

Eine erste Klagewelle hatte Lodsys im Mai 2011 rollen lassen , Apple hatte sich zwar vor seine Entwickler gestellt, aber nicht alle Klagen und Forderungen nach Lizenzgebühren abwehren können. Lodsys hat in der Zwischenzeit weiter Entwickler zur Zahlung von Lizenzen aufgefordert und reicht nun Klage gegen eine ganze Reihe von Softwareherstellern ein, wie Macworld berichtet .

Zu den Beklagten zählt etwa Walt Disney ( unter anderem wegen der App " Wo ist mein Wasser? "), dazu TLA System, Gameloft, Gameevil, Jirbo, MobileAge, TMSoft und BackFlip Studios. Gegenüber unseren Kollegen wollte sich keines der Studios zum Fall äußern, einige hätten sich jedoch an Apple gewandt. Der Betreiber des App Stores wollte jedoch auch keinen Kommentar abgeben, auch der Kläger schweigt. Apple stellte sich bisher auf den Standpunkt, seine Lizenzen würden auch die von Entwicklern eingesetzten Techniken abdecken.

Bundespatentgericht erklärt 3G-Patent von Samsung für ungültig

Vor dem in München ansässigen Bundespatentgericht hat Apple einen weiteren Teilerfolg in seinem Streit mit Samsung errungen.

Wie der Patentexperte Florian Müller in seinem Blog Foss Patents schreibt, hat das Gericht eines der von Samsung für den 3G-Standard als essentiell eingestuften Patente für ungültig erklärt, zumindest für Deutschland. Dies habe eine Sprecherin des Gerichts am Mittwoch Abend bestätigt. Samsung kann gegen die Entscheidung noch am Bundesgerichtshof Revision einlegen.

Konkret handelt es sich um das Patent mit der Nummer EP1005726, das eine Encoding-Methode beschreibt. Samsung hatte mit de Prozess Auflagen gegen Apple gefordert, im Dezember hatte laut Müller jedoch die EU-Kommission in einer vorläufigen Entscheidung Samsungs Vorgehen wegen der vermeintlichen Verletzung von Standard essentiellen Patenten als missbräuchlich deklariert. Im Januar hatte bereits das Landgericht Mannheim befunden, Apple würde das fragliche Patent nicht verletzen.

Der Patentstreit von Apple und Samsung dauert an, in der zweiten Jahreshälfte 2013 häufen sich die Erfolgsmeldungen für Apple.

Ron Johnson fliegt bei JC Penney raus

Ron Johnson ist nicht mehr CEO der auf Bekleidung spezialisierten Handelskette JC Penney. Johnson hatte Apple zum 1. November 2011 als Senior Vice President Retail verlassen, um bei JC Penney die Chefposition einzunehmen. Anders als bei Apple war ihm jedoch beim neuen Arbeitgeber wenig Erfolg beschieden. Johnson war angetreten, um die rund 100 Jahre alte Handelskette zu restrukturieren - stattdessen ging der Umsatz auf etwa die Hälfte zurück und der Verlust in die Milliarden . Johnson Nachfolge bei JC Penney tritt sein Vorgänger Myron Ullman an, wie das Unternehmen gestern bekannt gab . Die Börse, die auf die Nachricht von Johnsons Entlassung zunächst mit Erleichterung reagiert hatte - der Aktienkurs stieg zeitweise um zehn Prozent - entzog der Handelskette im nachbörslichen Handel das Vertrauen, der Kurs sackte um sechs Prozent ab.

Tim Cook hatte als neuen Retail-Chef Anfang vergangenen Jahres den Briten John Browett engagiert , der jedoch schon im Oktober ohne weitere Begründung wieder seinen Hut nehmen musste . Browett waren wohl einige Fehler beim Ausbau des Apple Stores unterlaufen, nach eigener Einschätzung hat er nicht in die Unternehmenskultur Cupertinos gepasst . Apple ist seither erfolglos auf der Suche nach einem neuen Retail-Chef, der Geschäftsbereich berichtet derzeit direkt an CEO Tim Cook. Erst im Frühling 2014 wird die vakante Stelle wieder besetzt sein.

Johnson gilt bei Apple als "Vater der Apple Stores", der sogar Steve Jobs bei der Konzeption der eigenen Ladenkette die Stirn bot. Wie Walter Isaacson in seiner Jobs-Biographie verrät, habe Johnson nur wenige Wochen vor der geplanten Vorstellung des Apple Stores das Konzept radikal verändert und den Laden nach Lösungen anstatt nach Produktkategorien eingeteilt. Steve Jobs soll zwar ob der unerwarteten Verschiebung auf Johnson ziemlich sauer gewesen sein, habe sich aber von der neuen Idee rasch überzeugen lassen. Statt zur Macworld Expo 2011 im Januar eröffnete Apple im Mai kurz vor der Entwicklerkonferenz WWDC sein ersten beiden Apple Stores .

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