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Das war 2013: August

02.01.2014 | 00:00 Uhr |

Apple findet einen neuen großen Investoren +++ Apple beliebtestes Opfer von Patenttrollen +++ Filemaker stellt Bento ein +++ Apple startet neue Support-Webseite +++ Importverbot: US-Regierung legt Veto ein +++ iTunes Store auch für Kinder unter 13 erlaubt

Icahn steigt bei Apple ein

Apple hat zwar nicht danach gesucht, findet in dem berüchtigten Milliardär Carl Icahn aber einen neuen Großinvestoren. Dieser hält die Apple-Aktie für unterbewertet und drängt Apple zu Maßnahmen zur Kurssteigerung.

Carl Icahn, Multimilliardär und Großinvestor aus den USA, verrät in einem Telefoninterview mit Reuters Einzelheiten zu seinem Einstieg bei Apple. So erwartet er beispielsweise einen Anstieg des Kurses der Apple-Aktie auf 700 US-Dollar. Ein Gespräch mit Tim Cook im Vorfeld der Akquise nannte Icahn "nice conversation" und verkündete weiter "We plan to speak again shortly" - was dann auch regelmäßig geschieht und anscheinend den Druck auf Apple langsam erhöhen soll. Beide Seiten haben sich nicht zur Größe des Investments geäußert, doch laut Wall Street Journal hat iCahn Aktien im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar gekauft und drängt Cook zu einem groß angelegten Aktienrückkauf. Die Börse hat jedenfalls sofort positiv reagiert: Die Apple Aktie steigt am Tag der Bekanntgabe des Deals um vier Prozent auf 490 US-Dollar. Icahn erhöht nach und nach sein Investment und hält bis Ende des Jahres knapp fünf Millionen Apple-Aktien - der Kurs steigt bis auf 560 US-Dollar.

Apple beliebtestes Opfer von Patenttrollen

Welchen Schaden sogenannten Patenttrolle anrichten und wen sie besonders im Visier haben, hat der Rechtsanwalt Michael Brody in einer Studie dargelegt.

Brody, Patentexperte bei der Kanzlei Winston & Strawn, sieht in den letzten zwanzig Jahren einen starken Anstieg von Patenten , diese würden mittlerweile fünf Prozent der US-Exporte ausmachen. Besonders die IT-Branche habe zu dem starken Wachstum beigetragen. Beantragten Chip-Firmen im Jahr 1990 noch 15.000 Patente jährlich, seien es mittlerweile 65.000 Patente im Jahr, 125.000 Softwarepatente kommen hinzu. 

Dies ziehe auch schwarze Schafe an, sogenannte Patenttrolle oder NPEs (Non-praticing entities) . Diese entwickeln selbst keine Produkte, sondern erwerben Patente um sie anschließend mit Lizenzklagen zu monetarisieren. Wenig überraschend geraten dabei große Firmen wie Apple, Samsung und HP mit Jahresumsätzen jenseits der 50 Milliarden US-Dollar ins Visier, solche Firmen hätten sich im Schnitt mit 7,3 Patentklagen von Trollen im Jahr 2012 herumschlagen müssen. Der meisten Klagen in den Jahren seit 2008 musste sich Apple erwehren. Insgesamt 165 mal stand der Mac-Hersteller vor Gericht. Es folgen HP mit 143 Fällen und Samsung mit 123 Klagen. Unternehmen mit Umsätzen unter 100 Millionen US-Dollar haben dagegen in der Regel mit nur einem Prozess zu tun, die Masse macht es hier jedoch: 63 Prozent aller Klagen der Trolle betreffen kleine Firmen. Klärt ein Gericht den Fall, erhalten die Kläger im Schnitt ab 7,5 Millionen US-Dollar an Schadensersatz und Lizenzgebühren, die Preise steigen mit der Unternehmensgröße leicht an. Außergerichtliche Einigungen in den teils langwierigen Prozessen kommen meist teurer, hier streichen die Patenttrolle fast 30 Millionen US-Dollar pro Fall ein. Die Prozesskosten würden vor allem kleineren Firmen mit ihren geringeren Umsätzen teuer zu stehen kommen, mahnt Brody: "Im Endeffekt ist ein Patent nur noch eine Lizenz dafür, jemanden zu verklagen." Im Jahr müssen Unternehmen mit Umsätzen unter einer Milliarde US-Dollar im Schnitt eine "Troll-Steuer" von etwas über eine Million US-Dollar aufbringen, bei großen Firmen fließen bis zu 60 Millionen US-Dollar an die NPEs.

Für die Gegenseite rechnet es sich, die Chance auf Erfolg auf ein Urteil oder einen Vergleich steht laut Brody bei 24,1 Prozent. Im Schnitt erlöst eine NPE mit einem Patentprozess 800.000 US-Dollar - hoher Umsatz bei wenig Einsatz. Das Geschäft der NPEs könnte jedoch bald vorbei sein, die Kosten der Verteidigung in Patentprozessen gehe merklich zurück und die Gesetzgebung hat bereits ein Auge auf den Patentmissbrauch geworfen. Auch verhängen die Behörden immer seltener Verkaufsverbote oder Importstopps, weswegen die Drohkulisse kleiner werde. Noch lohne sich das Geschäft aber, weswegen so viele damit beschäftigt sind.

Filemaker stellt Bento ein

Die Apple-Tochter Filemaker stellt Bento ein, die Datenbank für Einsteiger. Die Apps für OS X und iOS gibt es nur noch bis Ende September.

Bento hatte Filemaker im Jahr 2008 vorgestellt und wollte damit einen einfachen Zugang zu Datenbanken schaffen. Die Software verstand sich etwa mit den Mac-Apps Kalender und Kontakten und bot mehrere Vorlagen, mit denen man per Drag-and-drop einfache, nicht-relationale Datenbanken zusammenstellen konnte. Diese Datenbanken kamen daher meist nicht über Rezept- oder Ideensammlungen hinaus, Dienste wie Evernote erfüllen ähnliche Bedürfnisse.

Zu den Gründen der Einstellung erklärt Filemaker lediglich, sich auf das namensgleiche Datenbankprodukt Filemaker Pro zu konzentrieren. Wer seine Datenbanken von Bento 4 in Filemaker Pro 12 überführen möchte, kann dazu ein von Filemaker angebotenes Migrationstool nutzen. Das Upgrade auf Filemaker 12 von Bento 4 bietet Filemaker für 180 US-Dollar an, 120 US-Dollar günstiger als die Vollversion, erklärt der Anbieter in seinem Support-Forum . In Deutschland kostet Bento 40 Euro, Filemaker 12 419 Euro und das Upgrade 209 Euro. Für eine "begrenzte Zeit" können Bento-Nutzer den Upgradepreis für Filemaker 12 in Anspruch nehmen.

Bento-Umsteigern empfiehlt Filemaker entsprechende Vorlagen in seinem Hauptprodukt. Auch der Export in Office-Formate von der Mac-Version von Bento 4 ist möglich, eine Demo-Version, die sich mit der iOS-Fassung synchronisieren lässt, ist noch bis Ende September erhältlich. Die Bento-Support-Foren will Filemaker noch bis Ende Juli 2014 pflegen und solange auch noch Wartungsupdates für alle Bento-Versionen bereit halten.

Apple startet neue Support-Webseite

Apple räumt im August seine Hilfeseite apple.de/support um. Dort gibt es jetzt einen neuen Weg, sein Problem Schritt-für-Schritt zu melden und anschließend einen Termin oder ein Telefonat mit einem Apple-Mitarbeiter zu verabreden. Die Änderung betrifft die Unterseite "Support kontaktieren". Diesen Prozess hat Apple einfacher gemacht, sodass der Hilfesuchende nur über Bilder und einfache Menüs dorthin geleitet wird, wo er hin möchte: zu einem Ansprechpartner bei Apple. Wie das Funktioniert, zeigen wir in dieser Übersicht:

Laut mehrerer früherer Berichte überarbeitet Apple seinen Kundendienst derzeit gründlich. So gibt es nach und nach auch iPhone-Reparaturen vor Ort im Apple Store (statt des bisherigen Austausches), mutmaßlich ein neues Konzept für die Garantieverlängerung Apple Care.

Importverbot: US-Regierung legt Veto ein

Im Patentstreit zwischen Samsung und Apple greift eine höhere Macht ein. US-Präsident Obama legt ein Veto gegen das Importverbot der älteren iPhone- und iPad-Modelle aus.

Die Obama-Regierung hat ein Veto gegen das verhängte Importverbot gegen iPhone- und iPad-Modelle eingelegt. Die US-Handelbehörde ITC hatte im Juni 2013 dieses gegen ältere iOS-Geräte wie das iPhone 3GS und 4 ausgesprochen. Es ist das erste Mal seit 1987, dass eine US-Regierung ein solches Importverbot aufhebt. Grund für das Importverbot ist eine Patentklage von Samsung bei der es um die Datenübertragung über Mobilfunknetze geht.

Bei dem Fall handelt es sich um so genannte FRAND -Patente, die grundlegende Technik von technischen Standards schützen und deshalb auch an die Konkurrenz zu günstigen Preisen lizenziert werden müssen. Samsung habe aber laut Apple die Lizenzen nicht vergeben, Samsung behauptet dagegen, Apple würde die Lizenzzahlung verweigern. Unternehmen wie Oracle und Microsoft hatten sich auf Apples Seite gestellt und gefordert, das Importverbot aufzuheben . Von einem Importverbot wäre Apple aber kaum betroffen gewesen, Anfang August war nur noch das iPhone 4 im Handel, das Apple im September auf das Altenteil schickt.

iTunes Store auch für Kinder unter 13 erlaubt

Während in Bayern und Baden-Württemberg Schulkinder gerade ihre Sommerferien genießen, bereitet Apple in den USA eine iTunes-Bildungsoffensive vor – mit iTunes-Accounts für Kinder unter 13 Jahren.

Anfang August aktualisiert Apple seine Nutzungsbedingungen für den iTunes Store in den USA. An dem langen Text hat sich nicht viel geändert. Nur ein Satz zu den Voraussetzungen der Nutzung von iTunes wurde modifiziert. Demnach dürfen auch Kinder unter 13 Jahren eine legale Apple ID einrichten. Diese wird auf Antrag der Bildungseinrichtung von Apple genehmigt. Bis dahin können nur Schüler in den USA über ihre jeweiligen Schulen ein iTunes Store Konto noch vor ihrem dreizehnten Lebensjahr beantragen. In den anderen Ländern in Europa hat sich an den Nutzungsbedingungen des iTunes Store nichts geändert.

Apple will mit iOS 7 deutlich mehr Möglichkeiten für die Großkunden im Business und Bildung zur Verwaltung und Verbreitung der Apps bieten. Gleichzeitig mit iOS 7 hat Apple neue Optionen für Mobile Device Management (MDM) für Unternehmen und Schulen veröffentlicht. Die Lehrer können so mehr Kontrolle über die geöffneten und installierten Apps und Dokumente auf einem Schul-iPad bekommen. iTunes U mit den kostenlosen Vorlesungen und Seminaren hat Apple bereits Ende Januar 2012 vorgestellt.

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