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Das war 2013: Dezember

06.01.2014 | 00:00 Uhr |

Mac Pro im Apple Store +++ Düsseldorf hat einen Apple Store +++ Mavericks läuft schon auf jedem dritten Mac +++ iOS 7 auf drei von vier Geräten +++ Apple kauft Twitter-Analysten Topsy +++ Apple Stores in USA errichten iBeacons

Mac Pro im Apple Store

Apple hält Wort und bringt tatsächlich den für den Dezember angekündigten Mac Pro in den Handel - wenngleich seit 19. Dezember Kunden nur ihre Bestellung abgeben können und ihre Lieferung nicht vor Januar oder gar erst im Februar erhalten. Möglich ist die Bestellung im Apple Online Store, den Apple Stores und bei ausgewählten autorisierten Fachhändlern. Lieferzeiten gibt Apple in seinem Online Store nicht konkret an.  Die beiden Grundkonfigurationen mit Quad-Core-Chip und 6-Core-Chip kosten 3.000 respektive 4.000 Euro. Dabei kommt der 3,7-GHz-Quad-Core mit 12 GB RAM, 256 GB SSD-Speicher und 2 GB Video-RAM, der 3,5-GHz-Sechs-Core hat 16 GB RAM, 3 GB Video-RAM und ebenso 256 GB Flash-Speicher an Bord. Im Apple Store lassen sich Speicher, Arbeitsspeicher und Grafikkarten individuell auswählen, die teuerste Konfiguration (12 Kerne, 1 TB SSD, 16 GB RAM) kostet annähernd 10.000 Euro.

Bei der Konfiguration des Mac Pro lässt sich ein Apple Cinema Display für 1.000 Euro dazu bestellen. Einen eigenen 4K-Monitor hat Apple nicht im Angebot, liefert auf Wunsch aber den Sharp PN-K321 - 4K-LED-Monitor mit 32 Zoll Diagonale mit dem Mac Pro aus. Der Preis beträgt 4.000 Euro.

Unsere Kollegen der Macworld haben ihr Testgerät des Mac Pro erhalten und erste Eindrücke gesammelt . Es handelt sich dabei um eine Achtkernversion, die mit ihrer RAM- und SSD-Ausstattung knapp unter 7.000 Euro kosten würde. Der ausführliche Geschwindigkeitstest steht noch aus, doch erste Ergebnisse mit Geekbench lassen aufhorchen. Dabei erreicht der Mac Pro im Single-Core-Test 3599 Punkte und beim Multicore-Test 25997 Punkte. Zum Vergleich: Der Mac Pro von 2012 mit 12 Kernen erreichte 2142 respektive 22886 Punkte, der neue Mac Pro ist also deutlich schneller.

Weitere Eindrücke: Der Mac Pro ist unheimlich leise und wird dennoch nicht warm, die völlig neu konzipierte Wärmeabfuhr scheint also gut zu funktionieren. Wirklich schwarz wie in Apples PR-Filmen ist der Mac Pro auch nicht, seine Farbe gleich eher dem Spacegray von iPhone 5S und iPad Air.

Düsseldorf hat einen Apple Store

Deutschland hat jetzt 13 Apple Stores. Düsseldorf reiht sich in die Riege der Städte ein, die einen Retail-Store mit dem Apfel-Logo beherbergen. Der Store ist in dem brandneuen Gebäude namens "Kö-Bogen" untergebracht.

Der Kö-Bogen ist ein brandneues, geschwungenes Gebäude an Düsseldorfs bester Einkaufsmeile, der Königsallee. Einheimische nennen sie liebevoll "Kö". Das Besondere an diesem Apple-Store sind die extrem hohe Decke und die durchgängige Glasfassade an der Frontseite. Auch einzigartig: Der Raum geht komplett durch den Kö-Bogen hindurch, auf der Rückseite gibt es also eine weitere große Glasfassade.

Wie immer setzt Apple den Raum großzügig ein, "Enge" ist hier ein Fremdwort. Es gibt alle typischen Elemente, die Holztische, die Genius-Bar und die Themen-orientierten Produktinseln. Am Samstagmorgen, den 14. Dezember 2013 bildet sich bei strömendem Regen eine Schlange der Besucher. Wie immer bei diesen Gelegenheiten verteilen hilfsbereite Geister Kaffee an die Wartenden, um sie aufzuwärmen.

Die Schlange der ersten Apple-Store-Kunden geht um das ganze Gebäude herum. Schätzungen unseres Fotografen Hendrik Ossenbrink belaufen sich auf etwa 300 Personen. Etwa 100 Store-Mitarbeiter erwarten derweil die ersten Kunden. Um Punkt 10 Uhr ist es dann soweit. Der Store eröffnet seine Pforten. Damit hat Deutschland nun insgesamt 13 Apple-Retail-Stores. Die ersten 1000 Kunden bekommen wie immer ein T-Shirt geschenkt.

Investor Icahn erhöht Druck auf Apple

Der Milliardär Carl Icahn erhöht den Druck auf Apple bezüglich der von ihm zur Kurssteigerung gewünschten Aktienrückkäufe. Icahn will die Apple-Anteilseigner dazu bringen, für ein Rückkaufprogramm im Volumen von 50 Milliarden US-Dollar zu stimmen, berichtet das Wall Street Journal. Damit reduziert er jedoch seine ursprüngliche Forderung, Apple möge Anteile im Wert von 150 Milliarden US-Dollar zurück kaufen. Damals waren die Aktien jedoch 523 US-Dollar wert, seither sind sie im Kurs gestiegen. Grund sind einerseits Icahns wiederholt vorgebrachte Einschätzung. die Apple-Aktie wäre unterbewertet und andererseits die Produkte, die Apple in der Zwischenzeit vorgestellt hat. Derzeit ist die Apple-Aktie etwa 560 US-Dollar wert. Icahn hält etwas unter fünf Millionen Apple-Aktien, etwa 0,5 Prozent der Unternehmensanteile. Apple hat bereits ein Programm laufen, bei dem 100 Milliarden US-Dollar in Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anteilseigner gehen, eine konkrete Änderung ist derzeit nicht geplant. Eine Unternehmenssprecherin erklärt dem Wall Street Journal jedoch, dass der Vorstand das Programm weiterhin diskutieren und etwaige Änderungen im Frühjahr 2014 kommunizieren werde.

Mavericks läuft schon auf jedem dritten Mac

Das kostenlose Update auf OS X 10.9 Mavericks führt dazu, dass fünf Wochen nach der Veröffentlichung eines neuen Mac-Betriebssystems so viele Macs wie noch nie zuvor das aktuelle OS X installiert haben.

Laut der Web-Metrik-Spezialisten von Net Applications seien derzeit 32 Prozent aller Macs mit OS X Mavericks im Internet unterwegs, vor einem Monat waren es gerade einmal elf Prozent. Zum gleichen relativen Zeitpunkt des Vorjahres, nach dem ersten vollen Monat nach Veröffentlichung, hatte der Vorgänger OS X 10.8 Mountain Lion eine Adaptionsrate von gerade einmal 19 Prozent erreicht und erst nach fünf Monaten 32 Prozent - Mountain Lion hatte im Mac App Store noch 16 Euro gekostet.

Der starke Zuwachs von Mavericks ging vor allem auf Kosten von Mountain Lion, dessen Anteil fiel im November von 43 auf 25 Prozent, während Lion nur 2,5 Prozentpunkte verlor und nun auf 18 Prozent aller Macs läuft. Der Anteil der Snow-Leopard-Nutzer liegt stabil bei 20 Prozent. Theoretisch ist auch von Snow Leopard ein Upgrade auf Mavericks möglich, vor allem Nutzer von PPC-Software scheuen diesen Schritt.

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iOS 7 auf drei von vier Geräten

iOS 7 wird von iPhone- und iPad-Nutzern stark angenommen, ältere Systeme als iOS 6 spielen kaum noch eine Rolle.

Auf seiner Entwicklerwebsite hat Apple neue Zahlen zur Verbreitung von iOS veröffentlicht . Demnach läuft das im September veröffentlichte neue Betriebssystem für iPhone, iPad und iPod Touch auf 74 Prozent aller benutzten iOS-Geräte. Diese Zahlen habe Apple anhand des Downloads von Apps aus dem App Store ermittelt. Gegenüber dem Oktober hat der Anteil von iOS 7 um zehn Prozentpunkte zugelegt. Apple liefert iPhone 5S und 5C von Anfang an mit iOS 7 aus, das neue System läuft jedoch auch auf älteren Geräten bis hinab zum iPhone 4. An zweiter Stelle liegt iOS 6 mit 22 Prozent, nur 4 Prozent aller iOS-Geräte aufen also mit älteren Versionen als den beiden jüngsten Fassungen. Auf dem Mac ist die Sache anders: Zwar hat wohl schon jeder dritte Anwender das kostenlose OS X Mavericks installiert, eine großer Anteil der Nutzer ist aber nach wie vor bei Mac-OS X 10.6 Snow Leopard geblieben. Und ganz anders verhält sich die mit iOS konkurrierende Android-Plattform, wie Apple stets betont. Die Fragmentierung von Android mache es Entwicklern schwerer, ihre Software zu optimieren, argumentiert der iPhone-Hersteller. Das beliebteste Android ist demnach mit einem Anteil von 37,4 Prozent die Version Jelly Bean (4.1.x), es folgen Gingerbread (2.3.3 bis 2.3.7) mit 24,1 Prozent und Ice Cream Sandwich (4.0.3./4).

Apple kauft Twitter-Analysten Topsy

Apple hat eine weitere kleine Firma übernommen, berichtet das Wall Street Journal. Demnach übernimmt der Mac-Hersteller für einen Kaufpreis von 200 Millionen US-Dollar das Unternehmen Topsy, das auf Analyse von Twitter-Daten spezialisiert ist. Werbetreibende können mit den Tools von Topsy unter anderem den Erfolg von Anzeigenkampagnen messen oder Themen identifizieren, die bei den Twitternutzern gerade im Trend sind. Topsy gehört laut IDG News Service zu den wenigen Unternehmen, die den vollen Zugriff auf alle bei Twitter abgesetzten Kurznachrichten haben, die "Firehose".

Konkurrenten wie Data Sift oder Gnip mit dem gleichen Zugang analysieren und verkaufen Daten an Kunden. Topsy verfügt nach eigenen Angaben über ein komplettes Archiv aller Twitter-Aktivitäten bis zurück in das Jahr 2006. Welche Pläne Apple konkret mit dem neuen Tochterunternehmen verfolgt, ist nicht klar, bisher gab es keinerlei Stellungnahme aus Cupertino zu der angeblichen Übernahme. Apple kommentiert gelegentlich Akquisen wie diese mit dem Standardsatz, man übernehme von Zeit zu Zeit kleinere Technologieunternehmen. Apple hatte zuletzt mehrere kleinere Unternehmen übernommen.

Apple Stores in USA errichten iBeacons

Apple hat in all seinen US-amerikanischen Retail-Stores damit begonnen, per Kurzstrecken-Funkeinrichtung (Bluetooth) Kunden Infos über Produkte aufs iPhone zu schicken, vor denen diese gerade stehen, oder auch Hinweise auf Veranstaltungen und spezielle Angebote im Geschäft zu senden. Allein im Retail Store in der Fifth Avenue in New York City sind demnach 20 dieser iBeacons aktiv und kommunizieren mit den iPhones der Kundschaft, während diese im Laden umhergeht. Dazu muss auf diesen iPhones Bluetooth aktiviert sein und die Erlaubnis erteilt, Push-Nachrichten auf deren Screen zu schicken. Dafür wird dafür mindestens iOS 7 vorausgesetzt. Außerdem muss die spezielle iBeacon-App (die mit der Apple Store-App identisch zu sein scheint) auf dem iPhone installiert sein. Dann kann man sich über den Status und Ausgabestellen für Bestellungen in dem betretenen Laden, Angebote über neue iPhones oder Kopfhörer und andere Details dankeinformieren lassen. Von Apple selbst gibt es einen Info-Artikel über i OS: Understanding iBeacon . Dort erfährt man, dass zur Nutzung von iBeacon mindestens ein iPhone 4S, ein iPad ab der dritten Generation, das iPad Mini sowie das iPod Touch ab der fünften Generation unterstützt werden. Ob und wann dieser Service auch in europäischen und deutschen Apple Verkaufsläden zur Ausstattung gehört, ist bislang nicht bekannt.

Chrome-Apps jetzt auch für den Mac

Google bietet seine Chrome-Apps ab sofort auch für den Mac an . Die Apps basieren auf HTML 5 und nutzen die von Chrome bereitgestellten APIs, laut Google fühlen sie sich so an "wie native Software". Die Chrome-Apps installiert Google dazu auch in den Programme-Ordner. Sie arbeiten auch offline, synchronisieren sich aber sofort mit dem Google-Server, wenn eine Internetverbindung besteht. So lasse sich an jedem Gerät, auf dem die Apps installiert sind, an Dokumente arbeiten und diese auf einen gemeinsamen Stand halten. Neben Büro-Apps für Tabellenkalkulation oder Textverarbeitung bietet Google über den Chrome Launcher auch Software für Bildbearbeitung oder Spiele an.

Tim Cook spricht sich gegen Diskriminierung aus

Apple-Chef Tim Cook äußerte sich anlässlich einer Verleihung für sein Lebenswerk durch seine frühere Universität und gab dabei einige interessante Details über seine eigene Einstellungen preis.

Dreizehn Minuten lang sprach Apple-CEO Tim Cook in New York City Im Hauptquartier der UN und bedankte sich damit unter anderen für die Verleihung des Auburn University Lifetime Achievement Award. Cook hatte an der Uni in Alabama 1982 seinen Bachelor of Science als Industrieingenieur erworben. Der Nachfolger von Steve Jobs war in den sechziger Jahren in Alabama großgeworden und hatte dort nach eigener Auskunft fürchterliche Auswirkungen von Diskriminierung wegen der Hautfarbe insbesondere der schwarzen Bevölkerung in den USA oder der sexuellen Orientierung erleben müssen. In einem Fall hatte er mit angesehen, wie ein Kreuz verbrannt wurde, was für ihn eine Art Weckruf für den Einsatz gegen die Unterdrückung von Minderheiten wurde. Seitdem unterstützt er alle Bemühungen gegen Diskriminierung und sprach sich sehr für die Verabschiedung eines Gesetzes für die Nichtdiskriminierung von Angestellten in den USA aus, das zwar den Senat, aber noch nicht das Repräsentantenhaus passieren konnte.

Dieses spricht sich insbesondere gegen die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen oder Transsexuellen aus. In seinen Ausführungen für die Menschenrechte berief er sich auch auf Ausschnitte aus der Präambel der Vereinten Nationen, in der vor allem die Gleichheit aller Menschen betont wird.

Seine Firma Apple sei ferner davon überzeugt, dass man Menschlichkeit auch durch die eigenen Produkte befördern könne, wenn diese etwa für Barrierefreiheit für Behinderte sorgten. Dazu diese einfließen, dass in seinem Büro bei Apple drei Fotos hängen. Zwei davon von Robert Kennedy und eins von Martin Luther King Jr. Diese beiden haben nach seiner Ansicht alles geopfert, einschließlich ihrer Leben, um sich für Menschenrechte und menschliche Würde einzusetzen

Tim Cook ist seit 1998 bei Apple, nach dem Tod von Steve Jobs folgte er diesem im August 2011 als CEO nach. Die komplette Rede Cooks findet sich etwa bei Macrumors als Video in voller Länge.

Apple-Fan bringt 27 Jahre alten Mac Plus ins Netz

Einen 27 Jahre alten Apple Macintosh hat Jeff Keacher ans moderne Internet angeschlossen. Dazu waren freilich einige Tricks und Kompromisse nötig.

Der Mac Plus von Jeff Keacher verfügt nach dessen Angaben über folgende technische Werte: 8 MHz CPU, 4 MB RAM Arbeitsspeicher, 50 MB Festplattenspeicher sowie einen Schwarzweiß-Monitor mit einer Auflösung von 512 x 342 Pixeln. Als Betriebssystem war System 7.0 aufgespielt. Keacher hatte den Mac seit Mitte der neunziger Jahre nicht mehr benutzt. Nachdem er ihn sich von seiner Mutter, wo er zwischengelagert war, hatte zuschicken lassen, konnte er ihn über die externe Festplatte zwar einschalten und für kurze Zeit auch betreiben – bis diese sich dann mit einem Rauchzeichen verabschiedete. Doch deren Stromversorgung ließ sich reparieren, und so konnte sich der Mac-Enthusiast an die Arbeit machen, das museumsreife Gerät ins Netz zu bringen. Hierzu benötigte er den Mac Web Browser 2.0, einen TCP/IP-Stack sowie eine Lösung, um den fehlenden Ethernet-Port (von WLAN ganz zu schweigen) zu ersetzen. Ein entsprechender SCSI-Ethernet-Adapter war schwer erhältlich und auch zu teuer. Letztlich brachte ein Raspberry Pi die Lösung. Dieser ließ sich mit dem Router verbinden und schließlich mithilfe von Adaptern eine Verbindung über ein serielles Kabel bis zum Mac Plus einrichten. Wie Keacher das im Detail hinbekam und welche zusätzlichen Tricks und Basteleien er einsetzte, um sein Ziel zu erreichen, lässt sich ausführlich auf seiner Homepage nachlesen . Letztlich schaffte er es, wenn auch in rudimentärer Darstellung ohne technische Feinheiten wie SSL, Java Skript, CSS oder Bilder, den alten Mac Plus mit einer Verbindungsgeschwindigkeit von 19 Kilobit pro Sekunde ans weltweite Netz anzuschließen. Ein Video auf seiner Seite zeigt, wie langsam der Zugang tatsächlich ist. Aber immerhin. Für einen Nostalgie-Trip mit modernem Anstrich (denn das Internet in dieser Form gab es noch gar nicht) – unter gewissen Abstrichen reicht es alle Mal.

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