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Das war 2013: Januar

26.12.2013 | 00:05 Uhr |

Apple stellt Mac Pro ein und bringt iPad mit 128 GB Speicherplatz +++ Rekordbilanz für Apple - Börse enttäuscht +++ Apple: "Sechs Milliarden US-Dollar Steuern bezahlt" +++ Apple-CEO verhandelt mit China Mobile und Behörden +++ CES 2013: Der Computer stirbt aus +++ Ashton Kutcher eröffnet Macworld/iWorld

Apple stellt Mac Pro ein

Das Jahr fängt für Profis schon mal gut an: Apple stellt den Mac Pro ein, zumindest in der EU. Immerhin verspricht der Mac-Hersteller Abhilfe und zeigt im Sommer den Nachfolger, der im Dezember tatsächlich in den Apple Store kommt.

Lange hatten professionelle Anwender auf eine größere Überarbeitung des Mac Pro gewartet. Am 31. Januar wird klar: Der Mac Pro wird nicht mehr in der EU verkauft. Ab dem ersten März bietet Apple den Mac Pro nicht mehr an, Grund dafür sind technische Regularien der EU. Diese betreffen unter anderem die Stromversorgung an den I/O-Anschlüssen wie USB und die Lüfterabdeckung. Händler, die noch Geräte auf Lager haben, dürfen diese noch abverkaufen.

Außerhalb der EU wird der Mac Pro zunächst weiter angeboten, jedoch nicht in den EFTA-Ländern wie der Schweiz oder Liechtenstein. Ob es einen Nachfolger oder Ersatz geben wird, ist Ende Januar noch ungewiss. Es steht aber die Aussage von CEO Tim Cook aus einer E-Mail. Darin hatte der Apple-Chef angekündigt , dass Apple für 2013 "an etwas Großartigem für den Mac Pro" arbeite. Bis Juni gibt sich Apple zu dem Thema schweigsam und stellt auf der WWDC schließlich den Nachfolger vor, der aber noch bei Ende des Jahres auf sich warten lässt.

Apple hatte den Mac Pro zuletzt im Sommer 2012 leicht überarbeitet und neuere Prozessoren eingesetzt, im Kern ist dies aber noch der gleiche Rechner wie vor fast drei Jahren. In das neue Modell hat Apple jedoch einiges an Entwicklungsarbeit gesteckt. Der zylindrische Rechner soll den Desktop-Mac in der Post-PC-Ära definieren, wie Apple schwärmt.

Apple bringt das iPad mit 128 GB Speicherplatz

Ende Januar erweitert Apple die iPad-Modellreihe um ein weiteres Gerät. Das iPad 4 gibt es auch mit 128 GB Speicherplatz . Wie gewohnt kann man beim neuen Modell zwischen Schwarz und Weiß auswählen. Die Wi-Fi-Version kostet 799 Euro, also 100 Euro mehr als das entsprechende Modell mit 64 GB Speicherplatz. Für 929 Euro bekommt man das iPad Wi-Fi + Cellular mit eingebautem LTE-Chip.

Mit der Erweiterung der Modell-Reihe zielt Apple ganz klar auf das Geschäftsumfeld. Zunehmend mehr Anwender nutzen das Tablet nicht nur zum Medien-Konsum, sondern produzieren aktiv Inhalte mit dem Gerät. So entstehen am iPad nicht nur Foto-Collagen mit iPhoto, sondern 3D-Zeichnungen mit AutoCAD, Baupläne, Entwürfe und Filme. Sogar für Musiker wird das iPad als Produktionsmittel zunehmend interessant.

Im Januar tauchen erste Gerüchte auf, Apple werde die nächste iPad-Generation schon im März präsentieren. Diese erweisen sich aber als falsch, noch bis Oktober wartet die Szene auf ein neues 10-Zoll-iPad und ein iPad Mini mit Retina Display

Rekordbilanz für Apple - Börse enttäuscht

Im Jahr 2013 gerät Apple unter Druck von Investoren. Die Apple-Aktie hatte schon seit September 2012 deutlich verloren und stürzt ab Januar weiter ab, bis unter 400 US-Dollar. Im Sommer steigt der Großinvestor Carl Icahn ein, in der festen Überzeugung, Apple sei unterbewertet. Bis Dezember legt der Kurs auch wieder kräftig zu, Icahn will aber noch mehr für sein Geld. Die im Jahr 2013 veröffentlichten Bilanzen sind allsamt positiv - Apple stellt jedoch einen Rückgang der Marge fest. Und auch der Mac hat sich schon einmal besser geschlagen, trotzt in einem rückläufigen Markt aber weiter den Gezeiten.

Im ersten Quartal 2012/2013 hat Apple 54,5 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert und dabei einen Gewinn von 13,1 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr hat der Umsatz damit um 17,7 Prozent zugelegt, der Gewinn jedoch gerade einmal um 1,8 Millionen US-Dollar.

Umsatztreiber war einmal mehr das iPhone. Dessen Verkäufe legten gegenüber Vorjahr um 29 Prozent auf 47,8 Millionen Stück zu. Deutlicher fällt der Zuwachs der Verkäufe pro Woche aus, von 2,6 Millionen Stück im Vorjahr auf 3,7 Millionen iPhones im ersten Quartal 2012/2013.

Die von Steve Jobs angekündigte Post-PC-Ära ist endgültig aufgebrochen. Die Mac-Verkaufszahlen bleiben stabil, iPad konnte zulegen.
Vergrößern Die von Steve Jobs angekündigte Post-PC-Ära ist endgültig aufgebrochen. Die Mac-Verkaufszahlen bleiben stabil, iPad konnte zulegen.

Apple hat im Quartal auch so viele iPads wie noch nie zuvor verkauft, 22,9 Millionen Stück, im Vorjahr waren es noch 15,4 Millionen gewesen. Pro Woche waren das im Schnitt 1,7 Millionen iPads, 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Apple nennt jedoch keine Zahlen, wie sich die Verkäufe auf die einzelnen Modelle iPad 2, iPad 4 und iPad Mini aufteilen. Oppenheimer deutete lediglich an, das seit Anfang November verkaufte iPad Mini sei ein "ungemeiner Hit".

Erstmals nach fast vier Jahren ist der Verkauf von Macs gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Im Berichtszeitraum waren es nur 4,1 Millionen Rechner, im Vorjahr noch 5,2 Millionen. Apple führt den Rückgang auf Produktions- und Lieferschwierigkeiten der neuen iMacs zurück, die erst gegen Ende des Quartals allmählich in den Handel kamen. Seit der Vorstellung der neuen iMacs Mitte Oktober dürfte Apple kaum noch Rechner des Vormodells verkauft haben, erst ab 30. November war aber der neue 21,5-Zöller erhältlich und der 27-Zöller bestellbar.

Die von Steve Jobs angekündigte Post-PC-Ära ist endgültig aufgebrochen. Die Mac-Verkaufszahlen bleiben stabil, iPad konnte zulegen.
Vergrößern Die von Steve Jobs angekündigte Post-PC-Ära ist endgültig aufgebrochen. Die Mac-Verkaufszahlen bleiben stabil, iPad konnte zulegen.

Der Erfolg von iPhone und iPad haben jedoch Auswirkungen auf den iPod, der sich weiter rückläufig entwickelt. Im Weihnachtsgeschäft hat Apple 12,7 Millionen Player verkauft, 21 Prozent weniger als im Vorjahr.  Der iPod Touch ist weiter populär, rund die Hälfte der iPods sind auf die erhältlichen Modell der vierten und fünften Generation entfallen. Laut Apple halte der iPod nach wie vor 70 Prozent des gesamten Marktes für MP3-Player.

Apple: "Sechs Milliarden US-Dollar Steuern bezahlt"

Apple reagiert auf in der New York Times geäußerten Kritik zu seinen Steuerstrategien. Das Blatt wirft im Januar dem Unternehmen vor, kreativ Steuern zu vermeiden. Apple bezeichnet sich jedoch selbst als "einer der größten Zahler von Unternehmenssteuern im Land, wenn nicht gar der größte." Im Geschäftsjahr 2011/2012 habe man sechs Milliarden US-Dollar an den US-Fiskus abgeführt und damit ein vierzigstel der gesamten Steuereinnahmen von Unternehmen.

Apple bleibt jedoch weiter in der Kritik, denn der Mac-Hersteller könnte in den USA weit mehr Steuern zahlen. Etwa 70 Prozent seiner Gewinne verbucht Apple außerhalb der USA, in Ländern, in denen weniger Steuern zu bezahlen sind. So verfügt Apple etwa über Niederlassungen in Irland (Apple Store) und Luxemburg (iTunes Store). Auch in den USA mache sich Apple das vorhandene Steuergefälle zunutze und verbuche Teile seiner Einnahmen über ein Büro in Reno, Nevada, wo statt der in Kalifornien üblichen acht Prozent Unternehmenssteuer 0 Prozent anfielen, werfen die Kritiker ein. Apple wehrt sich gegen die Vorwürfe und bezeichnet seine Geschäftsführung als "mit den höchsten ethischen Standards und allen geltenden Gesetzen und Bilanzierungsregeln" vereinbar.

Der US-Senat untersucht die Steuerstrategien auch anderer großer Firmen auf der Suche nach höheren Staatseinnahmen. Das zuständige Komitee hält die Maßnahmen der US-Unternehmen, ihre Steuern vor allem im Ausland zu entrichten für "eine bedeutende Ursache des Haushaltsdefizits" und den Grund für die "Steuerlasten, die der US-Bürger zu tragen" habe.

Tim Cook wird bei China Mobile vorstellig

China Mobile ist mit 700 Millionen Kunden der größte Mobilfunkprovider des Landes und bisher noch nicht Apples Partner, das iPhone und iPad über kleinere Provider anbietet. Über Inhalte der Gespräche ist nichts bekannt, doch dürfte Cook Kooperationschancen ausgelotet haben. China ist nach den USA mittlerweile der zweitgrößte Markt für Apple, das dort jedoch noch wenige Marktanteile hält. Zuletzt war der Ausbau der Infrastruktur von Apple Stores ins Stocken geraten, wohl mit ein Grund, warum im Oktober der Kurzzeit-Retail-Chef John Browett wieder seinen Hut nehmen musste. Ein billigeres iPhone oder iPhone Mini, um das sich derzeit die Gerüchte überschlagen, hätte in China beste Chancen, sind sich Marktbeobachter einig.

In einem Interview mit der Zeitung Sina Tech spricht Tim Cook davon, dass China bald zu Apples größtem Markt aufsteigen werde. Dementsprechend wolle man zügig den bisher elf Apple Stores weitere Filialen zur Seite stellen und schon bald mehr als 25 Geschäfte betreiben. Cook gibt zudem der Hoffnung Ausdruck, China mit geringerer Zeitverzögerung als bisher mit neuen Produkten beliefern zu können. Bisher vergingen mindestens drei Monate, bis die Behörden neue iPhones oder iPads zuließen, mit den zuständigen Stellen verhandele man über eine Verkürzung der notwendigen Prozeduren.

Zuvor hatte Cook mit dem Minister Miao Wei über globale Trends der Smartphone-Industrie, neue Innovationen und Apples China-Geschäft gesprochen und sich mit dem US-Botschafter in China, Gary Locke getroffen.

Die Reisen des Apple-CEO haben teilweise Erfolg: Im September kann Apple zum Marktstart von iPhone 5S und 5C auch in China die neuen Geräte anbieten. Mit China Mobile hat man sich bis Anfang Dezember noch nicht einigen können. Immerhin haben bis dahin die Behörden die Lizenzen für den proprietären LTE-Standard des Unternehmens lizenziert.

CES 2013: Der Computer stirbt aus

Der Erfolg des iPad und anderer Tablets deutet es schon lange an: Den klassischen Computer auf dem Schreibtisch oder Schoß werden wir bald nur noch zum arbeiten brauchen. Tablets, intelligente Fernseher und schlaue Autos ersetzen viele Einsatzbereiche, für den Rechner zuhause. In Zukunft verliert der Computer noch viel mehr seiner Aufgaben. Der Trend ist auf der CES deutlich zu spüren.

Die CES 2013 zeigt, wie sich viele Hersteller die Zukunft vorstellen. Tastatur, Maus, selbst Fernbedienungen sind nicht die Zukunft. Sprachsteuerung wie Siri wird dagegen bei vielen Geräten des Alltags immer wichtiger. Nicht nur Smartphones, sondern auch Fernseher und Autos verstehen jetzt immer öfter, was wir Ihnen sagen wollen. In einfachsten Fall unterstützt das Auto jetzt schlicht Siri. Dazu ist das Auto per Bluetooth mit dem iPhone verbunden und ein Knopf am Lenkrad startet die Sprachwahl. So könnte man sich unterwegs SMS vorlesen lassen oder einen Termin planen. Dabei funktionieren aber nur Aktionen, die keinen Blick auf den iPhone-Bildschirm erfordern. Alle anderen sind im Auto gesperrt.

Wer in Zukunft seinen Fernseher anbrüllt, erhält dann vielleicht eine Reaktion darauf. Moderne Fernsehapparate kann man per Stimme oder mit Gesten steuern. Ansätze dafür gibt es zwar schon lange, jetzt wird dies aber immerhin zuverlässiger und intuitiver. Zudem erkennt die eingebaute Kamera Gesichter und erlaubt oft Videotelefonie mit Skype. Angry Birds spielt man nun per Handbewegung auf der Glotze. Auch Computer sollen wir in Zukunft durch Winken und Zuruf bedienen. Intel zeigt auf der CES ein Projekt, das in die Laptops und Tablets der nahen Zukunft eingebaut werden soll. Ähnlich wie bei der Bewegungssteuerung von Videospielkonsolen erkennt dieses Tiefeninformationen, also Entfernungen und kann so Bewegungen deutlich besser erkennen und vom Hintergrund trennen als normale Webcams.

Corning, der Hersteller des iPhone-Glases, lässt auf der CES hochwissenschaftlich Stahlkugeln donnernd auf kleine Glasscheiben krachen. Eine davon ("normales Displayglas") geht kaputt, die andere ("Gorilla Glass 3") nicht. Die neue Generation des Glases soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und bei gleicher Dicke angeblich 30 Prozent bruchsicherer sein. Oder bei gleicher Stabilität deutlich dünner. Kratzer sollen ebenfalls deutlich schwerer entstehen, beziehungsweise angeblich kaum zu sehen sein. Wer immer schon mal Stahlkugeln auf sein iPhone werfen wollte, wird dies wohl ab der nächsten Generation bedenkenlos tun können.

Ashton Kutcher eröffnet Macworld/iWorld

Im Jahr 2008 eröffente Apple-CEO Steve Jobs zuletzt eine Macworld Expo - und brachte das Macbook Air zur Keynote mit. Im Jahr darauf musste er sich krankheitsbedingt von Phil Schiller vertreten lassen, die Produktneuvorstellungen gerieten eher lustlos. Danach kehrte Apple der Macworld Expo endgültig den Rücken. Dass eine Apple-Messe auch ohne Apple funktioniert, zeigt IDG Wolrd Expo mit der mittlerweile in Macworld/iWorld umbenannten Veranstaltung in San Francisco, die im Januar 2013 mit zwei besonderen Keynote-Speakern aufwartet: Steve Jobs und Steve Wozniak. Natürlich handelt es sich hierbei um die beiden Schauspieler Ashton Kutcher und Josh Gad, die in dem Biopic "Jobs", das Ende des Monats auf dem Sundance Film Festival Premiere feiert, die beiden Steves darstellen und auf der Macworld/iWorld über ihre Erfahrung bei der Darstellung der beiden Apple-Gründer sprechen. Das Biopic gerät jedoch zum Fiasko, nach der Premiere auf dem FIlmfestival erhält es keine positiven Kritiken. Steve Wozniak kritisiert den Film gar anhand einzelner vorab gezeigter Szenen. In die Kinos ist jOBS bis heute nicht gekommen. Stattdessen macht im Frühjahr eine Biopic-Parodie der Website Funny or Die viel Freude. In der Rolle des "iSteve": Justin Long, bekannt aus dem Apple-Werbefernsehen.

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