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Das war 2013: März

28.12.2013 | 00:00 Uhr |

Richterin reduziert Samsungs Strafe und lässt neu verhandeln +++ Apple wehrt sich gegen Kritik aus China +++ Viviane Reding will Einkaufen in der EU erleichtern +++ Ex-CEO Sculley beklagt Innovationsflaute bei Apple +++ Blackberry-Chef spuckt große Töne gegen Apple +++ Adobe-CTO wechselt zu Apple +++ Graphen als nächste Akkugeneration entdeckt +++ Internet wankt unter größtem Spam-Angriff der Geschichte

Richterin reduziert Samsungs Strafe und lässt neu verhandeln

Die Milliarden-Strafe gegen Samsung ist ab März keine mehr: Bei zwölf der 26 Samsung-Modelle in der Patentklage wurden bei der Schadensersatz-Berechnung die falschen Formeln eingesetzt. Richterin Koh reduziert die Strafe - und setzt eine neue Verhandlung an.

Richterin Lucy Koh vom Bezirksgericht Nordkalifornien in San Jose stellt fest, dass die Juroren, die im August 2012 Samsung zu einer Strafzahlung in Höhe von 1,05 Milliarden US-Dollar wegen Patentverletzung verdonnerten, "unzulässige" Berechnungsformeln anwandten. Koh hat ursprünglich angeordnete Geldstrafe um zirka 450 Millionen US-Dollar gekürzt und eine Nachverhandlung angesetzt, um die korrekte Schadensersatzforderung, die Apple von Samsung wegen Patentverletzung fordern kann, zu ermitteln. Für die Nachverhandlung werden zwölf Smartphone- und Tablet-Modelle von Samsung erneut unter die Lupe genommen. Gegen weitere 14 Modelle hält Koh eine Schadensersatzsumme von 598 Millionen US-Dollar für gerechtfertigt.

Koh veröffentlichte, dass Apple sich die Schuld für die Teil-Revision selbst zuzuschreiben hat: "Apple hat seine Klage mit Experten-Aussagen und aggressiven Fristen untermauert, hätte Apple eine umsichtigere Strategie angewandt, wäre jetzt keine neue Verhandlung notwendig", beschreibt die Richterin. Die Verhandlung, in der mehr als zwei Dutzend von Samsungs Modellen begutachtet wurden, war so komplex, dass Beobachter der Verhandlung sofort Zweifel meldeten, ob die Berechnungen in jedem Fall angemessen waren.

In der Nachverhandlung geht es im November schließlich nur noch um die unbestreitbare Verletzung eines Patents "Pinch to Zoom". Während Apple 380 Millionen US-Dollar an Schadensersatz fordert, legt die Jury die erneute Strafe auf 290 Millionen US-Dollar fest. Samsung verliert zudem vor Gericht Prozesse um Standard-essentielle Patente um den 3G-Mobilfunk. Aufgrund dieser Patente erwirkt der Konzern zwar ein Verkaufsverbot für ältere Apple-Geräte, dieses wird aber erst wirksam, kurz bevor der Mac-Hersteller das letzte noch verfügbare dieser Geräte, das iPhone 4, endgültig aus dem Handel nimmt.

Das iPhone hätte beinahe Telepod geheißen

Telepod, Mobi oder Tripod, Apple hatte einige Ideen für den Namen des iPhone im Sinn, die dann doch nicht Realität wurden.

Apple ehemaliger Marketingchef Ken Segall hat bei einem Vortrag an der Universität von Arizona vier alternative Namen verraten, die Apple für sein Smartphone in Betracht gezogen hatte, bevor es als iPhone vorgestellt wurde. Demnach waren die Begriffe Telepod, Mobi, Tripod und iPad im Gespräch. Telepod hätte Apple dann als Verschmelzung der Begriffe "Telephone" und "iPod" verstehen lassen, Tripod hätte auf die von Steve Jobs bei der Vorstellung des iPhone deutlich gemachte dreifache Funktionalität verwiesen: "An iPod with Touchscreen, a telephone and a breakthrough internet-device".

Mobi hingegen hätte nicht nur eine Abkürzung von "Mobile" gestanden, sondern für eine Persönlichkeit - wie sie nun wohl Siri repräsentiert. Selbst der Name iPad war im Gespräch für das iPhone - historisch hatte Apple ja zuerst einen Tablet-Computer entwickelt, bevor Steve Jobs gegen 2005 anregte, daraus ein Telefon zu produzieren. Die Frage ist nur, wie das iPad heute hieße, würde man das iPhone iPad nennen...

Apple wehrt sich gegen Kritik aus China

In einer offiziellen Pressemitteilung auf seiner chinesischen Seite wehrt sich Apple Ende März gegen die Kritik an seinen Garantie-Richtlinien in China.

Zwei Wochen zuvor hatte ein Fernsehbeitrag des staatsbetriebenen Senders China Central Television für Aufsehen gesorgt. Darin beschuldigten Journalisten Apple der Nachlässigkeit in Sachen Garantie und Gewährleistung für seine Geräte in China. Gleichzeitig veröffentlichten einige chinesische Prominente Apple-kritische Beiträge in diversen sozialen Netzwerken.

Apple wehrt sich in einer offiziellen Pressemitteilung auf seiner chinesischen Seite gegen die Vorwürfe: Die Garantie-Richtlinien in China entsprächen größtenteils denen in den USA, zudem seien sie konform mit den chinesischen Gesetzen. Ein kaputtes iPhone 5 wird in China gegen ein neues Gerät ausgetauscht, ein iPhone 4 oder 4S dagegen bekommt neue Ersatzteile wie Antenne oder Display und geht am gleichen Tag wieder an seinen Besitzer.

Der chinesischen Presse gefällt Apples Antwort nich. Das Volkstagesblatt , eine Zeitung der chinesischen kommunistischen Partei, meint, die aktuelle Pressemitteilung sei "leer und betreibe Eigenlob" und wirft Apple Arroganz und Gier vor. Tim Cook schließlich sieht sich Anfang April zu einer Entschuldigung in Form eines offenen Briefes genötigt. Darin bedauert er, die Kommunikation Apples habe einen derartigen Eindruck entstehen lassen und kündigt Verbesserungen an. So bekommen von Garantiefällen betroffene chinesische Kunden seither neue Geräte. Zusätzlich wird die Garantiedauer entsprechend neu berechnet, ursprünglich galten in China die üblichen zwölf Monate nach dem Kauf, ungeachtet dessen, ob während dieser Zeit das iPhone ausgetauscht wurde oder nicht.

Das Außenministerium in Peking lobt Apple für die "gewissenhafte Antwort auf die Nöte der Kunden", erklärt dessen Sprecher Hong Lei der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir stimmen dem zu, was Apple gesagt hat." Für einen "großen Fehler" hält jedoch der Chef der China Market Research Group Shaun Rein die Entschuldigung in einem Interview mit Bloomberg TV. Steve Jobs hätte dies niemals getan und auch keine Änderungen an den ohnehin schon generösen Reparatur- und Umtauschbedingungen vorgenommen. Anders als Tim Cook war Jobs jedoch nie in China. Tim Cook hingegen kennt dank seiner Erfahrungen mit Zulieferern die Situation in Asien genau - die Zugeständnisse kosten Apple nur wenig, beruhigen jedoch die staatlich gelenkten Medien. Kritiker werfen Cook vor, vor diesen eingeknickt zu sein, die Entschuldigung könnte jedoch für beide Seiten gesichtswahrend sein. Die Strategie Cooks scheint sich Ende 2013 ausgezahlt zu haben.

Viviane Reding will Einkaufen in der EU erleichtern

EU-Wettbewerbskommisarin Vivane Reding wünscht ein einheitliches Recht für Interneteinkäufe und Datenschutz in der EU. Als schlechtes Beispiel für mangelnde Verbraucherrechte zieht Reding aber mal wieder Apple heran.

Demnach wünscht die Justizkommissarin Viviane Reding Sanktionen gegen Apple, das immer noch nicht klar genug den Unterschied zwischen der freiwillig gegebenen einjährigen Herstellergarantie, der Garantieverlängerung Apple Care und der gesetzlichen zweijährigen Gewährleistung nach EU-Recht nenne. Reding erklärt auf einer Konferenz in Berlin, es gehe nicht, "dass Apple bestehendes EU-Recht zum Nachteil des Verbrauchers auslegt." Sanktionen gegen den Hersteller könne aber nicht die EU, sondern nur die Behörden der Mitgliedsstaaten ausüben. In Italien und Belgien ist das bereits geschehen, auch in Deutschland hat Apple reagiert und beschreibt den Unterschied zwischen Gewährleistung, Garantie und Apple Care auf einer eigenen Seite . Dies scheint Reding aber nicht ausreichend zu sein, der Verbraucher werde nicht ausreichend über seine Rechte aufgeklärt, es erscheine ihm so, dass er nur mit Apple Care einen für zwei Jahre geltenden Schutz erhalte.

Die Kommissarin fordert ein einheitliches Verbraucherrecht in der EU, um den grenzüberschreitenden Handel zu fördern. Hier blocken aber Mitgliedsländer wegen des Subsidiaritätsprinzips ab - was sie selbst regeln können, wollen sie auch selbst regeln. Aus den gleichen Gründen scheitern auch von der EU geforderte Sanktionen gegen "schwarze Schafe": Welche das sind und welche Maßnahmen dagegen einzuleiten sind, bleibt Sache der Mitgliedsländer. Anpassen will Reding zudem auch das Datenschutzrecht in der EU, die Gesetze stammten aus dem Jahr 1996 "Mark Zuckerberg war damals 11 Jahre alt." Auch in Sachen Datenschutz braucht es anscheinend einen plakativen Übeltäter aus der Internetbranche wenige Wochen vor Bekanntwerden des NSA-Skandals.

Ex-CEO Sculley beklagt Innovationsflaute bei Apple

Der ehemalige Apple-CEO John Sculley beklagt in einem Interview mit dem Sender CNBC eine "Innovationsflaute" beim Mac-Hersteller. Apple benötige nun einen "kreativen Sprung nach vorne", denn gerade diese Sprünge würden das Unternehmen ausmachen. Die letzten zehn Jahre wären enorm innovativ gewesen, mit dem Durchbruch von Mobilfunktechniken oder Social Media, Firmen wie Apple, Google und Facebook hätten sich besonders hervorgetan. Nun sei aber die Zeit der "schnellen Nachahmer" angebrochen, die wie Samsung hervorstechen. Um sich zu behaupten, benötige Apple also eine neue Ära der Innovationsschübe.

Und was diese nächste Ära ausmachen werde, weiß Sculley auch schon: Sensoren. 30 Milliarden miteinander vernetzte Geräte werde es seiner Schätzung nach in der nächsten Dekade geben: "Sensoren, wie sie in Kameras haben, Dinge, die fast alles messen und erfassen können, werden im nächsten Innovationsschub besonders bedeutsam." Sculley wisse aber nicht, ob sich Apple mit diesem Thema beschäftige.

Konkretere Ratschläge hat Sculley aber für die Expansion von Apples aktuellen Produkten. Apple müsse mehr in Wachstumsmärkten präsent sein, fordert der ehemalige Chef von Apple und Pepsi: "Ungefähr die Hälfte der Smartphones weltweit gibt es in den USA. Die wahre Wachstumschance für den Smartphonemarkt besteht in Wachstumsmärkten wie China oder Indien." Dort müssen die Endverbraucherpreise mangels Subventionen von Carriern deutlich niedriger liegen als in Nordamerika und Europa, erklärt Sculley. So würden etwa in Indonesien Smartphones für 120 US-Dollar verkauft, während Apple immer noch bis zu 800 US-Dollar verlange. Samsung trete in diesen Teilen der Welt "weit aggressiver" auf.

Ob Apple in Sachen Sensoren und Services auf Sculley hört, ist höchst ungewiss. Sicher hat Apple jedoch die Forderung nach einem Billig-iPhone ignoriert, wie die neuen Produkte im September zeigen.

Blackberry-Chef spuckt große Töne gegen Apple

In einem Interview mit der australischen Zeitung Financial Review spuckt der Blackberry-CEO Thorsten Heins im März große Töne - und führt den Abgesang auf Apple in neue Höhen. Apple habe einen fantastischen Job getan, Touch-Geräte auf dem Markt zu etablieren und man könne der Firma aus Cupertino dafür nicht dankbar genug sein, führt Heins aus. Aber die Benutzeroberfläche von iOS sei nun mittlerweile fünf Jahre alt. Geschichte wiederhole sich und auch Apple sei davor nicht gefeit, an Bedeutung zu verlieren, warnt Heins. Die Industrie wandele sich in einer derart hohen Geschwindigkeit, und wer mit seinem Innovationstempo nicht mithalte, könne sehr schnell ersetzt werden.

Blackberry-Smartphones hätten Apples Geräte vor allem in Sachen Multitasking etwas voraus, rühmt Heins und zeigt sich für den Erfolg des Smartphones Z10 optimistisch. Mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 (BB10) habe man sich lediglich wieder in die Startreihe aufgestellt, den Grand Prix müsse man aber nun gewinnen (Anmerkung: Heins sprach während des Wochenende des Formel-1-Rennens in Melbourne mit der Zeitung), man könne nie still stehen. Das Schicksal der Firma hänge aber nicht vom Z10 ab, wenngleich die neue Plattform BB10 mit bald 100.000 verfügbaren Apps eine große Gelegenheit für Blackberry sei. Berichte über eine bevorstehende Übernahme durch Lenovo wies Heins zurück, es gebe allenfalls ein anfängliches Interesse an dem Thema.

Heins' Buhlen um Aufmerksamkeit nutzt weder seinem Unternehmen noch ihm persönlich, im November muss er bei Blackberry seinen Hut nehmen. Apple hingegen renoviert die fünf Jahre alte Oberfläche von iOS und zeigt der Konkurrenz erneut, wo der Hammer hängt. Auch im Grand-Prix-Sport bleibt 2013 alles beim Alten und der Weltmeister ist der selbe wie die drei Jahre zuvor.

Eine Milliarde Downloads aus iTunes U

Apple vermeldet im März eine Milliarde Downloads aus dem Bildungsangebot des iTunes Store iTunes U.

iTunes U bietet den "weltweit größten Onlinekatalog für kostenlose Lerninhalte von renommierten Hochschulen und bedeutenden Bibliotheken, Museen und Einrichtungen", wie Apple in seiner Pressemitteilung. Mittlerweile würden sich mehr als 1.200 Universitäten und höhere Schulen sowie 1.200 Grundschulen und Schulbezirke an dem Programm beteiligen und dabei mehr als 2.500 öffentliche sowie "tausende" private Kurse für Schüler und Studierende bereit stellen.

Die populärsten Anbieter sind laut Apple die Standford University und The Open University, die jeweisl mehr als 60 Millionen heruntergeladene Inhalte zur Gesamtzahl beisteuerten. Als einer der populärsten Kurse mit mehr als 100.000 eingeschriebenen Studenten habe sich der Chemiekurs von Matthew Stoltzfus von der Universität von Ohio erwiesen. Über 60 Prozent der Downloads aus iTunes U kämen von außerhalb der USA. Aus Deutschland stellen unter anderem die Universitäten von München, berlin, Hamburg, Hannover, die RWTH Aachen , die Zeppelin Universität Friedrichshafen und dutzende weitere Institute Inhalte in iTunes U ein.

Fortune: Apple ist das am meisten bewunderte Unternehmen

Apple ist laut dem Wirtschaftsmagazin Fortune zum sechsten Mal in Folge das am meisten bewunderte Unternehmen.

Für die alljährlich erscheinende Liste hat Fortune in den USA 3.800 Manager, Firmenchefs und Analysten befragt und neun Teilnoten vergeben. Apple setzt sich demnach mit einem Ergebnis von 8,24 Punkten und Platzierungen jeweils auf der höchsten Stufe in den einzelnen Teilbereichen erneut auf den ersten Platz. Apple sei trotzt des zuletzt unter Druck geratenen Aktienkurses und der teils hämischen Kritik an der Karten-App von iOS 6 immer noch ein finanzielles Schwergewicht, schreibt Fortune. Einen Profit wie den von 13 Milliarden US-Dollar im letzten Quartal konnte keine andere Firma einfahren. Hinter Apple landeten Google mit 8,01 Punkten und Amazon mit 7,28 Punkten, der Einzelhändler schnitt vor allem in der Kategorie "Soziale Verantwortung" schlecht ab. Das ausländische Unternehmen, welches die Befragten am meisten bewunderten, ist BMW auf Platz 14 und einem Wert von 6,67 Punkten.

Browett: "Habe nicht zu Apple gepasst"

Apples ehemaliger Retail-Chef John Browett, der seine Aufgaben als Nachfolger von Ron Johnson nur von April bis Oktober 2012 ausübte, hat sich erstmals zu seiner Zeit bei Apple geäußert.

Auf der Konferenz Retail Week Live sprach er davon, die Zeit bei Apple sei "womöglich das Beste, was mir je passiert ist." Seinen alten Arbeitgeber, der ihn nach nur einem halben Jahr ohne weitere Worte geschasst hat , lobt er in den höchsten Tönen: "Apple ist eine wahrhaft fantastische Firma. Die Leute dort sind großartig, sie machen großartige Produkte, Apple hat eine großartige Kultur und ich habe es geliebt, dort zu arbeiten." Aber er habe "einfach nicht in die Unternehmenskultur gepasst", erklärt Browett, der nun CEO des Retailers Monsoon Accesorize ist. Die Erfahrung bei Apple habe ihm klarer gemacht, wie er wirklich ist und wie er zu arbeiten gedenke, dies werde ihn in Zukunft "bessere Jobs" erledigen lassen.

Vor seiner Zeit bei Apple war Browett CEO des britischen Retailser Dixons, sein neuer Arbeitgeber Monsoon betriebt mehr als 1.000 Läden in 74 Ländern. 380 der Stores sind in Großbritannien und Irland ansässig. Browett war als Nachfogler des "Vaters der Apple Stores" Ron Johnson zu Apple gekommen, der das Unternehmen in Richtung J.C. Penneys verließ , das er als CEO leitet. Browett war Tim Cooks erste nennenswerte Neueinstellung, im Sommer 2012 hatte Browett durch zahlreiche Stellenstreichungen in den Apple Stores, die er wieder rückgängig machen musste, für Aufsehen gesorgt. Eine neue Chefin für die Retail Stores finde Apple erst Ende des Jahres, die bisherige Burberry-CEO Angela Ahrendts wird ihren Job in Cupertino im Frühjahr 2014 antreten.

Adobe-CTO wechselt zu Apple

Adobes Chief Technology Officer (CTO) Kevin Lynch hat den Softwarehersteller verlassen, um sich Apple anzuschließen, bestätigt Adobe. Nach fünf Jahren im Unternehmen werde er nun "andere Ziele verfolgen", heißt es in einer Mitteilung lapidar.

Den Posten des CTO will Adobe nicht neu besetzen, für die technologische Entwicklung sollen sich die einzelnen Abteilungen unter der Oberaufsicht von CEO Shantanu Narayen kümmern. Für die abteilungsübergreifende Entwicklung werde der erst kürzlich zu Adobe zurück gekehrte Bryan Lamkin verantwortlich zeichnen, heißt es weiter.

Das einst gute Verhältnis von Adobe und Apple ist abgekühlt, seitdem Apples CEO Steve Jobs die Technologie Flash in einem offenen Brief harsch kritisierte und damit begründete, warum sie für iOS nicht geeignet sei. Adobe selbst hat mittlerweile die Entwicklung von Flash für Mobilgeräte eingestellt und setzt stattdessen auf HTML 5. Welchen Posten Lynch, der seinerzeit noch scharf gegen Apple geschossen hatte und den Konzern als "Big Brother" bezeichnete, in Cupertino übernehmen wird, ist unbekannt, weder Apple noch Adobe wollten die Angelegenheit kommentieren.

Adobe hat im vergangenen Quartal seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 1,01 Milliarden US-Dollar zurückgehen sehen, der Gewinn schrumpfte um 65 Prozent auf 65,1 Millionen US-Dollar.

Graphen als nächste Akkugeneration entdeckt

Die größten Bestandteile in einem iPhone oder iPad sind das Display und der Akku. Während Apple auf den Bildschirm wegen seiner Funktionen schlecht verzichten kann, kämpft der Hersteller um jeden Millimeter im Inneren eines Tablets oder Smartphones.

Die Wissenschaftler Richard Kaner und Maher El-Kady von der University of California kennen wahrscheinlich die Lösung für den Platzmangel in modernen elektronischen Geräten: Die beiden Chemiker entdeckten ein unkompliziertes Verfahren zur Herstellung von Graphen, wobei sie eine dünne Schicht von Graphitoxid auf einen CD-Rohling aufgetragen und per Laserstrahl in einem herkömmlichen DVD-Brenner zu Graphen verwandelt haben. Mehr noch, Kaner und El-Kady sind bei ihren Untersuchungen auf Eigenschaften des neuen Materials gestoßen, die es zum potenziellen Nachfolger von Lithium-Ionen-Akkus machen.

Zur Erinnerung, Graphen ist eine Erscheinungsform von Kohlenstoff, wobei im Unterschied zu anderen Erscheinungsformen wie beispielsweise dem Diamanten die Moleküle bei Graphen in eine Schicht eingeordnet sind. Durch seine Beschaffenheit ist Graphen extrem leicht: Bei einer Dicke von 33,5 Nanometer wiegt ein Quadratkilometer des Materials 757 Gramm. Bei den Untersuchungen in Kalifornien haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass das neue Material recht robust ist und eine hohe elektrische Leitfähigkeit besitzt (mehr als 1700 Siemens pro Meter, wobei die herkömmlichen Kondensatoren auf Kohlenstoffbasis eine Leitfähigkeit von 10 bis 100 S/m aufweisen). Praktisch bedeutet dies, dass Kaner und El-Kady eine kleine Glühlampe an ein Stück Graphen angeschlossen  und dieses über zwei oder drei Sekunden aufgeladen haben. Die Glühlampe brannte dann bis zu fünf Minuten.

Die beiden Wissenschaftler zeigen auch auf, wohin sich ihre Entdeckung entwickeln soll: zu einem Akku auf dem Prozessor . Zudem sollen diese Akkus umweltfreundlicher als herkömmliche Batterien sein: Die Graphen-Akkus könnte man in einer Komposttonne entsorgen.

Die EU finanziert die Erforschung von Graphen mit einer Milliarde Euro innerhalb des Programms „ European Flagship Initiative “.

Internet wankt unter größtem Spam-Angriff der Geschichte

Ein seit Wochen andauernder Krieg zwischen einer Anti-Spam-Organisation und einem Spam-Versender mündet in dieser Woche in der wohl größten Spam-Attacke in der Geschichte des Internets.

Bereits seit Wochen liefert sich die Anti-Spam-Organisation Spamhaus einen virtuellen Krieg mit Email-Spamversendern aus den Niederlanden. Heute findet der Kampf seinen Höhepunkt mit einem massiven Angriff, bei dem pro Sekunde rund 300 Gigabyte an Daten auf die Server von Spamhaus einprasseln.

Spamhaus, das Ziel der Angriffe, arbeitet bereits seit mehreren Jahren erfolgreich gegen Spam-Versender. Dafür erstellt die Organisation Sperrlisten mit fragwürdigen Hostern zur Verfügung. Einer dieser Hoster sind die Niederländer von Cyberbunker, deren Server den Angaben zufolge auch für den Versand von Spam-Mails genutzt werden.

Dass Cyberbunker auf einer der gefürchteten Listen landet, scheint dem Unternehmen und seinen Kunden ganz und gar nicht zu gefallen. Seit dem 20. März wurden über den Hoster anscheinend Gegenmaßnahmen eingeleitet und gezielte DDOS-Attacken gegen die Spamhaus.org-Website ausgeführt. Der Einsatz des beauftragen Sicherheitsunternehmens Cloudflare zwang die Angreifer nun zu einem Strategiewechsel, der das gesamte Internet ausbremsen könnte.

Die Angreifer geben sich selbst als Spamhaus-Server aus und verschicken Milliarden kleiner Anfragen an DNS-Server weltweit. Dieses Vorgehen erzeugt einen riesigen Datenstrom, der laut Sicherheitsexperten sogar größer ist als der Internetverkehr kleiner Länder. Die ausgelasteten DNS-Server kommen dabei an ihre Grenzen. Mehrere Email-Dienste sowie die Video-Plattform Netflix hatten bereits mit Ausfällen zu kämpfen.

Angry Birds und Angry Birds HD ab sofort gratis

Rovio feiert den Erfolg seiner Angry-Birds-Reihe und stellt den Erstling zum kostenlosen Download bereit. Angry Birds als auch Angry Birds HD können ab März zum Nulltarif über Apples App Store auf iPhone, iPod touch und iPad geladen werden. Damit ist das Geschicklichkeitsspiel seit dem Release im Jahr 2009 erstmals über einen längeren Zeitraum gratis erhältlich. iPhone-Besitzer sparen 89 Cent, iPad-Nutzer ganze 2,99 Euro. Rovi hat über den Lauf der Zeit jedoch immer mehr In-App-Käufe in das Spiel eingebaut und damit den Charakter des Spiels in Richtung " Freemium " verändert.

Mit Angry Birds traten die wütenden Vögel im Dezember 2009 ihren weltweiten Siegeszug an. Das Spielprinzip ist einfach wie genial und birgt einen hohen Suchtfaktor: Per Katapult müssen kleine Vögel mit unterschiedlichen Fähigkeiten auf feindliche Schweine abgefeuert werden, die sich in Türmen verschanzt haben. Je weniger Vögel zur Zerstörung benötigt werden, desto höher fällt die Punktewertung am Ende eines jeden Levels aus.

Mittlerweile hat das Geschicklichkeitsspiel mehrere Nachfolger bekommen und ist für die unterschiedlichsten Plattformen wie webOs, Android, Mac, Nintendo 3DS, PSP, BlackBerry OS, Xbox 360 oder PlayStation 3 erhältlich.

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