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Das war 2013: Oktober

04.01.2014 | 00:00 Uhr |

Special Event im Oktober: iPad Air und iPad Mini Retina +++ Apple macht mehr Umsatz aber weniger Gewinn +++ SEC beendet Untersuchung von Apples Steuerstrategie +++ Apple legt im E-Book-Prozess offiziell Berufung ein +++ Sensorprobleme des iPhone 5S +++ Einbruch bei Adobe +++ Burberry-Chefin wird Apples neue Retail-VP +++ Apple verkauft doppelt so viele iPhone 5S wie iPhone 5C +++ Loewe stellt Antrag auf Insolvenz

Mavericks, Mac Pro und iPad Air und iPad Mini Retina

Apple brennt im Oktober nochmals ein Produktfeuerwerk ab und geht gut gerüstet in die Weihnachtssaison: Mavericks ist gratis und ab 22. Oktober für Macs erhältlich, die mindestens Mac-OS X 10.6 Snow Leopard und den Mac App Store installiert haben. Die Macbook Pro Retina werden jeweils um 200 Euro günstiger, den Mac Pro gibt es ab Dezember zu Preisen ab 3000 Euro. Völlig neu und gratis für Neukäufer von iOS-Geräten oder Macs sind die iLife- und iWork-Apps, die iCoud-Version von iWork bekommt etwa Möglichkeit zur Kooperation. Das neue iPad bekommt einen neuen Namen: iPad Air - dünner, leichter und schneller als je zuvor soll es sein. Und das iPad Mini schließlich bekommt in seiner zweiten Generation ein Retina-Display. iPad 2 und iPad Mini 1 bleiben zu reduzierten Preisen im Handel - aber nur noch ein einziges Macbook Pro mit Laufwerk. Nichts geändert hat Apple am Mac Mini und am Apple TV, zu den iPods hatte der Hersteller schon im September praktisch nichts Neues gebracht.

Wie üblich hatte Apple-CEO Tim Cook seine Keynote über "faszinierende neue Produkte" mit Updates begonnen. Dabei zitiert er positive Presseberichte über das iPhone 5S und und iPhone 5C und wiederholt die Zahl von neun Millionen verkauften Geräten am ersten Wochenende, die einige Analysten in Zweifel gezogen hatten. Ein Video, das begeisterte iPhone-Käufer in Apple Stores aus aller Welt zeigt, rundet die Einleitung ab. "Wenn wir so eine Kundenbegeisterung sehen, wissen wir, wofür wir arbeiten," freut sich Tim Cook über die Bilder.

Zwei Drittel aller dafür geeigneten iOS-Geräte sollen mittlerweile auf iOS 7 laufen, das Apple auch erst im September auf den Markt gebracht hatte, 200 Millionen Geräte insgesamt. Auch iTunes Radio zeigt bereits erste Erfolge: 20 Millionen nutzen den Service bereits und haben eine Milliarde Songs im Stream gehört. Justin Timberlake etwa hatte sein neues Album exklusiv in Apples Streamingservice zuerst veröffentlicht. Und dabei ist iTunes Radio bisher nur in den USA erhältlich. Im App Store warten mittlerweile über eine Million Apps auf Anwender, 60 Milliarden Downloads habe man bereits gezählt und 13 Milliarden US-Dollar an Entwickler ausbezahlt.

Mavericks ist kostenlos

Trotz aller Erfolge der iOS-Plattform will Apple weiter in den Mac investieren und den Computer weiter entwickeln. "Wir wissen nicht, was die Konkurrenz vorhat, wir haben aber ein klares Ziel," meint Cook, der die Strategie der schlechten Unterscheidbarkeit von Netbooks und Tablets nicht nachvollziehen kann. Man werde heute noch "tolle neue Produkte zeigen", zunächst spricht aber Software-Chef Craigh Federighi über OS X Mavericks, das er bereits im Juni auf der WWDC gezeigt hatte. Neuer Look, neue Funktionen, neue Apps und vor allem die neuen Energiesparfunktionen stellt er dabei heraus. Ebenso sind in Mavericks die neuen Funktionen des Finders wichtig, wie Tagging und Tabs oder die Unterstützung von Multidisplays. Wer die Präsentation von der WWDC schon gesehen hat, findet darin nichts Neues. Freuen kann man sich aber auf die neuen Funktionen wie die verbesserten Benachrichtigungen, Maps oder iBooks.

Apple hatte bis dahin noch nichts zum Preis des Betriebssystems gesagt und dieser ist in der Tat eine Überraschung: Mavericks ist kostenlos. Und zwar für alle Benutzer von OS X Lion, Mountain Lion und sogar Mac-OS X 10.6 Snow Leopard. "Wir wollen Mavericks auf so vielen Rechnern wie nur möglich laufen sehen," erklärt Federighi.

Neues Macbook Pro

Sowohl das 13-Zoll-Macbook, das Apple das vor einem Jahr vorgestellt hatte und der 15-Zöller mit Retina-Display bekommen Upgrades. Das 13-Zoll-Modell bekommt neben einer Haswell-CPU (Intel Core i5) die integrierte Iris-Grafik von Intel, Apple verspricht (mit Mavericks) eine Akkulaufzeit von bis zu neun Stunden. Der Wi-Fi-Chip versteht sich auf 802.11ac, als erster Mac bekommt das Macbook Pro Retina einen Thunderbolt-2-Anschluss. Apple senkt darüber hinaus den Preis, von 1499 Euro für das Einstiegsmodell auf 1299 Euro. Das neue Retina-Macbook ist ab heute erhältlich, die weiteren Modelle kosten 1499 und 1799 Euro.

Der 15-Zöller bekommt den Quadcore-Prozessor Crystalwell Intel Core i7 und die integrierte Iris-Pro-Grafik. PCIe-Flash, 802.11ac und Thunderbolt 2. Der Preis sinkt ebenso um 200 Euro auf 1999 Euro für das Einstiegsmodell, auch ab heute erhältlich. Die Macbook Pro ohne Retinadisplay und mit optischem Laufwerk verschwinden bis auf die Variante mit 13 Zoll und 2,5-GHz-Prozessor (Ivy Bridge) für 1199 Euro aus Apples Angebot. Mehr zu den neuen Macbook Pro in Kürze.

Mac Pro ab Dezember

Auf den Mac Pro hatte Apple auch schon auf der WWDC eine Vorschau gegeben, im Oktober verrät Phil Schiller neue Details. So wird es den Mac Pro etwa in Konfigurationen mit 4, 6, 8 und 12 Kernen geben. Der integrierte PCIe-Flash-Speicher soll bis zu zehnmal schneller sein als herkömmliche Festplatten, den Mac Pro wird es in Konfigurationen mit bis zu 1 TB Kapazität geben. Für Erweiterungen stehen die sechs Thunderbolt-2-Ports zur Verfügung und vier USB-3-Anschlüsse. Der Einstiegspreis ist mit 2.999 Euro aber nicht ohne, dafür bekommt man aber einen 3,7 GHz schnellen Quadcore-Xeon, 256 GB Flash-Speicher 4 GB VRAM und 12 GB RAM. "Im Dezember" soll der Mac Pro in den Handel kommen. Das Versprechen kann Apple nur teilweise erfüllen. Zwar öffnet die Vorbestellung am 19. Dezember, Geräte lassen aber bis Januar auf sich warten. Den neuen Mac Pro hat Apple komplett in den USA gefertigt, erklärt der Marketingchef stolz. Die Produktion zeigt Apple in einem Video.

Neue Mac-Apps: iPhoto, Garageband und iMovie

Nach gut drei Jahren aktualisiert Apple wieder seine iLife-Apps für den Mac, die über iCloud auch nahtlos mit ihren Pendants auf den iOS-Geräten zusammenarbeiten sollen. Das neue iPhoto etwa kommt ein einem simpleren Design, Fotobücher lassen sich nun auch auf dem iPad erstellen. Neu gestaltet hat Apple auch iMovie, besonders die iOS-Version soll sich einfacher betreiben lassen. Auf dem Mac bekommt das Videoschnittprogramm neue Funktionen wie Slo-Mo-Bearbeitung und ein iMovie Theater, in dem Anwender ihre Clips verwalten. Garageband beherrscht nun bis zu 32 Spuren, auf dem Mac kommen neue Musikbibliotheken und Instrumente hinzu. Alle iLife-Apps sind nun in 64 Bit gehalten. Garageband bekommt nun etwa die von Logic Pro X bekannten Smart Drummer, die Rhythmusspuren automatisch zu Musikschnippseln wie Gitarrenriffs oder Pianofiguren hinzufügen. Die neuen iLife-Apps sind ab sofort kostenlos mit allen neuen iOS-Geräten und Macs erhältlich.

iWork völlig neu programmiert

Für iOS, OS X und die Cloud hat Apple auch seine iWork-Suite, bestehend aus Pages, Numbers und Keynote aktualisiert. Pages und Co. wollen mit weniger Werkzeugleisten stören und den Anwender mehr auf die Inhalte konzentrieren lassen, Numbers bekommt interaktive Grafiken und Keynote Objekt basierte Animationen. iWork blendet etwa nur die für das markierte Objekt benötigte Werkzeuge ein und bietet Stilvorlagen an. Designs lassen sich über das Sharing-Menü in die iCloud speichern und so anderen Nutzern zur Verfügung stellen. iWork für iCloud bekommt nun auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit, mehrere Anwender können an einem Dokument arbeiten. Auch die iWork-Apps, die man über iCloud auch auf dem PC nutzen kann, sind ab sofort kostenlos bei Neukauf von Mac oder iOS-Geräten. "Heute ist der größte Tag aller Zeiten für Apps," freut sich Apples Eddy Cue.

Neue iPads: iPad Air und iPad Mini

170 Millionen iPads hat Apple in den letzten dreieinhalb Jahren verkauft. Nach Apples Angaben entfallen 81 Prozent aller Tablet-Nutzungen auf das iPad: "Die Leute benutzen es, weil sie es lieben." 475.000 Apps im App Store sind für das iPad optimiert, Apples Marketing hat ein Video zusammengestellt, das die "Unglaubliche Nutzungsvielfalt" des iPad zeigen können. "Wir sind selbst überrascht, zu was allem unsere Kunden das iPad nutzen", freut sich Cook. Das neue iPad soll noch mehr solcher Geschichten ermöglichen, die das Video gezeigt hat.

Das iPad der fünften Generation soll noch leichter und dünner werden und bekommt daher einen neuen Namen: iPad Air. Nur noch 7,5 Millimeter ist das neue iPad Air dünn und damit 20 Prozent dünner als das Vorgängermodell. Das Gewicht sinkt auf ein Pfund, etwas weniger als fünfhundert Gramm. Das iPad Air sei das leichteste vollwertige Tablet, freut sich Schiller. Getrieben wird das iPad vom 64-Bit-Prozessor A7, den Apple bereits in das iPhone 5S eingebaut hat. Ebenso an Bord der Motion-Coprocessor M7. Bei der Grafikleistung will Apple weiter deutlich zugelegt haben, 74 mal schneller als das originale iPad soll das iPad Air bei der Graifk sein. Die iSight-Kamera mit ihren 5 Megapixeln kann auch HD-Filme in 1080p aufnehmen und bringt Dual-Mikrophone mit. Der Preis bleibt gleich, ab 499 US-Dollar für das Wi-Fi-Modell. Das iPad Air soll ab dem 1. November im Handel sein, das iPad 2 bleibt für 349 US-Dollar Einstiegspreis im Handel. Im Gegensatz zum iPhone 5S gibt es nur zwei Farboptionen: weiß/silber und schwarz/spacegray.

Das iPad Mini bleibt im gleichen Formfaktor von 7,9 Zoll, bekommt aber nur ein Retina-Display mit 2096 mal 1548 Pixeln - genau so viele wie auf dem iPad Air, aber eben auf kleinerer Fläche. Auch das Mini bekommt den A7-Chip, der 4fache CPU- und 8fache Grafikleistung gegenüber dem Vorgänger bringen soll. Farben: Silber/Weiß und Spacegray/Black. Der Preis steigt hingegen ein wenig, auf 399 US-Dollar für das Wi-Fi-Modell mit 16 GB Speicher. Das iPad Mini vom Vorjahr bleibt im Angebot, der Preis sinkt auf 299 US-Dollar für das kleinste iPad Mini mit Wi-Fi. "Wir haben bei jedem Preispunkt etwas begeisterndes," meint Phil Schiller. Bunt sind die Hüllen und Cases, die Apple für 39 respektive 69 US-Dollar anbietet.

Im Macwelt-Test zeigt sich, dass Apple keine leeren Versprechungen abgibt. Das iPad Air ist in allen Belangen schneller als alle anderen Tablets, das iPad Mini Retina begeistert vor allem mit seiner Geschwindigkeit im WLAN .

Apple macht mehr Umsatz aber weniger Gewinn

Apple hat das vierte Quartal seines Geschäftsjahre 2012/2013 mit einem Gewinn von 7,512 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 37,472 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.

Gegenüber dem Vorjahr hat der Umsatz damit um vier Prozent zugelegt, was die meisten Analysten-Erwartungen übertroffen hat. Der Gewinn fiel gegenüber 2012 jedoch um acht Prozent. Zugelegt hat Apple bei den iPhone-Verkäufen, während das iPad sich genau so gut wie im letzten Jahr verkaufte. Der Mac-Absatz ging zurück.

Die neuen iPhones verkaufen sich anscheinend glänzend, insgesamt wurde Apple im Septemberquartal 33,8 Millionen Stück los, vor einem Jahr waren es noch 26,9 Millionen. Dabei waren iPhone 5C und iPhone 5S nur in den letzten neun Tagen des Berichtszeitraums erhälich, am ersten Wochenende konnte Apple nach eigenen Angaben bereits neun Millionen Stück verkaufen . Vor einem Jahr war es Apple jedoch nicht gelungen, schon zum Verkaufsstart des neuen Modells in China damit präsent zu sein. Die iPad-Verkäufe haben gerade einmal 100.000 Stück auf 14,1 Millionen zugelegt, neue iPads hat Apple sowohl 2012 als auch in diesem Jahr erst im Oktober angekündigt . Macs hat Apple jedoch nur noch 4,6 Millionen Stück verkauft, im Vorjahr waren es 4,9 Millionen - damit setzt sich der Trend fort, in bislang jedem Quartal 2012/2013 lagen die Mac-Verkaufszahlen unter denen des Vorjahres, nachdem sie sechs Jahre lang zuvor nur gewachsen waren. Alle Umsatzzahlen mit Ausnahme der des iPhone und dem Bereich iTunes, Software, Services waren unter denen von 2012. Mit dem iPhone erzielte Apple im gesamten Geschäftsjahr einen Umsatz von 91,3 Milliarden US-Dollar, 2011/2012 waren es 80,4 Milliarden US-Dollar gewesen. Für 53 Prozent der Apple-Umsätze ist das iPhone verantwortlich, vor einem Jahr waren es 51 Prozent. In seiner Ansprache zu Beginn der Bilanzpressekonferenz betonte Tim Cook , die Wachstumsmöglichkeiten seien noch nicht ausgereizt. Derzeit sei erst jedes zweite verkaufte Handy weltweit ein Smartphone. Werden in diesem Jahr insgesamt eine Milliarde Smartphones verkauft, so werden es 2017 1,7 Milliarden US-Dollar sein.

Auch das Tablet-Segment werde weiter wachsen, ist sich Cook sicher, von weltweit 225 Millionen verkauften Geräten im Jahr 2013 bis zu 400 Millionen Stück im Jahr 2017. War der Zuwachs im Quartal zwar nicht bedeutend, legte Apple insgesamt aber deutlich zu.  Die Verkäufe des iPad stiegen im Jahresvergleich von 58,3 Millionen Geräten im Jahr 2011/2012 auf nun 71 Millionen, der Umsatz legte hingegen nur um 30,9 Milliarden US-Dollar auf 32 Milliarden US-Dollar zu - Auswirkungen des iPad Mini, den Apple zu Beginn des Geschäftsjahres 2012/2013 vorgestellt hatte. Der Mac verlor im zu Ende gegangenen Geschäftsjahr gegenüber 2011/2012 zehn Prozent bei den Verkaufszahlen, diese gingen von 18,1 Millionen auf 16,8 Millionen zurück, der Umsatz fiel um acht Prozent von 23,2 Milliarden US-Dollar auf 21,4 Milliarden US-Dollar. Laut Finanzchef Peter Oppenheimer hat der Mac in 29 der vergangenen 30 Quartale an Marktanteilen zugelegt - in Zeiten des negativen Marktwachstums sind leichte Verluste zu verschmerzen. Im vergangenen Geschäftsjahr hat Apple zudem nur wenige neue Macs herausgebracht, dabei lediglich den iMac komplett überarbeitet, der im letzten Herbst jedoch nur schwer zu bekommen war. Seit März ist der Mac Pro in der EU nicht mehr im Handel, der Nachfolger ist für Dezember angekündigt. Zudem verschiebt Apple sein Angebot der Macbook Pro immer mehr in Richtung der teureren Retina-Geräte. Auf welche Produktgruppen die Mac-Verkäufe im Detail entfallen, weist Apple in seiner Bilanz nicht aus.

Den iPod hat Apple zuletzt im September 2012 ein wenig überarbeitet und heuer lediglich dem iPod Touch eine neue Farboption verpasst - der iPod Touch der vierten Generation ist seit Sommer nicht mehr im Angebot. So verwundert die Bilanz des einstigen Überfliegers wenig, Apple verkaufte nur noch 3,498 Millionen Stück, die einen Umsatz von 573 Millionen US-Dollar einbrachten, gerade einmal drei Prozent des Gesamtumsatzes. iPad und vor allem iPhone nagen zu stark an den Marktanteilen des MP3-Player im Allgemeinen und des iPod im Speziellen.

Trotz der Verkaufserfolge und der milliardenschweren Ausschüttungen an Anteilseigner über Dividenen und Aktienrückkäufe wartet Wall Street auf Apples "nächstes großes Ding". Cook vertröstet Analysten und Journalisten auf das kommende Jahr, in dem Apple sich in Märkten engagieren werde, in denen das Unternehmen derzeit noch nicht tätig ist. Im Jahr 2013 habe man bereits eine Reihe "toller neuer Produkte" gezeigt, 2014 werde man in dieser Richtung weiter machen und in der zweiten Jahreshälfte neue Kategorien vorstellen. Konkreter wird Cook dabei nicht und überlässt es Analysten und Journalisten, weiter über Smartwatches oder intelligente Fernsehapparate zu spekulieren.

SEC beendet Untersuchung von Apples Steuerstrategie

Vier Monate nach Beginn der Untersuchung von Apples Steuerstrategie hat die US-Börsenaufsicht SEC diese mit dem Ergebnis eingestellt, keine Verstöße gegen Recht und Gesetz gefunden zu haben.  In einem Brief an das Unternehmen teilte die Behörde mit, die Jahresbilanz von 2012 untersucht zu haben und keine Maßnahmen gegen Apple ergreifen zu wollen. Apple bilanziere seine Auslandsgeschäfte ausreichend, zudem habe der Mac-Hersteller versichert, Anleger noch ausführlicher über seine Finanzen, Steuern und Investitionen im Ausland aufzuklären. Laut SEC bilanziert Apple seine Finanzen im Rahmen der Regeln.

Im Mai hatte ein Ausschuss des US-Kongresses Apple beschuldigt, den "heiligen Gral der Steuervermeidung" gefunden zu haben und seine Steuerlast mit Hilfe von Bilanzierungstricks in den vier Jahren zuvor um 74 Milliarden US-Dollar gesenkt zu haben. In der Tat versteuert Apple seine im Ausland erwirtschafteten Gewinne vor Ort und nicht in den USA, der Löwenanteil ist in Irland gelagert, wo nur rund 15 Prozent Unternehmenssteuern fällig werden. Apple betonte jedoch stets, sein Geld nicht in Steueroasen in der Karibik zu bunkern. Die großen Unterschiede beim Steuersatz hatten unter anderem die kuriose Folge, dass Apple trotz seiner mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Barreserven für seine Dividenden- und Aktienrückkaufprogramm Kredite aufnahm - hätte Apple das im Ausland gelagerte Geld in die USA dafür zurückgeholt, wären hohe Steuern fällig gewesen, de Kredite kamen in Zeiten des Niedrigzinses weit günstiger. Apple hat jedoch zusammen mit anderen Firmen Ende vergangenen Jahres Verhandlungen über Steuerreformen angeregt, die es erleichterten, im Ausland erwirtschaftetes Geld zurück i die USA zu holen. Im derzeitigen politischen Klima der USA scheint aber eine derartige Reform nicht auf der Agenda zu stehen.

Indes hat Apple angekündigt, die nächsten aktuellen Geschäftszahlen erst am 28. Oktober vorzulegen und nicht, wie zuletzt vermutet, in der Woche zuvor. Auguren rechneten damit, Apple würde sein jüngstes Mac-Betriebssystem OS X Mavericks am Tag der Bilanzpressekonferenz oder einen Tag danach in den Mac App Store stellen, so wie es bei Mountain Lion im Juli 2012 der Fall war. Ebenso offen ist noch ein Termin, auf dem Apple neue Generationen von iPad und iPad Mini vorstellen und einen genauen Termin und Preise für den Mac Pro nennen könnte. Vom zuletzt kolportierten 15. Oktober ist keine Rede mehr, der 22. Oktober steht nun zur Debatte. Aber auch das könnte Apple sich anders überlegt haben…

Apple legt im E-Book-Prozess offiziell Berufung ein

Apple hält sich im Kartellstreit rund um den iBookstore für unschuldig und geht vor Gericht in eine zweite Runde. Das gesamte Agenturmodell steht auf dem Spiel.

Was Apple nach dem Urteil im Verfahren um Preisabsprachen für E-Books angekündigt hat, ist nun offiziell eingetreten: Der Mac-Hersteller legt Berufung ein. Im Juli hatte Richterin Denise Cote Apple für schuldig gesprochen, mit fünf Verlagen ein unerlaubtes Kartell gebildet zu haben um Preise für E-Books künstlich zu erhöhen. Im September erfolgte die Verfügung, Apple dürfe in den nächsten Jahren keine weiteren Verträge über Agenturmodelle im E-Book-Store abschließen. Einer der betroffenen Verlage, Simon & Schuster, hat ebenso Berufung gegen die Verfügung eingelegt, da diese dem Verlag verbietet, innerhalb der nächsten drei Jahre die Bedingungen mit Apple neu zu verhandeln. Simon & Schuster hatte sich wie die vier anderen Verlage früh mit dem Kläger, dem US-Justizministerium, auf einen Vergleich geeinigt.

Sensorprobleme des iPhone 5S, Kalibration über Kompass-App

Das iPhone 5S hat Probleme mit einigen Sensoren. Diese lassen sich aber leicht kalibrieren, die Abweichungen liegen in der Fehlertoleranz

Im Oktober häufen sich Berichte über fehlerhafte Beschleunigungssensoren des iPhone 5s. Insbesondere mache sich der Fehler im Kompass des Gerätes bemerkbar, so gebe das iPhone 5S die Richtung mit einer Abweichung von 8 bis 10 Grad im Vergleich zur Anzeige auf dem iPhone 5 an. Fehlerhafte Daten der Sensoren könnten aber auch fatale Auswirkungen auf eine Reihe von Spielen haben, die sich über Kippbewegungen des iPhones steuern lassen. Den Beweis will Gizmodo mit dem Rennspiel Real Racing 3 geführt haben, das ohne äußere Einwirkung eine Kippbewegung von wenigen Grad gemessen und das Fahrzeug auf dem Bildschirm entsprechend bewegt haben soll. Auch Gyroskop und Inklinometer sollen fehlerhafte Daten liefern.

Apple hat zu dem Thema keinerlei Stellung bezogen. In einem länglichen Diskussionsthread auf Macrumors berichten jedoch einigen Nutzer, sie hätten von Apple ein Austauschgerät erhalten - was auf ein Hardwareproblem schließen lässt.

Das iPhone 5S in der iPhoneWelt-Redaktion zeigt ebenfalls eine minmale Abweichung. Verglichen mit je einem iPhone 5 und iPhone 5C Zeigt die Wasserwaage 2-3 Grad Abweichung, auch der Kompass stimmt nicht ganz mit den anderen iPhones überein.

Abweichung: Für das iPhone 5 (links) ist der Tisch gerade, für das iPhone 5S (Mitte) nicht.
Vergrößern Abweichung: Für das iPhone 5 (links) ist der Tisch gerade, für das iPhone 5S (Mitte) nicht.

Diese leichte Abweichung ist im Alltag nicht zu bemerken. Allerdings wirkt sich das in Spielen ein wenig aus: starten wir wie Gizmodo ein Rennen bei Real Racing 3 und stellen das iPhone flach auf den Tisch, fährt das Auto nach links statt geradeaus.

Die fehlerhafte Kalibrierung der Sensoren kann man selbst korrigieren. Eine derartige Prozedur hat Apple im Kompass versteckt, startet man die App das erste Mal, bietet sie die Kalibrierung des Kompasses an, die auch Auswirkungen auf andere Sensoren wie das Gyroskop oder die Beschleunigungssensoren hat. Wie Apple in einem am 24. September veröffentlichten Support-Dokument beschreibt, arbeiten Kompass und andere Sensoren dann auch für andere Apps korrekt, hat man sie im Kompass kalibriert.

Unsere Kollegen der Macworld haben das verifiziert und festgestellt, dass die Sensoren empfindlich auf Störungen durch Elektronik reagieren, etwa andere iPhones aber auch Desktop-Computer. Zur Kalibrierung sollte man daher das Gerät möglichst weit von potentiellen Störquellen fern halten. Stellt man Probleme mit den Motion-Daten fest, sollte man daher den Kompass beenden, neu starten und die Kalibrierung durchführen - doch auch dann zeigt insbesondere der Kompass abweichende Daten. Das Macwelt-Testcenter kommt bei seinen Versuchen mit iPhone 5S und iPhone 5 auf ähnliche Ergebnisse, die Kalibrierung gleicht einer Lotterie, der Fehler insbesondere im Kompass bleibt erheblich. Apple verschweigt die Tatsache auch nicht, im genannten Support-Dokument heißt es, ein digitaler Kompass könne nur grob die Richtung zeigen, wer auf eine exakte Bestimmung der Himmelsrichtung angewiesen ist, sollte einen mechanischen Kompass verwenden.

Patentklage gegen Apple TV und Airplay

Apple TV und Airplay verletzen seine Patente, klagt ein Unternehmen aus Massachusetts.

Apple hat sich mit einer weiteren Patentklage auseinanderzusetzen, diesmal geht es um Apple TV und Technologien, die Inhalte von iPhone, iPad und Mac auf Apples Streamingbox bringen, berichtet Patently Apple. Bei dem Kläger handelt es sich keineswegs um einen Patenttroll, die im US-Bundesstaat Massachusetts ansässige Firma Aylus Network gilt als Pionier für Technologien und Infrastrukturen, die Video-Kommunikation in Netzwerken ermöglicht. Apple TV und alle Geräte, die Airplay verwenden würden Patente über Eigenentwicklungen von Aylus verletzten, klagt das Unternehmen. Aylus will von Apple Schadensersatz, die Patentverletzung sei willentlich geschehen. Um den Fall soll sich das Bezirksgericht von Nordkalifornien kümmern.

Einbruch bei Adobe

Adobe vermeldet einen massiven Einbruch in seine Systeme mit Zugriff auf Kundendaten und Quellcode und setzt die Passwörter zu zahllosen Adobe-IDs zurück .

Wie der Softwarehersteller in einem Mail an seine Kunden schreibt, sei es Hackern in einer "raffinierten" Attacke gelungen, vertrauliche Kundendaten einzusehen. Betroffen seien 2,9 Millionen Kunden weltweit, von denen die Angreifer Namen, verschlüsselte Passworte und Kreditkartennummern sowie Ablaufdaten erhalten hätten. Es sei ihnen aber wohl nicht gelungen, die verschlüsselten Kreditkartenimformationen von den Adobe-Servern zu entfernen, heißt es. Ebenso sei es Angreifern in einer mutmaßlich damit zusammenhängenden Attacke gelungen, Quellcode von Produkten wie Acrobat, ColdFusion oder ColdFusion Builder zu erlangen. Adobe setzt die Passworte der betroffenen Kunden-IDs zurück und informiert diese via E-Mail darüber.

Laut der Sicherheitsexperten Krebs on Security gibt es weit mehr Opfer: Auf der Website AnonNews.org sei eine 3,8 GB große Datei aufgetaucht, die mehr als 150 Millionen Anwendernamen und verschlüsselte Passworte enthielt. Die gleiche Datei sei auch auf einem anderen Server mit von Adobe gestohlenen Daten zu finden gewesen. Laut Adobe waren von der Attacke 38 Millionen aktive Anwender betroffen, weitere Nutzernamen und Passworte stammten von Testzugängen oder anderen inaktiven Accounts. Da nicht wenige Anwender die gleichen Daten auf unterschiedlichen Services verwenden, besteht aber auch für solche Nutzer Gefahr, Adobe versucht nun, die inaktiven Nutzer ausfindig zu machen und zu warnen.

Laut Hold Security ist der Diebstahl von Quellcode jedoch weit schlimmer. Adobe räumte bisher ein , Teile des Quellcodes von Photoshop seien gestohlen worden, die Sicherheitsexperten rechnen jedoch damit, dass die Hacker auch in Besitz des Quellcodes von Acrobat, Reader und Coldfusion gekommen seien. Die derartige Offenlegung von Verschlüsselungsalgorithmen und anderen Sicherheitsvorkehrungen könnte Daten von Firmen und privaten Anwendern höchster Gefahr aussetzen, warnt die Sicherheitsfirma und sieht "eine neue Generation von Malware, Trojanern und Exploits" aufziehen.

Burberry-Chefin wird Apples neue Retail-VP

Gut ein Jahr nach dem Ausscheiden von Retail-Chef John Browett hat Apple endlich eine Nachfolgerin verpflichtet, die sich um die Apple Retail Stores und den Apple Online Store kümmern soll. Angela Ahrendts (53), bisher CEO beim Modeunternehmen Burberry, nimmt ihre Tätigkeit laut Apple-Pressemitteilung im Frühjahr 2014 auf. Ahrendts soll die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung von Apples Einzelhandelskette und seinem Onlinestore in der neu geschaffenen Position leiten. Kurzzeitretailchef John Browett und sein Vorgänger Ron Johnson waren jeweils nur für die Läden verantwortlich, nicht aber für das Online-Geschäft.

Ron Johnson, Vater der Apple Stores, hatte das Unternehmen zum Jahresende 2011 verlassen. Auf ihn folgte als erste wesentliche Personalie des neuen CEO Tim Cook der Brite John Browett als Retail-Chef. Nur neun Monate später musste Browett den Posten wieder räumen, unter anderem hatten seine Pläne, die Mitarbeiterzahl in den Läden zu reduzieren, für großen Unmut gesorgt . Seit Oktober 2012 war die Position des Retail-VP bei Apple verwaist.

Dass Apple in jüngster Zeit eng im Gespräch mit Burberry war, zeigte die Zusammenarbeit bei der Präsentation der letzten Burberry-Kollektion im September, bei der sämtliche Fotos und Videos von seitens des Modeunternehmens mit iPhones 5S geschossen wurden. Und so wirkt der Kommentar von Burberry Chief Creative Officer Christopher Bailey zur damaligen Aktion im Rückblick fast schon prophetisch: "Diese Zusammenarbeit feiert unsere Beziehung und unser gemeinsames Fundament, das auf Design und Handwerk ruht. Wir haben eine gemeinsame Passion für das Erschaffen wunderschöner Produkte und für das Entfesseln starker Emotionen durch Technologie..." Bleibt zu hoffen, dass diese Beziehung länger hält!

Apple verkauft doppelt so viele iPhone 5S wie iPhone 5C

Das iPhone 5S verkauft sich deutlich besser als die bunte Version mit ein Jahr alter Technik .

Apple-CEO Tim Cook ist nach wie vor überzeugt, dass der Markt für hochpreisige Smartphones noch nicht übersättigt ist. "Ich kann die allgemeine Ansicht absolut nicht bestätigen, dass der Markt für High-End-Geräte am Limit wäre", zitiert die Webseite AllThingsD Cook. Cook hat aber auch allen Grund, das zu glauben, wirft man einen Blick auf die aktuellen Verkaufszahlen der neuen iPhone-5-Geräte: Zumindest in den USA haben die Verkäufe des teuren iPhone 5s die des billigeren iPhone 5c weit hinter sich gelassen.

Nach Angaben der Consumer Intelligence Research Partners (CIRP), griffen insgesamt 64 Prozent aller Kunden zum iPhone 5s. Nur 27 Prozent entschieden sich für das iPhone 5c. Die restlichen 9 Prozent kauften hingegen noch das iPhone 4s. Das iPhone 5s verkauft sich damit also mehr als doppelt so gut, wie das iPhone 5c. Laut CIRP-Mitgründer Josh Lowitz muss sich dieser Trend aber nicht zwingend so fortsetzen: "Mit der Zeit ist es oft so, dass die günstigeren Geräte im Vergleich zum Flaggschiff an Verkaufsstärke gewinnen, nachdem die ersten, leidenschaftlichen Upgrader mit den neuesten Smartphones ausgestattet sind. Wir erwarten also, dass die Verkäufe des iPhone 5c noch ein wenig ansteigen."

Loewe stellt Antrag auf Insolvenz

Der angeschlagene TV-Hersteller Loewe reicht Anfang Oktober einen Antrag auf Insolvenz ein. Es gibt aber auch einen Lichtblick: Mehrere Investoren sollen an dem Unternehmen interessiert sein.

Das 1923 gegründete Traditionsunternehmen Loewe hat den nahtlosen Übergang des im Juli verkündeten Schirmschutzverfahrens in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bekannt gegeben. Das Insolvenzgericht Coburg habe am Dienstag einem entsprechenden Antrag von Loewe zugestimmt. Der Geschäftsbetrieb soll auch weiterhin im vollen Umfang fortgeführt werden. "Auch der vom Vorstand eingeleitete Sanierungsprozess, der sich nun ganz auf den Abschluss der Investorengespräche konzentriert, wird unverändert fortgesetzt", heißt es in einer Mitteilung von Loewe.

Rückhalt gäbe es sowohl von den Banken als auch von der Bayerischen Staatsregierung. Loewe hatte während der IFA 2013 in Berlin angekündigt, sich von einem reinen TV-Hersteller zu einem Systemanbieter einer Entertainment-Plattform wandeln zu wollen. Diese Strategie soll weiterverfolgt werden.

Laut Loewe seien mehrere schriftliche Kaufangebote in den letzten Tagen eingegangen, die auch das bereits zuvor mündlich bekundete Interesse der Investoren an einen Einstieg bei Loewe dokumentieren. Nach weiteren Prüfungen dieser Anträge will Loewe mit diesen Investoren in die Endverhandlungen eintreten.

Apple unterliegt bei In-App-Käufen

Das Bezirksgericht von Ost-Texas hat eine Klage Apples gegen den Patenttroll Lodsys abgewiesen. Lodsys kann sich nun weiterhin mit App-Entwicklern vergleichen und Gebühren für seine Patente zum In-App-Käufe verlangen. Apple hat zwar die entsprechende Technologie bei Lodsys lizenziert und ist der Ansicht, damit auch allen App-Entwicklern Zugang zu dieser Technik gewährt zu haben. Lodsys verlangt hingegen von den Entwicklern 0,575 Prozent aller Umsätze. Um Gerichtskosten zu vermeiden, lassen sich viele betroffene Entwickler auf Vergleiche ein. Apple sieht dadurch sein App-Ökosystem gefährdet und hofft, mit einem Urteilsspruch im laufenden Verfahren eine Vielzahl vergleichbarer Prozesse überflüssig zu machen.

Im Juni hat das Weiße Haus eine Gesetzesinitiative gestartet, die Klagen für Patenttrolle, die keine eigenen Produkte entwickeln, schwerer machen soll. Da das Gesetz noch vom Repräsentantenhaus verabschiedet werden muss, hat sich seither wenig getan.

Das US-Marken- und Patentamt (USPTO) hat hingegen Apple die Rechte an einem wesentlichen Patent über die Multitouchoberfläche von iPhone und iPad wieder zugesprochen. Das Patent mit der Nummer 7,479,949 spielt eine wichtige Rolle im Patentstreit mit dem Rivalen Samsung und war der Grund für ein US-Importverbot für mehrere ältere Samsung-Geräte. Im Dezember letzten Jahres hatte das Amt jedoch noch 20 Aspekte des Patents für ungültig erklärt, nach einer fast einjährigen Revision hat das USPTO laut Foss Patents festgestellt, dass das Patent keine Erweiterungen erfahren habe und alle 20 bisher fraglichen Aspekte patentierbar seien. Im noch laufenden Rechtsstreit mit Samsung verleiht diese Entscheidung Apple Rückenwind.

Trend Micro: Apple durch Cybercrime gefährdet

Nicht zuletzt aufgrund des Erfolges des Mac- und iPhone-Herstellers hätten die Cybergangster ihre Angriffe auf Kunden von Apple seit Mai dieses Jahres massiv verstärkt.

Lagen die digitalen Attacken auf Apple-Kunden vor Mai dieses Jahres noch weit unter Tausend neuen Bedrohungen pro Monat, stiegen sie seither auf Höchststände von 5.800 monatlich, behauptet  der Entwickler von Sicherheitssoftware Trend Micro . Bei den meisten dieser Bedrohungen handele es sich um Phishing-Angriffe – entweder in Form von Phishing-E-Mails, die Apple als Köder im Social-Engineering-Stil verwenden, oder von speziell präparierten Webseiten. Ziel der Angreifer sei stets, an die Apple-ID und sonstige persönliche Informationen der Opfer heranzukommen.

Die Mehrzahl der Phishing-Seiten tauche demnach besonders in den Monaten auf, in denen die meisten Gerüchte über Apple im Umlauf sind. So erkläre sich auch das bislang gemessene Spitzenaufkommen an Bedrohungen im Mai dieses Jahres, als die Gerüchteküche zur neuesten Version des  iPhone-Betriebssystems iOS 7 brodelte. Von Juni bis September standen Spekulationen zu iPhone 5C und 5S im Mittelpunkt der Diskussionen von Apple-Interessierten im Internet.

Mit einem ähnlichen Anstieg der Zahlen für Oktober rechnet Udo Schneider, Sicherheitsexperte und Pressesprecher von Trend Micro. Denn hier stehen neue Apple-Veröffentlichungen zum 22. Oktober an. Für Schneider ist die Apple-Community ”nicht mehr das Paradies, das es einmal war, was Internetbedrohungen angeht. Heute stehen alle Anwender, ob mit Mobilgeräten oder Desktops, im Visier der Cybergangster.“

Die Möglichkeit, sich vor Phishing-Angriffen auf Apple-Sites zu schützen, sieht Trend Micro zum einen in der Nutzung der von Apple eingeführten Zwei-Faktor-Authentisierung. Dadurch reicht die Eingabe von Benutzername und Passwort nicht mehr aus, um auf das Apple-Konto zuzugreifen. Vielmehr muss zusätzlich ein Sicherheitscode eingegeben werden, der von Apple erzeugt und auf ein Gerät des Nutzers, wie zum Beispiel das iPhone, gesendet wird; dieser ist nur einmal verwendbar. Freilich sollte nach Meinung von Trend Micro das für die Authentisierung verwendete Smartphone gesichert sein wie der heimische PC. Hier wie dort sei die Installation einer Sicherheitslösung ein Muss – worin man selbstverständlich das Interesse des Anbieters solcher Sicherheitslösungen erkennt. Denn Trend Micro bietet auch entsprechende Software für das iPhone an. Ob man im Unterschied zu Android-Handys solche Schutzsoftware tatsächlich auch auf dem iPhone benötigt, ist unter Experten allerdings sehr umstritten bis fraglich.

Zustimmen kann man Trend Micro unbesehen wieder, wenn sie darauf verweisen, dass Anwender stets misstrauisch sein sollten, wenn sie Nachrichten mit Webadressen erhalten. Dafür bietet Trend Micro sogar einen kostenlosen Dienst zur Überprüfung von URLs an. Dazu müsse man nur  den fraglichen Link kopieren, in das Eingabefeld einfügen und auf die Schaltfläche „Check Now“ klicken. Der Dienst steht im Web zur Verfügung .

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