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Das war 2014: Dezember

06.01.2015 | 00:00 Uhr |

Freispruch im DRM-Prozess: Löschvorwürfe gegen Apple - Klage ohne Grundlage +++ Technik soll iPhone weich fallen lassen +++ Google-Rauchmelder Nest in Deutschland erhältlich +++ Bayerische Hochschulen im Clinch mit Adobe

Freispruch im DRM-Prozess

Mehr als fünf Jahre nach dem Ende des DRM "Fair Play" ist auch ein Prozess mit einem Freispruch für Apple zu Ende gegangen. Die mit dem Prozess um Apples Digitales Rechtemanagement (DRM) "Fair Play" befasste Jury hat Apple vom Vorwurf der geplanten Monopolisierung des Musikgeschäftes frei gesprochen. In der Sammelklage ging es um iPods aus den Jahren 2006 bis 2009, die nur im iTunes Store gekaufte oder von CD gerippte Songs abspielten.

Das Gericht hatte zu entscheiden, ob Apple mit dem DRM die Konkurrenz absichtlich aus seinem Universum aussperrte. Im Jahr 2005 war unter anderem Stein des Anstoßes, dass Kunden des iTunes Store keine freie Wahl bei den Abspielgeräten hatten, in Folge dessen reichte die Organisation Apple iPod Antritrus Litigation eine Sammelklage gegen den Anbieter ein. Diese steht in dieser Woche endlich zur Verhandlung. trotz des längst erledigten Casus geht es immerhin um 350 Millionen US-Dollar Schadensersatz, den Apple den Klägern zahlen soll. Der Vorwurf: Apple habe mit seinem "Fair Play" genannten DRM die Musikkäufer unerlaubt eingeschränkt, zudem längst vergessene Konkurrenten wie Napster, Buy.com, Music Rebellion oder Audio Lunch Box behindert, ebenso Hersteller von Abspielgeräten wie Gateway, Epson, RCA oder e.Digital.

Apples Gebaren mit seinem digitalen Musikvertrieb wäre ja so, heißt es in der Klageschrift, als würde der CD-Händler Tower Records bei ihm gekaufte CDs nur auf bei ihm gekauften CD-Playern abspielen lassen. Tower Records ist längst vom Markt verschwunden. Einer der wichtigsten Zeigen kann leider auch nicht mehr selbst aussagen: Steve Jobs. Der verstorbene CEO soll jedoch schon vor Jahren seine Ansichten zu dem Fall in einer Videovernehmung zu Protokoll gegeben haben.

Die bereits im Jahr 2005 eingereichte Klage scheiterte vor allem daran, dass die beiden Vertreter der Sammelklage nicht beweisen konnten, zu den Käufern der inkriminierten iPods gehört zu haben. Apple zeigt sich nach Abweisung der Klage, die sich um einen Streitwert von 350 Millionen US-Dollar drehte, erleichtert: "Wir danken der Jury für ihren Einsatz und ihr Urteil. Wir haben iPod und iTunes entwickelt, damit unsere Kunden die beste Möglichkeit zum Musikgenuss haben." Updates von Hardware und Software habe man gemacht, um die Produkte weiter zu verbessern.

Apple hatte zum Start des iTunes Music Store im April 2003 den digitalen Kopierschutz "Fair Play" auf Druck der Musikindustrie eingeführt, wie Apples Senior Vice President of Internet Software and Services - als solcher für den iTunes Store zuständig - vor Gericht aussagte. Das aus vier großen bestehende Oligopol der Musikindustrie wäre anders nicht zum digitalen Vertrieb ihrer Inhalt zu überzeugen gewesen. Ursprünglich konnte man nur auf fünf Rechnern die im iTunes Store gekauften Songs abspielen und auf beliebigen Player, sofern sie von Apple waren. Wiedergabelisten ließen sich zunächst nur siebenmal brennen, später hob Apple die Schranke auf zehn Brennvorgänge an.

Insbesondere der Hersteller Palm versuchte mehrmals mit Methoden des Reverse Engineering die Sperre zu knacken und seine Player damit kompatibel mit iTunes und somit dem iTunes Store zu machen. Apple warf dem Konkurrenten "Piraterie-Methoden" vor und änderte mehrmals mit Wartungsupdates für iTunes die geknackten Schnittstellen - die wenig erfolgreichen Palm-Player blieben wieder außen vor.

Im offenen Brief "Gedanken über Musik" kritisierte Apple-CEO Steve Jobs im Februar 2007 die Forderungen der Industrie, mit einem Kopierschutz den Genuss von Musik einzuschränken. Wenig später schon entfernte die britische Firma EMI den Kopierschutz von ihren Titeln, es sollte aber noch bis April 2009 dauern, bis der iTunes Store komplett frei von DRM war. Im Gegenzug gab Apple die Einheitspreise auf, seither können einzelne Titel auch mehr als die bis dahin geforderten 99 Cent und Alben mehr als 9,99 Euro kosten.

Steve Jobs erhält nach seinem Tod noch 141 Patente zugesprochen


Zu den Lebzeiten von Steve Jobs hat der Apple-Gründer zahlreiche Patente auf seinen Namen eingereicht. Er ist wie sich nun herausstellt Urheber von insgesamt 458 Patenten. Interessanterweise hat er das Urheberrecht für 141 Patente sogar noch nach seinem Tod vor drei Jahren zugesprochen bekommen. Sein erstes Patent hat Steve Jobs im Jahr 1980 eingereicht. Erhalten hat er das Patent für den „Personal Computer“ drei Jahre später.

Auch abseits von Apple tüftelte Steve Jobs scheinbar gerne an neuen Patenten. So reichte eine US-Firma im März diesen Jahres ein neues Patent ein, welches Steve Jobs als Erfinder nennt.

Dabei geht es um einen Tablet-Computer, der unter anderem für die Steuerung eines Schiffes eingesetzt wird. Jobs soll gemeinsam mit dem Designer Philippe Starck aus Frankreich an einer Yacht gewerkelt haben. Die „Venus“ wurde schon Ende 2012 zu Wasser gelassen.

Technik soll iPhone weich fallen lassen

Einen Sturz unbeschadet überstehen - Was bisher nur Katzen gelingt, soll laut eines Apple gewährten Patents in Zukunft auch dem iPhone gelingen. Wie Apple Insider berichtet , hat das US-Patent- und Markenamt Apple das Patent mit der Nummer 8.903.519 gewährt, das einen "Schutzmechanismus für elektronische Geräte" beschreibt. Im wesentlichen sollen Sensoren im iPhone erkennen, wenn das Telefon in den freien Fall gerät. Das System ändere dann den Schwerpunkt auf eine Art und Weise, dass der Aufprall auf eine stabile Seite geschehe und keine sensiblen Komponenten beschädigt würden.

Google-Rauchmelder Nest in Deutschland erhältlich

Im Januar 2014 hatte Google den Hersteller Nest für 3,2 Milliarden Dollar gekauft. Zumindest der Nest-Rauchmelder ist nun auch offiziell in Deutschland erhältlich. Das Nest-Thermostat lässt dagegen noch auf sich warten.

Der intelligente Rauchmelder trägt den Namen Nest Protect S2004BW und wird beispielsweise neuerdings bei Amazon für 120,12 Euro angeboten. Es handelt sich um die batteriebetriebene Variante des Rauchmelders, die eine WLAN-Verbindung voraussetzt. Nest Protect sendet einen Alarm an ein mobiles Gerät mit iOS 5 (oder höher) oder Android 2.2 (oder höher), sobald Rauch festgestellt wird oder wenn die Batterien leer sind.

Nest informiert sowohl per Alarmton als auch per Stimme über Rauchentwicklung in einem Raum. Außerdem erfährt der Nutzer dabei auch, in welchem Raum der Rauch festgestellt wurde. Das Gerät schlägt nicht nur bei Rauch Alarm, sondern auch bei zu viel Kohlenstoffmonoxid in einem Raum.

Sollten mehrere Nest-Rauchmelder in einem Haushalt montiert sein, dann lässt sich deren Status auch über eine iOS- oder Android-App überwachen. In der App können Anwender auch Notfallpläne für Familienmitglieder anlegen. Beispielsweise, in welchem Bereich man sich im Notfall treffen sollte und welche Rufnummern im Notfall gewählt werden sollten.

Bayerische Hochschulen im Clinch mit Adobe

Es ist eine bisher nur eine Empfehlung, doch in wenigen Monaten könnte es ernst werden: Adobe-Software wird in den Hochschulen des Freistaates Bayern gelöscht und Open-Source-Software installiert. So liest sich die Empfehlung des Leibniz-Rechenzentrums , die Anfang Dezember im Internet veröffentlicht wurde.

Hintergrund ist ein Streit über die Lizenzbedingungen von Adobe Creative Cloud („Adobe CC“). Kurz gefasst: Personalisierte Lizenzen (mit „Adobe ID“) sind in den Computer-Laboren der Hochschulen nicht praktikabel. Die Alternative einer Unternehmenslizenz zieht aber enorme Preiserhöhungen nach sich — stellenweise zwei- bis dreimal so viel wie bisher.

Bisher zahlen die Hochschulen pro Arbeitsplatz („Computer License Programm“) rund 15 Euro im Monat. Das beinhaltet alle Programme von Adobe CS 6 Master Collection; teilweise auch die Vollversion von Acrobat Pro und Lightroom. Ein Blick in die Preislisten für Adobe Creative Cloud macht den Unterschied klar: Adobe Creative Cloud Complete kostet rund 40 Euro pro Monat für Studierende und Lehrende (ohne Acrobat und ohne Lightroom).

Neben dem Preis bremst die Bindung an die Adobe ID die Nutzung in Hochschulen. Denn dort sind noch immer Computerräume mit 20 bis 40 Macs (oder PCs) üblich, wobei die Rechner im Laufe eines Tages von einigen Hundert Studierenden genutzt werden. Allein das An- und Abmelden bei Adobes Creative Cloud dürfte einen Großteil der Arbeitszeit beanspruchen. Ganz zu schweigen von den Bedenken der Datenschutzbeauftragten gegen eine Nutzung der Server-Dienste nach amerikanischem Recht, in dem der Datenschutz eher klein geschrieben wird.

Ein Ausweg könnte die Lizenzierung von Adobe CC nach den Regeln für Großunternehmen sein: „Enterprise Team License Agreement“ heisst das Modell „ETLA“. Dort gibt es eine anonyme Lizenz ohne Adobe ID, die sich in den Laborräumen nutzen ließe — wenn das Modell nicht einen anderen Haken hätte: ETLA wird nach Vollzeitmitarbeitern berechnet: Alle Beschäftigten der Hochschule und alle Studierenden werden anteilig als „Vollzeit“-Nutzer von Adobe CC eingerechnet: Studierende mit einem Wert X, alle Beschäftige mit einem Wert 1. Eine mittelgroße Hochschule mit 500 Mitarbeitern (Vollzeit) benötigt folglich mindestens 500 ETLA-Lizenzen zum Preis von 250 Euro im Jahr, um einige Hundert Rechner mit Adobe CC auszustatten (Lightroom und Acrobat Pro fehlen in der Rechnung). Ein Sprecher von Adobe Deutschland teilte auf Anfrage mit, dass man weiter im aktiven Dialog mit den Hochschulen sei.

Derzeit bietet Adobe die Adobe CC Complete für Studierende und Lehrende als Sonderangebot für rund 20 Euro im Monat an . Allerdings ist dieses Angebot auf 12 Monate befristet und an eine Adobe-ID gekoppelt. Für die Installation in Computer-Laboren ist diese Lizenz folglich nicht geeignet und die Folgekosten nach Ablauf der 12 Monate sind derzeit nicht kalkulierbar.

Fazit: Adobe hat die Hochschulen beim Lizenzmodell für Creative Cloud vergessen. Deshalb arbeiten viele dort heute noch mit der Vorgängerversion Adobe CS 6. Den Wechsel verhindert die personalisierte Lizenz und die kräftigen Preiserhöhungen. Beide Seiten verhandeln, doch wenn es keinen Kompromiss gibt, wird Adobe-Software 2015 aus deutschen Hochschulen verschwinden.

Adobe übernimmt Fotolia

Adobe investiert in Stockfotos und übernimmt den Anbieter Fotolia zu einem Kaufpreis von 800 Millionen US-Dollar. Fotolia hält seinen Kunden rund 34 Millionen Fotos und Videos aus diversen Bereichen bereit. Fotolia soll laut Adobe in die Creative Cloud integriert werden, was sich für Bestandskunden von Fotolia ändert, verrät Adobe bisher nicht. Fotolia bietet neben dem Direktkauf von Fotos und Videos auch diverse Abos an.

Wie Adobe zudem in seiner Bilanz für das Ende November abgeschlossene vierte Quartal darlegt, haben mittlerweile 3,45 Millionen Kunden die Creative Cloud abonniert, 664.000 mehr als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Der Umsatz wuchs um drei Prozent auf 1,07 Milliarden US-Dollar, Adobe fuhr dabei einen um zwölf Prozent erhöhten Gewinn von 73,3 Millionen US-Dollar ein.

Apple und IBM bringen erste gemeinsame iOS-Apps

Apple und IBM haben die erste Welle der „IBM MobileFirst für iOS“-Lösungen offiziell präsentiert. Diese Apps sind ab sofort für Unternehmens-Kunden in Banken, Versicherungen, Einzelhandels-, Finanzdienstleistungs- und Telekommunikationsunternehmen sowie für Regierungen und Fluggesellschaften verfügbar. Kunden, die IBM MobileFirst für iOS bereits unterstützen, sind beispielsweise Citi, Air Canada, Sprint und Banorte.

„Was wir heute an Lösungen bereitstellen, zielt direkt auf die neuen Herausforderungen in Unternehmen – intelligente Technologien, die am Schnittpunkt aus Big Data und individuellem Engagement neue Möglichkeiten erschließen“, so Bridget van Kralingen, Senior Vice President aus dem Hause IBM.

Apple will damit iPhone und iPad in Unternehmen voranbringen - in Cupertino könne man es kaum erwarten, die neuen Möglichkeiten zu sehen, wie Unternehmen die iOS-Geräte von Apple einsetzen werden. Apple und IBM hate ihre Kooperation im Sommer dieses Jahres angekündigt. Zuletzt waren die Verkaufszahlen des iPad rückläufig, mit der Vertriebsmacht von IBM zur Unterstützung will Apple den Verkauf an Unternehmen voranbringen.

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