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Das war 2014: Februar

27.12.2014 | 00:34 Uhr |

Apple verzichtet auf Rohstoffe aus Konfliktregionen, Greenpeace lobt +++ „Der Mac wird niemals sterben“ – Phil Schiller, Craig Federighi und Bud Tribble im Gespräch +++ Satya Nadella wird neuer Microsoft-Chef +++ Apple muss Kartellwächter behalten +++ Icahn gibt Forderung nach mehr Aktienrückkäufen auf

Apple verzichtet auf Rohstoffe aus Konfliktregionen

Apple versichert in der im Februar veröffentlichten 2014er-Ausgabe seines Supplier Responsibility Reports , keine Mineralien aus Konfliktregionen wie dem Osten Kongos zu beziehen. Die dortigen Minen, in denen Erze wie Tantalit und Coltan unter unwürdigen Bedingungen geschürft werden, stehen unter Kontrolle von Bürgerkriegsmilizen, die sich mit den Einnahmen finanzieren. Die U S-Börsenaufsicht SEC zwingt Unternehmen seit 2012 dazu, ihre Quellen für Tantal offen zu legen. Apple hat nach eigenen Angaben die komplette Lieferkette von unabhängigen Gutachtern zertifizieren lassen und kann für konfliktfreies Material garantieren. Ein wenig komplizierter gestaltet sich die Situation bei anderen Rohstoffen wie Zinn. Wie Apple in dem Bericht darlegt, konnte noch kein lückenloser Nachweis über die gesamte Lieferkette gelingen, dass etwa kein Zinn aus Minen auf der indonesischen Insel Bangka stamme. Im Sommer 2013 hatte Apple eine entsprechende Untersuchung in die Wege geleitet . Der Mac-Hersteller versichert jedoch, alle seine Zulieferer zu einer lückenlosen Dokumentation zu drängen. Im Falle der Tantal-Lieferanten ist es Apple gelungen, sie zur Zusammenarbeit mit unabhängigen Prüfern zu zwingen, erklärt Apples Senior Vice President of Operations Jeff Williams dem Wall Street Journal .

In den letzten Jahren legte Apple in dem Report vor allem auf Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern wert und legte immer wieder Fälle von Verstößen offen. Zulieferbetriebe, die sich etwa nicht an das Verbot von Kinderarbeit halten oder ihre Arbeiter zu übermäßigen Überstunden zwingen, droht Apple mit Kündigung der Geschäftsbeziehungen.

Apple berichtet zudem von einer Akademie, die in einem 18-monatigem Curriculum Arbeiter über Umwelt, Gesundheit und Sicherheit schult. Der Mac-Hersteller dränge zudem 13 seiner Fabriken dazu, große Mengen des verbrauchten Wassers wieder aufzubereiten - pro Jahr würden 41 Millionen Kubikmeter gebraucht.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace lobt Apple für seine Offenheit, diese sei ein "Markenzeichen" für das Wirken von Tim Cook. Apple habe seine Muskeln schon in der Vergangenheit spielen lassen und seine Zulieferer zum Verzicht auf giftige Komponenten gezwungen und Rechenzentren auf erneuerbare Energie umgestellt, s chreibt für Greenpeace der Kampagnenführer Tom Dowdall auf der Website der Organisation . Apple spiele seine Marktmacht nun aus, um Rohstoffe aus Krisengebieten aus der Lieferkette zu entfernen und sei damit Vorbild für die gesamte Industrie. Speziell Samsung solle diesem Beispiel folgen, fordert Dowdall.

Apple hatte in der Vergangenheit von Greenpeace trotz sichtbarer Verbesserungen bei der Produktion von Komponenten schlechte Noten wegen mangelnder Transparenz erhalten. Apple legt nicht nur auf seiner Umweltseite Daten zum CO 2 -Fußabdruck seiner Produkte dar, sondern berichtet auch regelmäßig über Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern.

„Der Mac wird niemals sterben“ – Phil Schiller, Craig Federighi und Bud Tribble im Gespräch

Unser Macworld-Kollege Jason Snell hatte im Februar die seltene Gelegenheit, mit Apples Führungsriege über den Mac und die Verschmelzung von iOS und OS X zu sprechen:

Dreißig Jahre – solange ist es mittlerweile her, dass Steve Jobs uns mit dem Macintosh erklären wollte, warum 1984 nicht wie "1984" sein würde. Der legendäre Werbespot zum Superbowl 1984 zeigte in schwarz und weiß den mächtigen und innovationsfeindlichen „großen Bruder“ IBM, der sich dem jungen, dynamischen und freiheitsliebenden Apple gegenüber sah. Aus Schwarz-Weiß ist jedoch mittlerweile eher „Shades of Grey“ geworden, denn die einst klare Rollenverteilung zwischen Apple und seinen Mitbewerbern – Innovation und Pioniergeist auf der einen, konservative Produktpflege auf der anderen Seite – ist Geschichte. Der Multi-Milliarden-Dollar-Konzern aus Cupertino misst sich heute mit Google, Microsoft oder Samsung auf Augenhöhe. Und dennoch gelingt es keinem der Mitbewerber, mit seinen Produkten und Markenimage eine solche Faszination auszuüben wie Apple. Ein Markenimage, das Apple nicht zuletzt der jüngeren Zeit zu verdanken hat, denn iPhone und iPad veränderten den Technologie-Markt grundlegend.

Fast ein wenig stiefmütterlich behandelt wurde da in der öffentlichen Wahrnehmung der Mac, Apples älteste Erfolgsgeschichte. Immer wieder singen Analysten das Lied von der Post-PC-Ära und dem Ende des Mac; außerdem müssten iOS und OS X zwangsläufig irgendwann zusammenwachsen. Angesichts der jüngsten Gerüchte um iOS 8, eine mögliche Apple-Gesundheits-App namens „Healthbook“ und die iWatch als Health-Tracker dürfte eine komplette Verschmelzung von iOS mit OS X eher unwahrscheinlicher geworden sein – und der Mac damit weiter seinen festen Platz als Produktiv-Gerät sowohl in Apples Produktpalette, als auch auf unseren Schreibtischen haben. Eine Einschätzung, die auch Apples Führungszirkel teilt.

In 30 Jahren hat sich so einiges geändert, gerade in einer so schnell wachsenden Branche wie der Computerindustrie; doch Apple und der Mac sind noch immer da. Wahrscheinlich würde ein Zeitreisender aus dem Jahre 1984, frisch von Jobs’ Macintosh-Präsentation kommend, einen aktuellen iMac als den legitimen und logischen Nachfolger des Ur-Mac identifizieren können. „Keine der Firmen, die damals Computer produziert hat, als wir mit dem Mac angefangen haben, hat überlebt. Sie sind alle Geschichte“, sagt Phil Schiller, Apples Senior Vice President of Worldwide Marketing. „Wir sind die einzigen, die noch da sind und unser Ding machen. Wir wachsen schneller als der Rest der Computerindustrie, weil wir die einzigen am Markt sind, die sich immer und immer wieder neue erfinden wollen.“

Bud Tribble ist Apples Vice President of Software Technology.
Vergrößern Bud Tribble ist Apples Vice President of Software Technology.
© Apple

Und tatsächlich: Der Weg des Mac in den letzten dreißig Jahren kann kaum als eine gerade Autobahn bezeichnet werden – viel eher schon als eine kurvenreiche Passstraße mit vielen Aufs und Abs. Zum einen hat OS X, das Betriebssystem, das den Mac heute antreibt , unter der Oberfläche mit dem Original von 1984 kaum noch etwas gemein. Das verdankt Apple in erster Linie dem Zukauf von Next und der damit verbundenen Rückkehr von Steve Jobs im Jahr 1996. Zum anderen erschien der Macintosh damals als Desktop-Computer, während die Mehrzahl der heute verkauften Macs Notebooks sind. „Der Original-Macintosh hatte so viele wegweisende Aspekte, dass sie noch heute zu erkennen sind“, sagte Schiller. Die Teams, die bei Apple über all die Jahre die Macs bauten und bauen hätten unzählige Gelegenheiten gehabt, alles was nicht funktionierte, über Bord zu werfen – und doch habe so viel vom damaligen Macintosh-Konzept überlebt, dass auch dreißig Jahre danach der Mac immer noch ein Mac ist.

Ähnlich sieht das auch Bud Tribble. Er war damals ein Teil des Macintosh-Entwicklerteams und ist heute Apples Vice President of Software Technology; durch beide Positionen verfügt Tribble über einmalige Einblicke, sowohl auf den Ur-Macintosh, als auch auf heutige Modelle. „In den Original-Mac sind damals unglaublich viel Energie und Kreativität geflossen“, erklärte Tribble. „Genau aus diesem Grund spiegeln sich auch in den Macs von heute noch einige extrem starke DNA-Stränge des ursprünglichen Modells wider. Die Stärke und die diesen DNA-Strängen zugrunde liegenden Design- und Usability-Prinzipien gelten auch für unsere anderen Produkte – ein Apple-Produkt sollte schnell zugänglich und leicht erlernbar sein, indem man seine Funktionsweise schon auf den ersten Blick versteht. Auf den Mac bezogen: Der Computer sollte sich dem Willen des User beugen, nicht umgekehrt.“

Das Apple von heute ist nicht mehr nur durch den Mac definiert. In den letzten zehn Jahren erweiterte Apple sein Portfolio zuerst um den mittlerweile nahezu bedeutungslosen iPod, dann um iPhone und iPad – mit stark wachsenden Verkäufen und einer ebenso stark anschwellenden Verbreitung. Angesichts der Marktmacht von iPhone und iPad kann man dann auch schnell den Eindruck gewinnen, dass der Mac auf dem absteigenden Ast sei und für Apple zunehmend uninteressant werden könnte. Schiller, Tribble und Craig Federighi, Apples Senior Vice President of Software Engineering, schieben dieser Überlegung allerdings schnell den Riegel vor. „Was den Mac erst richtig angeschoben hat, war der Aufstieg von iPhone und iPad“, sagt Tribble.

Für ihn haben die  gemeinsamen Arbeiten von Apples für Hardware- und Software-Teams an den neuen mobilen Plattformen die Entwicklung des Mac enorm belebt. „Diese intensive gegenseitige Ideenaustausch und die Tatsache, dass die Mac- und iOS-Teams bei Apple ein und dasselbe Team sind, haben dem Mac einen Höhenflug verpasst, der die Erwartungen weit übertreffen konnte.“ Phil Schiller ergänzt: „Die Erfahrung, die wir für unsere Kunden schaffen wollen, hat sich nicht verändert. Wir sind in beiden Welten zuhause – in der mobilen genauso wie in der stationären. Wenn man sich nur mal anschaut, was wir beim Thema Multitouch erreichen konnten, wie wir es geschafft haben die Gestensteuerung mit dem Mac-Trackpad am Heimcomputer zu etablieren während wir gleichzeitig auf allen unseren mobilen Geräten vom iPod Touch bis zum iPad mit den selben Erfahrungen erfolgreich sind … Das ist schon richtig cool.“

Lesen Sie hier in der Fortsetzung, warum die Verschmelzung von iOS und OS X reine Zeitverschwendung wäre – und warum der Mac trotz iPhone und iPad nicht untergehen wird.

Satya Nadella wird neuer Microsoft-Chef

Satya Nadella wird neuer Microsoft-Chef (c) Microsoft
Vergrößern Satya Nadella wird neuer Microsoft-Chef (c) Microsoft
© Microsoft

Die langwierige Suche nach einem neuen Microsoft-Chef ist im Februar beendet. In einer Mitteilung stellt Microsoft Satya Nadella als neuen Microsoft-CEO vor. Der 1967 in Indien geborene Nadella ist seit 22 Jahren bei Microsoft beschäftigt - und sorgt im Verlauf des Jahres für gehörig Wirbel.

Satya Nadella übernimmt in der knapp 40jährigen Geschichte von Microsoft nach Bill Gates und Steve Ballmer als Dritter den Chef-Posten. Steve Ballmer hatte im August 2013 angekündigt, den CEO-Posten abgeben zu wollen , den er im Jahr 2000  von Microsoft-Gründer Bill Gates übernommen hatte.

Für die Nchfolge hat sich Microsoft nun für einen altgedienten und erfolgreichen Manager im eigenen Haus entschieden. Satya Nadella verantwortete zuvor bei Microsoft die Enterprise- und Cloud-Abteilung und konnte in dieser Zeit den Umsatz von 16 Milliarden US-Dollar auf über 20 Milliarden US-Dollar steigern.

In einem Brief an alle Microsoft-Mitarbeiter schreibt der 46jährige Satya Nadella: "Viele Unternehmen streben danach die Welt zu verändern. Aber nur wenige haben alle dafür notwendigen Teile: Talent, Ressourcen und die Ausdauer. Microsoft hat bewiesen, dass es alle drei in Überfluss hat." Er kündigt in dem Brief an, dass Microsoft seine Innovationen priorisieren und sich auf seine Kern-Werte zentrieren werde: Den Nutzern und Organisationen die Fähigkeit zu geben, "mehr zu tun" ("to do more"). Schließlich werde die beste Arbeit dann gemacht, wenn man wisse, dass es nicht nur Arbeit ist, sondern dass man dabei helfe, die Leben der Menschen zu verbessern. "Das ist die Gelegenheit, die alle hier im Unternehmen antreibt", so Nadella. Er schließt den Brief mit den Worten: "Lasst uns alle an diesem Fundament gemeinsam bauen."

Gleichzeitig mit der Ernennung Nadellas zum CEO tritt Bill Gates als Vorsitzender des Aufsichtsrates zurück. Stattdessen werde der Unternehmensgründer technischer Berater und soll Nadella als Mentor dienen. Er werde laut Pressemitteilung der Firma mehr Zeit widmen und Nadella dabei unterstützen, Technologien und Produkte zu formen."

Apple muss Kartellwächter behalten

Apple muss sich im Jahr 2014 wider Willen mit einem gerichtlich bestellten Kartellwächter arrangieren, der die Regelungen im E-Books-Urteil gegen Apple überwacht. Später im Jahr legt Apple gegen die Strafe in Höhe von 450 Millionen US-Dollar Berufung ein, Apple sieht sich weiter im Recht.

Wie das US-Berufungsgericht der zweiten Instanz im Februar bemerkt, habe die Regierung erklärt, der Wächter würde bei Apple darauf achten, dass es ein Programm gebe, das dem Urteil wegen Kartellbildung folge und sich die leitenden Angestellten daran hielten. Der Watchdog dürfe laut Berufungsgericht jedoch nicht untersuchen, ob sich das Personal sich an andere Gesetze halte. Apple waren die Maßnahmen des vom Gericht bestellten Wächters Michael Bromwich zu weit gegangen und beklagte Einmischung, Bromwich seinerseits beklagte, er würde keinen Zugriff auf leitende Angestellte und wesentliche Dokumente erhalten. Die Regierung hingegen unterstellt, Apple störe sich daran, die Überwachungsmaßnahmen nicht selbst steuern zu können. Wenn der Kartellwächter seine Kompetenzen überschreite, könnte Apple allenfalls dessen Ablösung fordern aber nicht das Ende der Überwachung.

Im Juli 2013 hatte ein Gericht in Manhattan Apple der Kartellbildung im E-Book-Markt schuldig gesprochen. Zusammen mit fünf mit angeklagten Verlagen habe der Anbieter des iBookstore Absprachen getroffen, die zu einer Erhöhung der Preise im E-Book-Markt führten. Apple argumentierte stets damit, das im iTunes Store bewährte Agenturmodell, bei dem der Verlag, also der Rechteinhaber den Preis bestimmt und nicht der Händler, sei das einzige Mittel um das Quasimonopol von Amazon bei E-Books zu brechen. Apple darf in der Bewährungszeit von zwei Jahren keine neuen Verhandlungen mit den Verlagen aufnehmen, die ihrerseits nun zähneknirschend hinnehmen, dass Amazon manche E-Books unterhalb des Einkaufspreises verschleudert. Die Einhaltung dieser Auflagen sollte der vom Gericht bestellte Kartellwächter prüfen.

Icahn gibt Forderung nach mehr Aktienrückkäufen auf

Der Investor Carl Icahn gibt seine Forderung auf, Apple solle weitere 50 Milliarden US-Dollar in sein Aktienrückkaufprogramm investieren, um den Kurs der Aktie zu steigern. Ausschlaggebend war die Ablehnung seiner Empfehlung durch das Unternehmen Institutional Shareholder Services (ISS), das institutionelle Anleger berät. Das ISS hatte ein Gutachten vorgelegt, in dem es das bisherige Aktienrückkaufprogramm Apples für ausreichend halte und weiteres Eingreifen in die Maßnahmen des Aufsichtsrates nicht für erforderlich. Icahn sei enttäuscht über die Empfehlung von ISS, angesichts der von Apple kürzlich unternommenen "aggressiven Maßnahmen zum Aktienrückkauf" könne er aber dem nicht komplett widersprechen. Es bestehe nun seinerseits kein Grund, auf seinem Vorschlag zu beharren, da Apple bereits im Sinne der Wertsteigerung für Anleger handle. Apple-CEO Tim Cook hatte zuletzt in einem Interview mit dem Wall Street Journal erklärt, Apple habe in den letzten Wochen zusätzlich Aktien im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zurück gekauft.  Der überraschende Kurssturz nach Veröffentlichung der letzten Bilanz habe Apple dazu gewogen, die Aktien zu stützen. Apple hat jedoch seinen Anlegern empfohlen, auf der kommenden Jahreshauptversammlung gegen den Plan Icahns zu stimmen. Auch die von Cook vage in Aussicht gestellten "neuen Produktkategorien" stimmen Icahn seinen Aussagen zufolge optimistisch, dass sich der Wert seines Investmensts erhöhe. Und in der Tat erklimmt die Apple-Aktie im Jahresverlauf neue Rekordhöhen, vor allem dank des enormen Erfolgs des iPhone und der vielversprechenden Apple Watch. Carl Icahn dürfte zufrieden sein.

Teslas Elon Musk bestätigt Gespräche mit Apple - Übernahme "sehr unwahrscheinlich"

Elon Musk, Gründer des Herstellers von Elektroautos Tesla, bestätigt im Februar Gespräche mit Apple – und stellt dabei klar, dass eine Firmenübernahme nicht in Frage komme.

Zuvor hatte es in der Gerüchteküche geheißen, Musk hätte im Frühjahr 2013 den bei Apple für Übernahmen zuständigen Manager Adrian Perica getroffen und habe womöglich erst kürzlich Tim Cook in Cupertino besucht. Gegenüber Bloomberg bestätigt Musk ein Treffen mit Apple, schweigt auch aber dazu aus, ob er mit Perica gesprochen habe und um welche Themen es überhaupt ging. Mögliche Ansatzpunkte wären eine tiefere iOS-Integration in die Tesla-Fahrzeuge oder Akkutechnologien. Auf die Frage, ob Musk überhaupt willens wäre, seine Firma zu verkaufen, weist er Spekulationen dieser Art zurück: "Ich denke, das ist sehr unwahrscheinlich". Tesla wolle sich auf sein Ziel fokussieren, ein attraktives Elektrofahrzeug für den Massenmarkt zu entwickeln, jede Art von Firmenübernahme würde davon nur ablenken. In der Tat hat Apple bis Ende 2014 keinerlei Anstalten gemacht, bei Tesla einzusteigen oder die Firma gar komplett zu übernehmen - stattdessen übernahm man Beats Electronics und Beats Music. Tesla und Apple werden jedoch in Reno im US-Bundesstaat Nevada Nachbarn. Apple betreibt dort eines seiner Rechenzentren, Tesla errichtet eine Batteriefabrik. Attraktiv am Standort sind vor allem die staatlichen Subventionen für die Investoren.

Apple errichtet eigenes Netz zur Auslieferung von Inhalten

Apple arbeitet an einem eigenen Content Delivery Network (CDN), über das es iTunes-Inhalte und iCloud-Services direkt seinen Kunden ausliefern könnte.

Dies legt der Analyst Dan Rayburn in seinem Streaming Media Blog dar. Bisher vertraute Apple auf Dienstleister wie Level 3 und Akamai, um seine Inhalte an Nutzer zu schicken. Wie in der Szene gemunkelt werde, wolle Apple nun auch noch die Kontrolle über die "letzte Meile" übernehmen und sich auch um die Auslieferung der Inhalte selbst kümmern. Zu diesem Zweck habe Apple im letzten Jahr ein neues Team gegründet und erfahrene Mitarbeiter engagiert. Der Serviceprovider Akamai, der angeblich im vergangenen Jahr Apple etwa 100 Millionen US-Dollar für seine Dienste berechnet habe warnte bereits Anleger vor Beeinträchtigungen der Bilanz. Man sei derzeit mit dem größten Kunden über neue Vertragskonditionen in Verhandlungen. Seit August hat Apple das CDN offenbar in Betrieb, ohne es offiziell bestätigt zu haben .

Nordkoreas Betriebssystem sieht OS X ähnlich

Der Staat Nordkorea bietet seinen wenigen Untertanen, die Zugriff auf einen Computer haben, seit etwa zehn Jahren ein eigenes Betriebssystem an.

Der Computerwissenschaftler Will Scott, der lange Jahre in Pjöngjang an der technischen Universität lehrte, konnte ein Exemplar des Red Star Linux genannten Sytems außer Landes schmuggeln, unsere Kollegen der PC World präsentieren Screenshots . Demnach sieht die Oberfläche von Version 3 des Betriebssystems stark nach OS X aus, ein Dock mit Spiegelung präsentiert oft benutzte oder geöffnete Programme, quadratische Knöpfe schließen oder vergrößern Fenster. Red Star Linux 3 habe erst im vergangenen Jahr Version 2 abgelöst, das eine Oberfläche nach dem Aussehen von Windows 7 zeigte, erklärt Scott. Das Betriebssystem verfüge auch über einen Browser, mit dem man jedoch nur Zugriff auf das nordkoreanische Intranet bekäme, in dem das Regime Dokumente nach seinem Gusto präsentiere. Mit einer Wine-Integration sei es möglich, auf Red Star Linux auch einige Windows-Programme laufen zu lassen. Ob Apple das Regime wegen der Verletzung von Geschmacksmustern verklagen wird, darf man bezweifeln.

Apple stellt Support für Snow Leopard ein

Das im Februar 2014 viereinhalb Jahre alte Mac-Betriebssystem Mac-OS X 10.6 Snow Leopard wird von Apple nicht mehr mit Sicherheitsupdates unterstützt.

Bereits im Dezember 2013 war Snow Leopard von den seinerzeit veröffentlichten Sicherheitsupdates ausgenommen, die in dieser Woche veröffentlichten Sicherheitsupdates ließ Apple nur den neueren Betriebssystemversionen Lion, Mountain Lion und Mavericks angedeihen. Das letzte Security-Update für Snow Leopard hatte Apple im September 2013 herausgebracht, etwa einen Monat vor der Veröffentlichung von OS X 10.9 Mavericks.

Was Snow-Leopard-Benutzer nach dem Support-Aus tun können

In der Vergangenheit hatte Apple immer die aktuelle Betriebssytemversion und deren Vorgänger unterstützt, der Support für Snow Leopard war aber noch weitergelaufen, als bereits dessen Nachnachfolger Mountain Lion aktuell war.

Dennoch bleibt mit Stand Februar 2014 etwa jeder fünfte Mac von aktuellen Sicherheitsupdates ausgenommen. Nach Statistiken von Net Applications waren Ende Januar immer noch 19 Prozent Prozent aller Macs mit dem betagten Betriebssystem unterwegs, deutlich mehr als mit dem direkten Nachfolger, nur noch 16 Prozent der Macs liefen mit Lion. Mac-Anwender sind zwar dafür bekannt, wesentlich häufiger als ihre Windows-Kollegen aktuelle Betriebssysteme aufzuspielen, Snow Leopard hält sich aber deutlich länger. Der Hauptgrund dürfte die fehlende Unterstützung von PPC-Software in den OS-X-Versionen von Lion aufwärts sein. Im Laufe des Jahres verliert Snow Leopard dennoch zusehends an Bedeutung.

Apple hat bekräftigt, künftig alljährlich sein Mac-Betriebssystem zu aktualisieren, schon im Sommer oder dem frühen Herbst steht das Update auf den Mavericks-Nachfolger an. Den Support für Lion könnte Apple dann einstellen, hält der Upgrade-Trend an, ist womöglich nur noch jeder zehnte Mac damit unterwegs. Lion wäre dann aber gerade einmal drei Jahre alt.

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