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Das war 2014: November

05.01.2015 | 00:00 Uhr |

Watchkit für Apple Watch verfügbar +++ Woz: Apple iPhone 6 drei Jahre zu spät +++ 86 Prozent der Gewinne im Mobilfunkmarkt gehen an Apple +++ US-Präsident Obama fordert Netz-Neutralität +++ Sicherheitslücke in Yosemite +++ Apple reagiert auf Trojaner Wirelurker

Watchkit für Apple Watch verfügbar

Apple stellt Mitte November  Entwicklern mit Watchkit Softwarewerkzeuge zur Verfügung, um Apps für die Smartwatch entwickeln zu können. Unterstützung für das Watchkit gibt es mit der ersten ebenfalls verfügbaren Beta von iOS 8.2.

Apples erste Smartwatch mit dem Namen Apple Watch soll es irgendwann "Anfang 2015" geben - ein März-Termin erscheint immer wahrscheinlicher. Bei der Bedienung setzt die Watch nicht nur auf den Touchscreen, sondern verwendet eine digitale Krone. Mit der dreh- und drückbaren Krone lässt sich navigieren oder zoomen, ein Druck bringt einem zum Homescreen zurück. Beim Touchscreen gibt es mit "Force Touch" zudem eine Technologie, die leichtes Antippen von einem stärkerem Drücken unterscheiden kann. Und die "Taptic Engine" der Apple Watch ermöglicht ein Tippen der Uhr auf das Handgelenk - beispielsweise um den Träger an etwas zu erinnern.

Mit dem Software Development Kit (SDK) WatchKit können Entwickler Apps für die Smartwatch erstellen, um mit den neuen Technologien und der Benutzeroberfläche der Uhr zu experimentieren. Neben der Entwicklung von Apps lassen sich mit dem SDK und zusammen mit der ebenfalls verfügbaren ersten Beta von iOS 8.2 Kurzinfos und interaktive Mitteilungen der Apple Watch simulieren.

Laut Apple lässt sich über Apps vom Handgelenk aus beispielsweise das vergessene Licht ausschalten, nachdem man das Haus verlassen hat, und die Watch einen darauf hinweist. Mit der Watch lässt sich per App die Route umplanen, wenn ein Zug oder Bus Verspätung hat. Entwickler Apple zufolge mit WatchKit Kurzinfos integrieren, die Anwendern die für sie wichtigsten Informationen anzeigen, wie beispielsweise neueste Nachrichten, Sportergebnisse, die eingestellte Weckzeit oder den nächsten Schritt beim Kochen eines Rezepts.

"Die Apple Watch ermöglicht es uns, das Instagram-Erlebnis noch persönlicher werden zu lassen - und das zu jedem Zeitpunkt," sagt Kevin Systrom, Co-Founder und CEO von Instagram. "Dank den interaktiven Mitteilungen können Nutzer Fotos sofort sehen, favorisieren oder mit einem Emoji antworten. Die Neuigkeiten- und Betrachtungs-Liste in Instagram ermöglicht es, die neuesten Fotos der Freunde zu sehen, neuen Benutzern zu folgen und eine Echtzeit-Ansicht der eigenen Likes und Kommentare zu betrachten."

Woz: Apple iPhone 6 drei Jahre zu spät

Steve Wozniak, der zusammen mit dem verstorbenen Steve Jobs Apple gegründet und die ersten Apple-Rechner von Hand zusammengelötet hatte, hat im November das aktuelle Management von Apple für deren iPhone-Strategie kritisiert. Die nun veröffentlichten iPhone 6 und iPhone 6 Plus kämen zu spät. »Apple hätte einen viel höheren Marktanteil bei Smartphones haben können, wenn es in den letzten drei Jahren ein iPhone mit größerem Bildschirm gegeben hätte«. Damit wäre Apple auch besser in der Lage gewesen, Samsung Konkurrenz zu machen.

Auch wenn Steve Wozniak noch immer ein Fan von Apple ist, so äußert er sich immer wieder auch lobend über die Konkurrenz und auch sehr kritisch über Apple. Das liegt seiner Aussage nach daran, dass er viele Gadgets ausprobiert, bevor er dann eine Entscheidung trifft. »Technik ist wie ein Lied. Jemand kann die alle Details erzählen, man ist sich aber erst sicher, dass man es mag, wenn man es selbst gehört hat«, so Wozniak.

Weniger begeistert ist er von der angekündigten Apple Watch, obwohl er sich selbst als frühen Smartwatch-Nutzer sieht und sogar schon einen iPod Nano am Handgelenk trug. »Ich habe ein paar Smartwatches gekauft, als sie neu herauskamen. Ich bin sie schnell wieder losgeworden. Ich sehe Smartwatches nun sehr negativ«. Er brauche einfach ein größeres Display und nutze daher lieber sein Smartphone. Die Apple Watch bezeichnete Wozniak als »Luxus-Fitnessband«, das er aber trotzdem ausprobieren werde, weil es sich von anderen deutlich unterscheidet. »Wer weiß? Vielleicht verkauft es sich gut. Es gibt schließlich viele Handgelenke da draußen«.

Seine Antwort auf die Frage von CNN , was er selbst machen würde, wenn er nochmal von vorne beginnen könnte, klingt fast etwas melancholisch. »Heute ist es wirklich schwer, Technik von Hand zu bauen, weil alles immer kleiner und kleiner wird. Ich bin mit nicht sicher, ob ich in der heutigen Welt der Technik einen Platz hätte«.

86 Prozent der Gewinne im Mobilfunkmarkt gehen an Apple

Obwohl Apple in Bezug auf das iOS-System einen niedrigeren Marktanteil hat, so sieht es im Bereich des Gewinns deutlich besser für Apple aus . Für Samsung wiederum ist dieser Gewinn im Mobilfunkmarkt das niedrigste Ergebnis seit dem Jahr 2011.

Für viele andere Unternehmen sieht es dagegen noch deutlich schlechter aus. Immerhin: LG kann ein Plus von zwei Prozent Gewinnen vorweisen, bei HTC und BlackBerry hat sich dagegen nichts verändert (0 Prozent) und Motorola und Microsoft müssen sogar Verluste von zwei bis vier Prozent hinnehmen - auf diese Weise können Apple und Samsung zusammen 104 Prozent der Gewinne verbuchen, da die Verluste der Konkurrenten dagegen gerechnet werden.

US-Präsident Obama fordert Netz-Neutralität

Die Frage nach der Netz-Neutralität bewegt schon seit einige Zeit alle Internet-Interessierten. Dürfen die Internet- und Mobilfunk-Provider bestimmte Dienste bevorzugt gegenüber anderen Diensten ausliefern? Oder für die gleichberechtigte Durchleitung Extra-Gebühren verlangen? Für besonders Bandbreiten-hungrige und viel Traffic verursachende Internet-Dienste wie Videostreaming könnte man ja vielleicht extra kassieren? Und die Angebote kleinere Firmen oder von Privatleuten vielleicht etwas langsamer ausliefern als die von großen Portalen und Großkonzernen? Das sind so einige Gedanken, die gar nicht zur viel beschworenen Netz-Neutralität passen. Dafür aber umso mehr zum Profitstreben von Großkonzernen.

US-Präsident Barack Obama hat sich aber jetzt eindeutig gegen die Bevorzugung beziehungsweise Benachteiligung bestimmter Internetdienste ausgesprochen. Stattdessen betonte der US-Präsident die Wichtigkeit der Netz-Neutralität. Das Internet dürfe nicht in Überholspuren und langsame Fahrstreifen aufgeteilt werden, wie Obama sinngemäß meinte. Diese Netz-Neutralität müsse gleichermaßen für kabelgebundene wie auch für Funk-Verbindungen gelten.

Obama hoffe, dass die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) entsprechende Regeln erlassen und durchsetzen werde. Entsprechende Vorschläge der FCC in der Vergangenheit konnten Verbraucherschützer jedoch nicht überzeugen.

Sicherheitslücke in Yosemite

Der schwedische Sicherheitsexperte Emil Kvarnhammar will Anfang November  in OS X 10.10 eine Sicherheitslücke entdeckt haben, die er "rootpipe" nennt. Die "privilege escalation vulnerability" könnte einem Angreifer Zugriff auf Root-Ebene verschaffen und somit vollständige Kontrolle über den Rechner. Apple habe die Lücke bisher nicht geschlossen, so dass Kvarnhammar und sein Arbeitgeber, die Sicherheitsfirma Truesec, zu diesem Zeitpunkt keine Details veröffentlichen. Kvarnhammar wollte auf zwei in Stockholm und Malmö anstehende Sicherheitskonferenzen Lücken in OS X vorführen, da es aber laut seiner Aussage nur wenige gebe und in den aktuellen Systemfassungen keine dokumentiert, machte er sich selbst auf die Suche. Zu seiner Überraschung fand er dann ein ein OS X 10.8.5, die zwar in OS X 10.9 so nicht ausnutzbar war, mit Modifikationen an seiner Software aber in OS X 10.10. Mit Apple stehe man in Verbindung und habe sich auf ein Datum geeinigt, zu dem man Details veröffentliche. Das werde aber erst im Januar der Fall sein, bis dahin dürfte Apple die Lücke geschlossen haben. In der Zwischenzeit rät Kvarnhammar, nicht permanent den Admin-Account zu nutzen und Filevault zu aktivieren.

Auch auf dem iPhone bereiten Sicherheitsprobleme Ärger, wobei in diesem Fall Anwender das Problem sind. In den letzten sechs Monaten haben Anwender vor allem in China rund 350.000 mal verseuchte Apps auf ihre Macs geladen. Der Schädling Wirelurker hat sich anschließend via USB auch auf iPhone und iPad übertragen. Die verseuchten Apps stammen nicht aus dem Mac App Store, sondern aus dubiosen Quellen. Apple hat für die betroffenen Apps mittlerweile die Entwicklerzertifikate gesperrt, sofern Gatekeeper auf dem Mac aktiveirt sind, lassen sie sich nun nicht mehr installieren.

Der schädliche Programmcode trägt den Namen „WireLurker“ und richtet zumindest derzeit noch nicht sehr viel Schaden an. Momentan scheint sich bei den betroffenen Nutzern lediglich eine Comic-App zu installieren.

Allerdings wäre es den Angreifern durch diesen Schädling möglich, auf Kontakte, Fotos, aber auch Nachrichten des Gerätes zuzugreifen. Sofern der Mac also eine schädliche App heruntergeladen hat und das iOS-Gerät anschließend per USB an das „vertrauenswürdige Gerät“ angeschlossen wurde, verteilt sich die Schadsoftware weiter.

Apple übernimmt Cloud-Networking-Startup in Seattle

Die Shopping-Tour für Apple geht im November in Seattle weiter. Hier hat das Unternehmen aus Cupertino ein Startup übernommen, welches im Bereich Cloud-Networking aktiv ist. Die Seattle Times berichtet zudem, dass Apple gleichzeitig auch ein Büro in Seattle errichtet. Dies wiederum soll direkt mit der Übernahme des „Union Bay Networks“ , dem neu eingekauften Startup, zu tun haben.

Genaue Informationen zum neuen Unternehmen gibt es nicht. Apple hält sich schon immer sehr bedeckt, wenn es um den Zukauf kleinerer Firmen geht, so auch in diesem Fall.

Union Bay war in der Vergangenheit damit beschäftigt, eine „bessere Cloud“ zu bieten. Es heißt, dass das Startup daran arbeitet, eine richtig gute Lösung für die „nächste Generation“ zu bieten. Die Mitarbeiter, die bislang im Startup tätig sind, sollen ins neue Seattle-Büro wechseln.

Apple bleibt wertvollste Marke der Welt

Forbes hat den Wert zahlreicher Unternehmen geschätzt und ist wieder zu dem Schluss gekommen, dass Apple die wertvollste Marke der Welt ist. Das US-Wirtschaftsmagazin hatte bereits in den Vorjahren ermittelt, dass das Unternehmen aus Cupertino diesen Rang verdient hat. Der Wert von Apple konnte sich im Laufe der Jahre allerdings noch weiter steigern, um den Titel der wertvollsten Marke der Welt weiter zu festigen . Der Wert von Apple wird von Forbes auf 124,2 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Das wiederum ist 19 Prozent mehr als im Vorjahr, was bedeutet, dass der Wert der Marke Apple um fast 20 Prozent gestiegen ist. Das laut Liste zweitplatzierte Unternehmen ist Microsoft, allerdings ist hier der Wert nur halb so hoch wie bei Apple. Anschließend folgen Google, Coca-Cola, IBM, McDonald’s, General Electric, Samsung, Toyota und auf Platz 10 steht Louis Vuitton.

Mac hält 13,4 Prozent Marktanteil in den USA

Auf dem US-PC-Markt erfreuen sich Macs einer großen Beliebtheit. Ganze 13,4 Prozent Marktanteil hält Apple mittlerweile. Die 13,4 Prozent hatte Apple im Septemberquartal erreicht. Apple liegt damit in den USA auf dem dritten Platz direkt nach HP und Dell.

HP erreicht dabei einen Marktanteil von 27,7 Prozent. Dell kommt wiederum auf 24 Prozent. Apples Abstand ist demzufolge recht groß, aber ein dritter Platz kann sich dennoch sehen lassen.

Der vierte Platz wird von Lenovo belegt, die auf einen Anteil von 10,7 Prozent des US-PC-Markts kommen.Übrigens: Blickt man ein wenig über den Tellerrand, so erreicht Apple im dritten Quartal weltweit um die sechs Prozent des Marktes . Verkauft wurden während dieser Zeit weltweit 5,5 Millionen Mac-Geräte, was wiederum 5,7 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Walmart verschließt sich Apple Pay

Nachdem Apple Pay in den USA Mitte Oktober an den Start gegangen ist, konnte Apple schon drei Tage später eine Million Aktivierungen für Apple Pay verzeichnen. Ein gelungener Start, wenngleich es für das Unternehmen noch besser wäre, wenn auch Walmart Apple Pay unterstützen würde. Walmart wiederum hat sich bereits dazu geäußert und betont, dass man nie auf Apple Pay setzen wird . Der Hintergrund: Apple Pay arbeitet mit Kreditkarten-Unternehmen wie Mastercard, Visa und American Express zusammen. Beim Einsatz von Apple Pay werden Gebühren der Kreditkarten-Unternehmen fällig und diese wiederum stehen einer Kooperation zwischen Apple und Walmart im Wege.

Während der Money2020 ist ein Video entstanden, welches ein Streitgespräch zwischen Visa- und Walmart-Vertretern präsentiert , das eindrucksvoll zeigt, weshalb Walmart wohl wirklich nie auf Apple Pay setzen wird.

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