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Das war 2014: September

03.01.2015 | 00:00 Uhr |

Apples Dreiklang im Flint-Center: iPhone 6 (Plus), Apple Pay und Apple Watch +++ "Bentgate": Apple tauscht verbogene iPhone 6 Plus aus +++ U2 und Apple wollen Kaufanreiz für Musik erhöhen +++ Apple stellt Vertrieb des iPod Classic ein+++ Microsoft kauft Mojang für 2,5 Milliarden US-Dollar +++ Apple eröffnet Store in Hannover

Apples Dreiklang im Flint-Center: iPhone 6 (Plus), Apple Pay und Apple Watch

Alle Jahre wieder lädt Apple Anfang September zu einem Special Event. Im Jahr 2014 bedeutete die Keynote auch einen Aufbruch zu neuen Märkten. Das am 9. September vorgestellte neue iPhone 6 mit größerem Display stand längst auf dem Plan, Apples Einstieg in digitale Bezahlsysteme schien überfällig und alle Welt wartete seit Monaten auf eine Smartwatch aus Cupertino: Es sind aber die Details, die bei iPhone 6, iPhone 6 Plus, Apple Pay und der Apple Watch aufhorchen lassen. Ein weiteres Schmankerl für die Ohren folgt noch ganz zum Schluss.

Wenn Apple zu einem Presse-Event lädt, dann meist in das Moscone Center in San Francisco oder das Yerba Buena Center eben dort. Das Flint Center in Cupertino ist jedoch ein historischer Ort, wie Tim Cook gleich zu Beginn seiner zweistündigen Rede erklärte. Denn im Jahr 1984 zeigte Steve Jobs dort den Macintosh der Weltöffentlichkeit, im Jahr 1998 erfolgte mit der iMac-Präsentation am selben Ort die Wiedergeburt von Apple. Bei der Premiere von iPhone 6/Plus, Apple Pay und Apple Watch will der Konzern zum dritten Mal am selben Ort seinem Mantra "Think different" Leben einhauchen und zeigen, wie Apple anders denkt und Produktkategorien neu definiert. Dafür verfolgt Apple drei Ansätze: Das iPhone wird größer und zeigt Inhalte auf noch schärferen Displays an, das Bezahlsystem Apple Pay soll Kreditkarten und letztlich auch Bargeld überflüssig machen. Die intelligente Armbanduhr Apple Watch präsentiert sich schließlich als drei Geräte in einem, als smarte Verlängerung des iPhone, innovatives Kommunikationsgerät und funktionsreiches Fitnessarmband. Ach ja, die Zeit kann die Uhr aus Cupertino auch noch höchst genau anzeigen - und das auf individuelle Weise. Clou ist aber die Bedienung, die Freunden von Mechanikuhren gefallen dürfte.

iPhone wird größer und schärfer

Nutzer des iPhone 5S haben es geahnt: Ihr Telefon, das Apple bisher als das "beste aller Zeiten" lobte, bekommt einen noch besseren Nachfolger, der den letzten Schrei vom Vorjahr nun beinahe wie Altmetall und -glas aussehen lässt. Das passiert aber alle Jahre wieder.

Während Tim Cook auf den Keynotes der vergangenen Jahre gerne einmal halbstündige Updates zu Altbekanntem vortrug, ging er 2014 ohne lange Vorreden gleich in medias res und präsentierte die beiden neuen iPhones in zwei unterschiedlichen Größen: das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus. Die beiden Modelle sind mit einem Display ausgestattet, das sich an die Aluminiumrückseite anschmiegt und so die nutzbare Fläche weiter vergrößert. Apple hat zudem die Auflösung verbessert und nennt das Display nun Retina HD: Auf 4,7 Zoll passen jetzt 1334 x 750 Pixel, was einer Auflösung von 326 ppi entspricht. Das iPhone 6 Plus mit seinem 5,5-Zoll-Display bringt 1920 x 1080 Pixel, eine Auflösung von 401 ppi - mehr als zwei Millionen Pixel. Gegenüber dem iPhone 5S sind das 38 Prozent mehr auf dem iPhone 6, das iPhone 6 Plus bietet gar 185 Prozent mehr Pixel. Beide Modelle sind auch dünner als das mit 7,6 Millimetern schon recht schlanke iPhone 5S, nämlich 6,9 und 7,1 Millimeter. Apple verspricht damit schärfere Kontraste und brillantere Farben, Fotos sollen so gut wie noch nie auf dem Bildschirm zu sehen sein. Das iPhone 6 bietet aber vor allem mehr Platz auf dem Bildschirm, was Entwickler in den Monaten darauf beschäftigt - iPhone-Apps können auf den neuen Modellen ein Layout erhalten, das dem auf dem iPad ähnelt. Mit seinen eigenen Apps führt Apple das bereits vor, 1,3 Millionen weitere Apps warten nun auf Aktualisierung. Für das iPhone 6/6 Plus hat Apple auch ein neues Set an Gesten eingeführt, Reachability genannt. Tippt man etwa auf den Touch-ID-Knopf, fährt der gesamte Bildschirminhalt nach unten, sodass man bequem wieder an das obere Ende der Inhalte gelangen kann, ohne lange zu wischen oder seine Handhaltung wesentlich zu ändern.

Der in die neuen iPhones verbaute Prozessor A8 ist ein 64-Bit-Chip und soll mit zwei Millionen Transistoren doppelt so viele enthalten wie der Vorgänger-Chip A7. Dabei arbeitet laut Apple der A8 besonders energieeffizient, der Akku soll länger halten als je zuvor. Bis zu 10 Stunden Internetnutzung mit LTE oder 50 Stunden Musikgenuss verspricht Apple. Verbessert hat Apple auch den Motion-Co-Prozessor M8, der nun selbstständig ermessen kann, ob der iPhone-Besitzer läuft, radelt oder spaziert, dabei könne er auch Distanzen abschätzen und sogar Höhenunterschiede. Mit Healthkit zusammen kann das iPhone 6 so also sämtliche Fitnessbänder überflüssig machen, ist vermutlich Apples Stoßrichtung - in die auch die Apple Watch gehen wird.

Das Telefonieren werde das iPhone 6/Plus ebenfalls erleichtern, etwa mit Telefonaten über Wi-Fi. Apple habe bereits mehrere Provider für die Technik mit an Bord geholt, die nun auch über LTE Gespräche anbieten. Bisher waren Gespräche maximal über 3G möglich gewesen, das iPhone 6/Plus ändert dies nun, die Sprachqualität soll sich dadurch erhöhen.

Die iSight-Kamera, also die 8-MP-Kamera an der Rückseite, wartet nun mit einer Apertur von f/2.2 auf und einem "True Tone Flash", der Farbtöne besser zu erhalten verspricht, sowie einem schnelleren Autofokus und verbesserter Bildstabilisierung. Kompaktkameras habe das iPhone überflüssig gemacht, freut sich Apples Marketingchef Phil Schiller. Auch dedizierte Videokameras gibt es kaum noch, Videos nimmt das neue iPhone in HD-Auflösung mit 1080p und einer Rate von bis zu 60 fps auf, Zeitlupenvideos mit 120 fps oder 240 fps. Die Facetime-Kamera, also jene für Videotelefonate und Selfies gedachte an der Vorderseite, kommt ebenso mit einer Apertur von f/2,2, was eine um 81 Prozent höhere Lichtausbeute versprechen soll.

Das iPhone 6 kostet mit Zweijahresvertrag 199, 299 und 399 US-Dollar und ist wie das iPhone 5S in Gold, Silber und Spacegray erhältlich. Die Kapazitäten: 16 GB, 64 GB und 128 GB! Das iPhone 6 Plus kostet jeweils einen Hunderter mehr und ist ebenso in den Kapazitäten 16 GB, 64 GB und 128 GB in Gold, Silber und Grau zu haben. Das iPhone 5S und das iPhone 5C bleiben im Angebot, für 99 US-Dollar und sogar gratis, jeweils mit Zwei-Jahres-Vertrag. Verkaufsstart für die neuen iPhones ist der 19. September (Vorbestellungen ab 12. September), iOS 8 wird Apple bereits am 17. September zum Download freigeben. Mehr zum iPhone 6 und iPhone 6 Plus lesen Sie hier...

Apple Pay: Apple will die Brieftasche überflüssig machen

Apple steigt in das Geschäft mit elektronischen Zahlungen ein, einen immensen Wachstumsmarkt: 200 Millionen bargeldlose Transaktionen im Wert von 12 Milliarden US-Dollar gebe es täglich in den USA, der Bezahlprozess mit Kreditkarten sei aber antiquiert und kompliziert, erklärt Apple-CEO Tim Cook: "Der Magnetstreifen ist 50 Jahre alt und die Sicherheitscodes sind unsicher." Das Geschäftsmodell sei eben nicht auf die Nutzererfahrung ausgelegt und hier sei Apple unschlagbar, behauptet Cook. Man habe einen vollkommen neuen Zahlungsprozess rund um Touch ID und NFC aufgebaut: Apple Pay. Ein NFC-Chip im iPhone 6/ 6 Plus verbindet sich mit dem Terminal, die Authentifizierung auf dem iPhone erfolgt über den Fingerabdruck. Alle Kreditkarten seien sicher in Passbook abgelegt, verspricht Apple. Dabei werde die Nummer der Kreditkarte nicht auf dem iPhone gespeichert, sondern nur temporäre Nummern für einzelne Transaktionen. Werde das iPhone gestohlen, könne man über "Find my iPhone" dem Gerät weitere Zahlungen verbieten, an die Kreditkarteninformationen kämen Diebe nicht heran.

Für Apple Pay muss es seitens der Anbieter Gegenstücke geben, die Apple Stores sind von Anfang an dabei, aber auch McDonalds oder Disney. Apple Pay lässt sich zudem beim Online-Einkauf nutzen – Anbieter wie Target, Uber oder Starbucks bauen die Technik in ihre Shopping-Apps ein. Eine API stellt Apple in iOS 8 bereit, sodass auch weitere Anbieter die Technik integrieren können. Lesen Sie hier mehr zu Apple Pay...

Apple Watch: One more thing...

"Wir sind noch nicht fertig, wir haben noch eine Sache," leitet Cook den eigentlichen Höhepunkt der Keynote ein, wie ehedem Steve Jobs. "Es ist das nächste Kapitel in Apples Story": Cook überlässt die Vorstellung der Apple Watch, welche die Produktkategorie der Uhren völlig neu definieren soll, einem stark inszenierten Produktvideo. Apples Smartwatch löst dabei im Flint Center Begeisterungsstürme wie in einem WM-Finale aus, Tim Cook jubelt mit erhobenen Armen. Die Apple Watch sei das "persönlichste Gerät", das Apple je produziert hat, das Display und die darüber verfügbaren Funktionen sind extrem variantenreich zu konfigurieren, sie arbeite nahtlos mit dem iPhone und der iCloud zusammen. Die Apple Watch setzt jedoch auch ein iPhone voraus und ist weder alleine in Betrieb zu nehmen, noch mit einem anderen Smartphone nutzbar. Immerhin ist die Apple Watch kompatibel mit dem iPhone 5 und jüngeren Modellen.

Mit Touch alleine kommt man auf einem derart kleinen Display nicht weiter, die Finger würden meist die Inhalte verdecken. Für die Bedienung hat sich Apple etwas Besonderes einfallen lassen, die "digital crown". Die Uhrenkrone arbeitet dabei kontextsensitiv und "setzt Bewegung in Daten um". Hat man etwa einen Kartenausschnitt auf dem Display, zoomt der Knopf und scrollt in anderen Fällen durch eine Liste. Ein Druck auf die digitale Krone führt zurück zum Homescreen. Das Display ist nicht ständig an, sondern schaltet sich erst ein, wenn man das Handgelenk bewegt. Ein zweiter Knopf unterhalb der digital crown dient der Kommunikation mit anderen Apple-Watch-Trägern, er zeigt sofort, wer von den Kontakten gerade verfügbar ist. Die Uhr ist aber nicht nur ein Kommunikationsgerät, sondern auch eines für die Fitness, Fotosensoren messen etwa den Herzschlag. Aufladen kann man die Uhr per Induktion. Die Genauigkeit der Zeitanzeige schließlich soll innerhalb von fünf Millisekunden liegen.

Die Armbänder, von denen Apple viele Varianten anbietet, soll man leicht wechseln können. Apple liefert etwa Sportarmbänder in sechs Farben. Von der Apple Watch gibt es nicht nur ein Modell, sondern insgesamt drei Linien mit jeweils zwei Displaygrößen. Das Standardmodell kommt etwa mit Edelstahlgehäuse und Saphirglas, die Sportausgabe mit Aluminiumgehäuse und Ion-X-Glas. Und für die Freunde von Luxusuhren gibt es die Apple Watch Edition in 18-karätigem Gold, gelb oder rosé.

Die Krone und Tapping sind alles, was man zur Bedienung der Apple Watch benötigt, um etwa die Uhrzeit einzustellen, Mondphasen zu ermitteln, Termineinladungen zu bestätigen oder den Musikplayer zu steuern. Siri ist in die Apple Watch eingebaut, so kann man etwa auf die Schnelle Restaurants finden oder das Kinoprogramm durchsuchen. Sogar Fotos zeigt die Apple Watch auf ihrem rechteckigen Display an. Die Apps sind nicht wie auf dem iPhone in einem Gitter geordnet, die runden Symbole liegen alle auf einem Bildschirm in dichter Kugelpackung und sind über Touchgesten aufrufbar, am Rand liegende App-Symbole sind verkleinert dargestellt, bis sie in den Mittelpunkt des Screens rutschen.

Mit Digital Touch hat Apple eine schnelle Kommunikation zwischen Apple-Watch-Nutzern eingeführt. Kontakte werden über einen unterhalb der Krone sitzenden Knopf aufgerufen, mit einfachen Strichzeichnungen und symbolhaften Tippern können sich die Partner so direkt über die Uhr unterhalten, die Apple Watch kann jedoch auf Wunsch auch einen Anruf auslösen. Walkie-Talkie auf neuem Niveau.

Apps für die iWatch können Drittanbieter mittels der API Watchkit erstellen, BMW hat etwa eine App entwickelt, die den Weg zurück zum geparkten Fahrzeug und dessen Ladezustand anzeigt, über die Nike-App lassen sich die Kollegen zu einer Joggingrunde herausfordern.

Fitness-App und Workout-App: Mit zwei Anwendungen will Apple die Nutzer der Apple Watch zu mehr Bewegung anregen. Die eine App registriert alle Aktivitäten des Tages und protokolliert sie, die andere dient zur Verwaltung und Speicherung aller ernsthaften Trainingseinheiten, Fitnessarmbänder und Sportuhren will die Apple Watch also gleichermaßen überflüssig machen.

Die Preise: ab 349 US-Dollar, im Handel ist die Apple Watch aber erst ab dem nächsten Frühjahr. Dann allerdings funktioniert Apple Pay auch mit der Uhr. Mehr zu Apple Watch lesen Sie hier...

Eines der jüngsten Gerüchte zur Apple Keynote drehte sich um die irische Rockband U2 und auch dieses war korrekt, hatte aber bei Weitem nicht alle Details verraten. Bono und Konsorten beglückten das Publikum vor Ort mit einem Live-Auftritt, und auch alle anderen an Apple Interessierten kommen auf ihre Kosten: Bis Mitte Oktober gibt es das neue U2-Album " Songs of Innocence " gratis im iTunes Store. Nicht jedem gefällt das Geschenk, nach einem "Shitstorm" stellt Apple ein Tool zum Löschen des Albums bereit und U2 entschuldigen sich für das forsche Marketing.

Apple tauscht verbogene iPhone 6 Plus aus

Kaum sind die neue iPhones auf dem Markt - von denen Apple so viele wie noch bei keinem Modell vorher verkauft - bauschen einige Blogger und Journalisten eine vermeintliche Schwachstelle des Telefons auf. Trägt man das iPhone 6 in einer zu engen Hose in der Gesäßtasche, kann das Telefon leicht verbiegen - besonders wenn man sich hinsetzt.

Apple äußert sich zu dem Vorfall und tauschtdie verbogenen Smartphones der Nutzer kostenfrei aus – sofern das Verbiegen nicht von unsachgemäßer Handhabung kommt. Laut Apple haben sich ganz offiziell nur neun Leute beschwert bevor der vermeintliche Skandal die Runde macht. Das Netz ist voll von Videos, in denen iPhones unsachgemäß malträtiert werden. Einige Verrückte unterziehen sogar das einen Monat später veröffentlichte iPad Air 2 einem Stresstest der besonderen Art. Man muss nur ausreichend Kraft anwenden, dass sich auch das Tablet verbiegen und zerstören lässt. Verbiegen kann etlichen Smartphones der Konkurrenz nicht passieren: Deren Plastikgehäuse brechen, wenn man sie zu großer Kraft aussetzt.

Dass Apple auch beim iPhone 6 Plus nicht die Qualitätstests vergessen hat, zeigt das Unternehmen ausgewählten Medienvertretern in seinen Testlabors, die Apple erstmals seit "Antennagate" öffnet. Im Jahr 2010 wollte Apple damit zeigen, viel in das Design und die Technik von iPhone-Antennen zu investieren, um besten Empfang zu garantieren, in diesem Herbst geht es um vermeintlich zu biegsame iPhone 6 Plus.

Eingeladen hatte Apple die Journalistin Lauren Goode von Walt Mossbergs Technikblog Recode . Mossberg ist ein langjähriger Kenner der Firma und gilt in seiner Berichterstattung eher als Apple freundlich - im Jahr 2008 beim misslungen Start von Mobile Me hatte er jedoch den damaligen Apple-Chef Steve Jobs mit kritischen Berichten im Wall Street Journal überrascht ("Sogar unser Freund Walt Mossberg schreibt schlecht über uns!"). Goode räumt in ihrem Bericht auch ein, keinerlei Erfahrungen mit vergleichbaren Testlabors gemacht zu haben, durch die Werkstätten führte sie Apples Senior Vice President of Hardwareengineering Dan Riccio.

Goode zeigte sich von den Tests überzeugt: Apple hänge etwa ein Gewicht von 25 Kilogramm an das iPhone 6, um den "Hosentaschentest" zu simulieren - das Telefon biege sich merklich, nehme nach Wegnahme des Gewichts aber wieder seine ursprüngliche Form an. Riccio erklärte bleibende Schäden an den Geräten damit, dass manche ihr iPhone 6 über einen gewissen Grad hinaus belasten und sich das verformte Metall nicht mehr zurückforme. Bei welcher Kraft die Grenze erreicht ist, verriet er jedoch nicht.

Die Labortests entwickle Apple aus den Alltagserfahrungen von dutzenden Apple-Ingenieuren unterschiedlichster Statur, die Vorserienmodelle oder Dummies bekommen hätten und Feedback zu Nutzungssituationen gaben. Im Vorfeld der Veröffentlichung des iPhone 6 seine 15.000 Geräte getestet worden, so viele  wie noch nie zuvor. Neben dem bloßen Verbiegen teste Apple auch die Torsion (Verdrehen) und übe in einem anderen Test auch mit einem dünnen Stab einen Druck von 10 Kilogramm Gewicht zentral auf das iPhone aus. Den Sitztest, in dem Apple das Hinsetzen mit iPhone in der Hosentasche auf unterschiedlich feste Unterlagen simuliere, wiederhole man "einige tausend Mal".

U2 und Apple wollen Kaufanreiz für Musik erhöhen

Das gratis an iTunes-Nutzer verteilte Album "Songs of Innocence" war nicht das letzte, was man von Apple und U2 gehört hat, verrät der Frontmann der irischen Band, Bono, dem Time Magazine in einem Interview. Zusammen mit Apple arbeite die Band an einem neuen digitalen Format, das Musikfreunden wieder mehr Anreiz geben soll, komplette Alben zu kaufen anstatt nur Singles oder gar nichts - und stattdessen Streamingdienste zu nutzen. Das Projekt habe das Potential, die "gesamte Musikindustrie zu retten", orakelt der Sänger. Musiker sollten für ihre Arbeit bezahlt werden, die Erlöse aus Albenverkäufen reichen den meisten längst nicht mehr zum Leben. U2 mag da noch eine Ausnahme sein, für das Gratis-Album hat Apple den Iren eine beträchtliche Summe überwiesen. Doch auch Bono und Konsorten verdienen weit mehr mit aufwändig produzierten Konzerten, bei denen Tickets nicht mehr unter 100 Euro zu haben sind, oder dem Verkauf von Merchandising-Artikeln. Diese Möglichkeit habe aber nicht jeder, erklärt Bono: "Songwriter gehen nicht auf Tour. Cole Porter wäre nie in einem Stadion in Ihrer Nähe aufgetreten. Er hätte niemals T-Shirts verkauft." Das neue Format soll für Musikfreunde schließlich "unwiderstehlich" sein.

Apple nennt zwar keine detaillierten Zahlen zu seiner Sparte "iTunes, Software and Services", doch dürften Musikverkäufe immer weniger dazu beitragen. Der Start von iTunes Radio vor einem Jahr in den USA und noch mehr der Kauf von Beats Music im Sommer zeigt, dass auch Apple sich hin zu Streamingdiensten orientieren muss, um im Geschäft zu bleiben. Von jedem verkauften Album schließlich nimmt Apple 30 Prozent Provision, ein sowohl für Künstler als auch den iTunes Store lukratives Geschäft.

Schon einmal hatte Apple mit einem digitalen Format versucht, den Kauf von Komplettwerken zu fördern: Der iTunes LP. Das Format ist zwar nett anzusehen, aber wirklich kein Grund, nur deshalb ein Album zu kaufen. Insofern darf man gespannt sein, was bei dem geheimen Projekt herauskommt - und ob es überhaupt existiert, eine von Bono unabhängige Quelle existiert bislang nicht. Lediglich der Band-Manager Guy Oseary hatte dem Fachmagazin Billboard verraten, U2 würde mit Apple noch "an anderen Dingen" arbeiten.

"Songs of Innocence" sind indes ein mindestens solides U2-Werk, wer die Band gerne hört, wird sich das Geschenk aus seiner iTunes-Cloud auf Endgeräte laden. Nicht jeder der Beschenkten war jedoch erfreut, Apple hat angesichts des vollkommen überzogenen Shitstorms im Netz jedoch ein Tool veröffentlicht, mit dem man das Album auch aus seiner Musikcloud bei Apple löschen kann. Immerhin hat das geschenkte Album laut U2 bisher 38 Millionen Hörer gefunden.

Apple stellt Vertrieb des iPod Classic ein

Während Apple auf der Keynote Anfang September die Apple Watch mit ihrer „digitale Krone“ und derdamit einhergehenden neuen Form der Bedienung präsentiert, fliegt ein mit Click-Wheel bedienbarer Klassiker aus dem Angebot: Der iPod Classic fehlt seit 9. September in Apples Angebot. Den iPod Shuffle, iPod Nano und natürlich den iPod Touch gibt es auch weiterhin bei Apple zu kaufen, anders als in den vielen Jahren zuvor erhalten die Geräte aber heuer keine Überarbeitung. Apple begründet das Aus für den iPod Classic später mit nicht mehr verfügbaren Bauteilen, eine Neuauflage des Classic sei aber geplant. Diese dürfte dann aber mit FLash-Speicher und nicht mehr mit Festplatte kommen.

Microsoft kauft Mojang für 2,5 Milliarden US-Dollar

In einer offiziellen Stellungnahme gibt der Softwareherstleler Mojang im September bekannt, dass Microsoft das Studio für 2,5 Milliarden US-Dollar übernehmen wird. Die Akquisition wird zudem im Weggang der drei Gründungsmitglieder Markus „Notch“ Persson, Carl Manneh und Jakob Porser resultieren.

„Microsoft ist von einem einfachen Spiel zu einem Projekt mit monumentaler Bedeutung geworden. Trotz dass wir stolz auf Minecraft sind, war es niemals Notchs Absicht, das Spiel so groß werden zu lassen,“ heißt es in der Stellungnahme.

Notch ist der Hauptanteilseigner und hält damit die Mehrheit der Aktien an Mojang. Der Entwickler habe beschlossen, dass er nicht weiter für ein Unternehmen mit so globaler Bedeutung verantwortlich sein möchte. In den vergangenen Jahren habe er immer wieder an neuen, kleinen Projekten gearbeitet, der Druck durch den Besitz der Minecraft-Marke sei für ihn mittlerweile jedoch zu groß geworden. Die einzige Option sei hier der Verkauf von Mojang gewesen, so das Unternehmen.

Wie die Zukunft der Marke aussieht, bleibt abzuwarten. Trotz der Akquisition durch Microsoft gebe es derzeit laut Mojang keine Gründe, warum die Entwicklung der Minecraft-Versionen für Mac, PC, Xbox 360, Xbox One, PS3, PS4, Vita, iOS und Android eingestellt werden sollte.

Apple Store Hannover - Die Eröffnung

Apple eröffnet im September in Hannover die 14te hiesige Niederlassung seiner eigenen Ladenkette. Das Gebäude befindet sich in bester Lage der Hannoveraner Innenstadt. Es war vorher ein Kaufhaus, nun wird es auf allen Etagen von Apple benutzt. Vor dem Store gibt es zwei Reihen von Wartenden, eine Schlange steht für das in der letzten Woche neu vorgestellte iPhone 6 an. Die Kunden in der anderen Schlange wollen einfach bei der Eröffnung des Stores um 10 Uhr dabei sein und das obligatorische Gratis-T-Shirt abstauben.

Im Store arbeiten etwa 90 Apple-Mitarbeiter, der Jüngste ist gerade einmal 19 Jahre alt, der Älteste 52. Sie sprechen insgesamt 18 Sprachen, darunter auch ungarisch und Hindu. Der öffentliche Bereich des Stores befindest sich ebenerdig im Erdgeschoss. Apple betont bei der Eröffnung, dass die komplette Beleuchtung energiesparend auf LED-Lampen beruht. Die in den Stores üblichen Holztische bestehen aus deutscher Eiche, kein Baum musste dafür in den Tropen gefällt und über tausende von Kilometern transportiert werden. Die Wände bestehen aus Muschelkalk, der aus der Mitte Deutschlands abgebaut wird.

EU-Kommission nimmt Apples „Steuer-Tricks“ unter die Lupe

In Irland unterhält Apple eine Tochter-Firma, die Zahlungen aus Patentlizenzen erhält. Auf diese Zahlungen wiederrum zahlt Apple lediglich 12,5 Prozent Steuern. Eigentlich wäre Apple verpflichtet, in den USA 35 Prozent steuern zu zahlen. Dies wäre also Trick Nummer 1, mit dem das Unternehmen aus Cupertino viele Steuern spart.

Auch das Umleiten der Umsätze über Irland, die Niederlande und anschließend auch noch über die Karibik ist ein Trick, um Steuern zu sparen. Viele dieser Praktiken werden von zahlreichen Unternehmen, besonders US-amerikanischen Firmen, angewandt. Legal ist die Sache zwar schon, allerdings ist die Europäische Kommission der Ansicht, dass diese Steuer-Deals eine „unzulässige Beihilfe“ sein sollen, bei der es um den Wettbewerb innerhalb der Europäischen Union geht. Den Behörden zufolge sollen diese Deals zwischen der irischen Regierung und Apple den Wettbewerb verzerren.

Im schlimmsten Fall müsste Apple demnach mehrere Milliarden Euro Steuern nachzahlen und würde oben drauf auch noch zahlreiche Strafzahlungen aufgebrummt bekommen. Bis solch eine Entscheidung gefällt wird, dürfte aber noch eine ganze Weile vergehen, da Apple schlussendlich auch noch über den Europäischen Gerichtshof gegen diese Entscheidung vorgehen kann.

Apple reagiert rasch auf die im September entdeckte Sicherheitslücke in der Shell Bash und stellt Patches für seine Mac-Betriebssysteme Lion , Mountain Lion und Mavericks veröffentlicht. Die Lücke besteht in Bash bereits seit gut zwanzig Jahren, wurde aber erst kürzlich entdeckt. Zwar könnten Angreifer über sie Kontrolle über Linux- und Unix-Rechner sowie Macs übernehmen, die Gefährdung war bisher aber nur theoretischer Natur. Wie etwa die Sicherheitsexperten von Intego ausführen , wären auf dem Mac nur in zwei seltenen Situationen denkbar gewesen. Entweder sei die entfernte Anmeldung für alle Anwender frei geschalten oder auf einem älteren Server müssten Dienste wie Apache oder PHP Scripting laufen, über die Angreifer attackieren könnten. Das für die zweite Oktoberhälfte erwartete neue Mac-Betriebssystem Yosemite dürfte bereits mit reparierter Bash zur Auslieferung kommen.

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