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Jahresrückblick Dezember 2009: Was vom Jahre übrig bleibt

01.01.2010 | 07:06 Uhr |

Die Neuigkeiten im Dezember sind rar, doch sieht es so aus, als würde Apple im Hintergrund an zukunftsweisenden Produkten arbeiten. Die Übernahme des Musik-Streaming-Services Lala deutet auf spannende Neuerungen in iTunes hin, das für 2010 sehnsüchtig erwartete Mac-Tablet ist womöglich schon in Produktion. Doch zunächst schlägt sich Apple mit Nokia vor Gericht um zahlreiche Mobilfunkpatente.

Apple und Nokia streiten um Mobilfunkpatente

Nokia hat im Oktober gegen Apple am Gericht im US-Bundesstaat Delaware eine umfangreiche Patentklage gegen Apple eingereicht. Alle seit 2007 ausgelieferten iPhones würden zehn von Nokias Patente rund um UMTS, GSM und WLAN-Standards verletzen. Das iPhone nutze bei Telefonie und Datenübertragung von Nokia entwickelte Techniken, ohne dass Apple dafür Lizenzen bezahle. Man habe 40 Milliarden US-Dollar für Entwicklung ausgegeben und die Industrie habe davon profitiert, so Nokia. In dem Fall geht es unter anderem um drahtlose Datenübertragung, Sprachübertragung und Verschlüsselung.

Gericht-Urteil
Vergrößern Gericht-Urteil

"Apple versucht auf Nokias Kosten einen Freifahrtschein zu bekommen," erklärt Nokias für Patente zuständige Vizepräsident Ilkka Rahnasto den Fall. Nokia selbst hatte im August diesen Jahres einen Patentprozess um 3G-Technologien gegen den Kläger Interdigital gewonnen, Apple hatte mit jenem Unternehmen im Jahr 2007 eine Lizenzvereinbarung geschlossen. "Das Grundprinzip des Mobilfunkmarktes ist, dass die Firmen, die mit Entwicklungen Standards und geistiges Eigentum schaffen, von anderen Firmen dafür entlohnt werden", so Rahnasto weiter.

Im Dezember reicht Apple eine Gegenklage ein. In seiner Klageschrift wirft der iPhone-Hersteller Nokia 13 Patentsverletzungen vor. Die Pressemitteilung auf Apples Webseite listet keine Einzelheiten, sondern fasst die Klage in einer Stellungsnahme des Vizepräsidenten Bruce Sewell zusammen: "Um mit Apple konkurrieren zu können müssen Wettbewerber ihre eigene Technologien entwickeln und nicht einfach die von Apple stehlen", zitiert die Pressemitteilung Sewell.

Die Gegenklage war vorherzusehen: Klagen mit Patentverletzungen werden meist von beiden Parteien aufsummiert und eingereicht, bis schließlich die Streitparteien sich in der Regel außergerichtlich einigen. Mit der auftrumpfenden Gegenklage beweist Apple jedoch ein großes Interesse, auch weiterhin in den Smartphone-Markt zu investieren und zu expandieren.

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