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Das war die Woche: Aktiengeflüster

05.09.2008 | 16:00 Uhr |

Es ist September, kurz vor dem Special Event, der neue iPods und vielleicht noch andere umsatzträchtige Konsumgüter bringen wird. Und was passiert: Der Aktienkurs bricht ein.

AAPL im September
Vergrößern AAPL im September

Für Apple müsste die Welt eigentlich in Ordnung sein. Bald gibt es neues Spielzeug für die bereits wartende Meute, die Medien laufen sich schon einmal warm und das Weihnachtsgeschäft könnte als Folge daraus wie gewohnt hausinterne Umsatzrekorde brechen. Dennoch spiegelt sich diese Euphorie nicht an den Finanzmärkten wider. Apples Aktienkurs fiel diese Woche konstant deutlich nach unten. Binnen einer Woche verlor Apple rund 14 Prozent an Börsenwert. In den letzten Wochen verlor Apple etwa 15 Milliarden Dollar an Wert.

Börsenrisiko neue Produkte

Am Dienstag, nach der Veröffentlichung der neuen Produkte, könnte sich dies noch verschärfen. Die Börse reagiert oft mit Enttäuschung auf Apples Neuvorstellungen, nur um sich dann wieder binnen weniger Wochen doch wieder auf die "AAPL" zu stürzen. Momentan sind die Rahmenbedingungen am US-Markt aber komplizierter. Die massive Finanzkrise und die stagnierende Binnenwirtschaft in den USA verschreckt die sonst so risiko- und investitionsfreudigen Anleger. Zudem belasten die steigenden Energiepreise derzeit die gesamte US-Börse, was auch an Apple nicht spurlos vorbeigeht.

Vor wenigen Wochen gingen Meldungen durch das Internet, dass Apple jetzt mehr wert sei als Internetriese und Börsenliebling Google. Apple hatte Mitte August einen Börsenwert von 157 Milliarden Dollar, Google eine Milliarde weniger. Dabei ging unter, dass Apple nicht aufgeholt hatte, sondern Google seit Monaten abstürzt. Seit November letzen Jahres ist Google von über 700 Dollar pro Aktie auf derzeit 450 Dollar gefallen. Der aktuelle Wertvergleich bescheinigt Apple immerhin noch 142 Milliarden Dollar Gesamtwert, Google aber nur noch 107 Milliarden.

Apple-Aktie wird "Alpha"

Da hilft es sicher wenig, dass erneut Gerüchte die Runde machen, dass Steve Jobs womöglich doch ernsthaft krank sei. Auch die Nachricht, dass die Börsenexperten von Piper Jaffray in ihre "Alpha-Liste" aufgenommen haben, ist nur ein kleiner Trost. Damit kennzeichnen sie Apples Papier als Aktie mit kurzfristigem Gewinnpotenzial. Das klingt gut, list sich bei genauerer Betrachtung dennoch ernüchternd. Denn einer der kommunizierten Gründe für diese Empfehlung ist das Fazit der Analysten, dass Apple vor Pressekonferenzen wie dem Special Event am 09.09. oft deutliche Gewinne um rund vier Prozent machen konnte. Dies hat sich jetzt mehr als umgekehrt verhalten.

Durch Apples wirtschaftlichen Erfolg in den letzten Jahren hat sich auch das Verhalten der Anleger und damit des Aktienkurses deutlich verändert. Nach langen Jahren der konstanten Wertsteigerung wird Apple zunehmend interessant für finanzkräftige Zocker. Kurzfristige Großanleger, die auf schnelle Kurssteigerungen spekulieren, werden den Kurs weiterhin oder noch stärker zum Schwanken bringen als dies in den letzten Monatn schon der Fall war. Auch als Folge von Empfehlungen wie von Piper Jaffray.

Die Ankündigung des Finanzchefs von Apple, Peter Oppenheimer, dass man in den nächsten Monaten mit deutlichem Gewinnrückgang rechnen müsse, dürfte viele Anleger verschrecken.

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