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Das war die Woche: Der Schneeleopard und das Telefon

13.06.2008 | 11:30 Uhr |

Die wirklich wichtigen Neuerungen, welche die WWDC brachten, müssen vorerst geheim bleiben. Wir werfen dennoch einen Blick auf das nächste Mac-OS X mit dem Codenamen Snow Leopard.

Schneeleopard Uncia Uncia
Vergrößern Schneeleopard Uncia Uncia

Seien wir einmal ehrlich: Was Apple-CEO Steve Jobs am Montag über die iPhone Software 2.0 und das iPhone 3G erzählt hat, wusste man im Großen und Ganzen schon vorher. Dass sich das Apple-Handy mittels SDK und App Store der Software von Drittherstellern öffnen werde, hatte Apple bereits im März angekündigt. Natürlich waren die Entwickler begeistert, wie einfach man doch mit Xcode auf dem Mac für das iPhone programmieren könne und selbstverständlich zeigte Apple Begeisterung über die Begeisterung der Softwareingenieure. Was Apple selbst eingebaut hat, sind für Unternehmenskunden unerlässliche Dienste wie Push-Mail, Exchange-Unterstützung, VPN, Fernlöschung und zentrale Softwareverteilung und -wartung, aber auch das war seit März bekannt. Wenig Neues auch zum iPhone 3G: Ohne UMTS und GPS hätte sich ein neues iPhone-Modell nicht auf die Straße trauen können, und die Farbvariante im teureren Modell ist gewiss keine Sensation.

Die Neuigkeiten stecken im Detail. Zum einen waren durchaus witzige und sogar manche nützliche Applikation auf der Keynote-Bühne zu sehen, die vorgeführten Spiele von Sega, Pangea und anderen waren nichts weniger als eine Kampfansage an Nintendo DS und Sony Playstation Portable: Seht her, hier ist die Spielkonsole der Zukunft! Als interessant erwiesen sich technische Details wie die Frameworks des iPhone OS oder der Push Notification Service , der Probleme mit Energie fressenden Hintergrundprozessen gar nicht erst aufkommen lassen will. Der niedrigere Preis mag ein wenig überraschen, so wie die Verbreitung in demnächst 72 Ländern, unter denen auch Exoten wie Kamerun, Botsuana und Österreich zu finden sind. Apple wird nicht mehr an den Gesprächen mitverdienen und stattdessen den Providern große Freiheiten bei den Subventionen einräumen, schon die 199 US-Dollar dürften bezuschusst sein. Aber, seien wir ehrlich: Neues hat Apple über das iPhone nicht viel verlauten lassen.

Das Problem der WWDC: Nur die Keynote am Eröffnungstag und einige wenige weitere Veranstaltungen sind öffentlich, der Löwenanteil der Sessions findet hinter verschlossenen Türen statt. Die Entwickler verpflichten sich in einem NDA (Non Disclosure Agreement), nichts über die Inhalte zu erzählen, seien sie auch noch so spannend und relevant für die Zukunft des Mac. Der ein oder andere Systemspezialist mag glänzende Augen von der Vorführung des neuen Betriebssystems Mac-OS X 10.6 bekommen haben, manch anderem mögen die Tränen gekommen sein. Die Öffentlichkeit speist Apple nur mit einigen wenigen Andeutungen ab. Ja, Mac-OS X 10.6 kommt - das wussten wir auch schon vorher. Nächstes Jahr - das hätten wir vermuten können. Es heißt Snow Leopard - das pfiffen die Spatzen schon vor einer Woche von den Dächern. Neue Features gibt es kaum, die meisten Änderungen sind unter der Haube - aha, daher der Name, die äußere Ähnlichkeit zum Leopard dürfte groß sein.

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