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Das war die Woche: Der iPhone-Hype wird zum iPhone-Ärger

22.08.2008 | 14:49 Uhr |

Beschwerden über schlechten UMTS-Empfang und abgebrochene Gespräche häufen sich. Empörte Nutzer setzen Apple zunehmend unter Druck.

Das neue iPhone 3G
Vergrößern Das neue iPhone 3G

Bislang lief für Apple alles überaus glatt. Das iPhone verkauft sich wie geschnitten Brot, ist der Liebling der Medien und sorgt mit dem App Store für eine weitere Einnahmequelle. Jetzt aber bahnt sich großer Ärger um die zweite Generation der iPhones an, dem iPhone 3G. Weltweit mehren sich die Berichte, dass es Probleme mit dem Hype-Handy gebe. Nutzer meckern über schlechten Empfang und Telefonate, die entweder nicht zustande kommen oder willkürlich abbrechen.

Der schwarze Peter

Die Beschwerden wurden so massiv, dass die Provider anfangen, das iPhone als Grund zu nennen, damit der schlechte Empfang nicht auf ihre Mobilfunknetze zurückgeführt wird. Schließlich vermuten die Medien, dass es ein Serienfehler sei. Der von Apple verbaute UMTS-Chip des deutschen Herstellers Infineon könnte für die Probleme verantwortlich sein. Infineon will sich ebenfalls nicht dafür verantwortlich zeichnen und reicht den schwarzen Peter wie die Netzanbieter gleich an Apple weiter. Der gleiche Chip funktioniere in anderen Handys ohne Probleme heißt es von Infineon.

Alle Augen richten sich auf Apple. Hat das Unternehmen gravierende Fehler bei der Umsetzung der neuen Mobilfunktechnik gemacht? Zunächst zeigt Apple sich gewohnt wortkarg, mittlerweile gibt man es zu - mehr oder weniger. Angeblich soll Steve Jobs einem Leser eines Gerüchteblogs bestätigt haben, dass etwa zwei Prozent der Nutzer derartige Probleme haben. Über die Zuverlässigkeit dieser Art von Quellen kann man sich aber streiten. Der Mythos, dass Steve Jobs gelegentlich persönlich Supportanfragen beantwortet, hält sich seit Jahren hartnäckig - wer weiß?

Lösungen für nicht existente Probleme

Es gehört zum grundlegenden Repertoire von Apples Kommunikationspolitik, dass man man plötzlich Lösungen für Probleme präsentiert, die man nie öffentlich zugegeben hat. So auch dieses Mal: Apple-Sprecherin Jennifer Bowcock sagte in US-Medien, dass das Update der iPhone-Software auf 2.0.2 den UMTS-Empfang verbessern soll. In den Foren rund um das iPhone bestreiten die meisten Nutzer dies. Keine Veränderung sagen die meisten. Eine iPhone-Kundin gehen die Probleme zu weit. Sie verklagt Apple und will, dass die Klage zu einer Sammelklage zugelassen wird.

Das iPhone ist derzeit nicht das einzige Apple-Produkt, das negative Schlagzeilen macht. Das Sorgenkind Mobile Me - mit seiner schweren Geburt - zwang Apple diese Woche abermals dazu, vor den Nutzern zu Kreuze zu kriechen. In einer entschuldigenden Mail verspricht Apple allen Kunden abermals 60 Tage freie Mitgliedschaft und bittet erneut um Entschuldigung für die Probleme. Zu allem Überfluß gab es diese Woche auch noch einen Rüffel vom japanischen Wirtschaftsministerium. "Apple soll die technische Entwicklung verbessern", so lautete die Ohrfeige aus dem Land des Lächelns.

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