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Das war die Woche: Dienstag, der 14.

10.10.2008 | 12:51 Uhr |

Die Weltwirtschaft schlittert in eine Rezession, Risiko freudige Anleger sehen ihre virtuellen Werte in sich zusammenbrechen. Nur rund um Apple ranken sich praktisch nur gute Nachrichten.

Macbook und Macbook Pro Februar 2008
Vergrößern Macbook und Macbook Pro Februar 2008

Das nächste Mal fällt im Februar 2009 der 13. auf einen Freitag. Nun sind wir nicht abergläubisch, aber dennoch zufrieden, dass in der Mac-Szene eher Dienstag, der 14. Im Gespräch ist als jenes Datum, das einer der erfolgreichsten Horrorfilmreihe der Kinogeschichte den Titel gab. Von Horror-Nachrichten haben wir einstweilen genug, es ist allmählich wieder an der Zeit für positive Botschaften.

Also los: Steve Jobs ist nicht krank, wollen wir per Ferndiagnose feststellen. Jedenfalls halten wir die Dementi bezüglich erneuter Krebserkrankung für glaubwürdig. Ebenso fehlen Beweise für einen Herzanfall, den der Apple-CEO vor einer Woche erlitten haben soll. Das womöglich böswillig in die Welt gesetzte Gerücht konnte Apple nicht rechtzeitig dementieren, der Kurs der Aktie stürzte um zehn Prozent an einem Tag ab , an denen die weltweiten Börsen auf ihrer Talfahrt sogar ein wenig inne gehalten hatten. Die Börsenaufsicht ermittelt, ob Spekulanten am Werk waren. Steve Jobs selbst hatte die Urheber der Gerüchte um seine Gesundheit in der Hedgefond-Szene vermutet. Während vor allem Finanztitel weiter massiv nachgeben, scheint die Apple-Aktie sich auf ein Niveau um 90 US-Dollar einzupendeln. Das ist zwar eine schlechte Nachricht für diejenigen, die Ende letzten Jahres Anteilsscheine zum doppelten Preis erworben hatte, aber eine gute für langfristige Anleger.

Die nächste gute Nachricht: Die neuen Macbooks, die Apple kommenden Dienstag vorstellt, werden preiswerter. Wobei der Hersteller nicht nur auf Kosten seiner Marge mit Kampfpreisen auf den Markt gehen werde, die Experten vermuten, sondern seine Mobilrechner höherwertig ausstattet. Vom "Brick" war ja die Rede, und damit ist kein iPhone gemeint, das nach Entsperren und Firmwareupdate nichts mehr weiter sei, als ein hübsch gestalteter Ziegelstein. Nein, fleißige Hände sollen in den von Apple beauftragen Manufakturen die Gehäuse aus kompletten Aluminiumblöcken fräsen. Das soll nicht nur kompromissloseres Design ermöglichen, sondern auch Material und Kosten sparen. Eine gute Nachricht in Zeiten der Ressourcenknappheit! Wenn Apple jetzt auch noch ein weltweites Recycling-Programm aufsetzen würde, bei dem man etwa bei jedem Händler, der Macs veräußert, seine alten Rechner kostenfrei abgeben kann, wären wir von der Rettung des Planeten nur noch wenige Schritte entfernt.

Apropos Umweltschutz und Ressourcenschonung: Nicht nur Greenpeace bemängelt, dass man bei iPod und iPhone den Akku nicht austauschen kann. Gerade Intensivnutzer stört es, wenn dem iPhone unterwegs und weitab der nächsten Basisstation die Energie ausgeht. Zwar bieten einige Hersteller externe Batterie-Pakete für iPhone und iPod an ( Speed-Link SL-7214 Charge Supply ), das kompromisslose Design litte unter dem klobigen Aufsatz gewaltig. Für Austausch-Akkus müsste Apple zwar die in Cupertino gar nicht gern gesehenen Kompromisse bei der Gestaltung eingehen. Diese wären zu verschmerzen, wenn man mit wenigen Handgriffen den leeren gegen einen vollen Energiespeicher austauschen könnte. Eine diesbezügliche EU-Richtlinie könnte Apple unter Umständen dazu zwingen , wobei noch nicht klar ist, wie weit das Gesetz gehen wird und ob die EU etwa den Standort des Marktes als entscheidend ansieht und nicht nur den Standort des Unternehmens. Apple hat aber auf alle Fälle Zeit, sich auf die neuen Regeln einzulassen, was eine ausgesprochen gute Nachricht ist.

Die Liste der frohen Botschaften nimmt kein Ende: Apple durchbricht immer mehr die Mauern seines selbst auferlegten Schweigens. Als augenscheinlichstes Beispiel mag etwa das in der Nacht zum Freitag veröffentlichte Sicherheitsupdate für Mac-OS X gelten. Hatte der Mac-Hersteller in den letzten Monaten und Jahren die meisten Sicherheitsupdate mit einem lapidaren "löst mehrere Probleme und schließt Sicherheitslücken" herausgebracht, nennt man im Falle des Security-Updates 2008-007 so viele Details wie selten zuvor. Und das nur eine Woche nach Entdeckung der neuen Offenheit mit dem Ende des iPhone-NDA . Zur neuen Offenheit passt die Meldung, dass Apple nicht mehr gegen Gerüchtesites vorgehe. Fehlt nur noch ein neues Mantra. Statt "We don’t talk about future products" sollte es bald heißen: "Usually we don’t talk about future produts, but we love to talk about this particullary one, that will be released in two or three years…" Das wäre aber zu viel verlangt.

Um die Zukunft des Unternehmens muss niemanden bang sein, selbst in Rezessionszeiten nicht. Gerade erst hat Piper Jaffray steigendes Begehren nach Apple-Produkten unter US-Teenagern gefunden. Die nächste Generation ist angefixt.

Apple ist also so gesund wie sein Gründer und CEO. Und selbst wenn Steve Jobs bald nicht mehr das Unternehmen leiten könne, müsse man sich nicht sorgen: Apple könne auch ohne Jobs , meinen Analysten. Wobei Apple ohne Jobs sich etwa so vorstellen lässt wie Freitag, der 13. ohne Späße über Aberglauben.

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