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Das war die Woche: Kampf der Plattformen

06.06.2008 | 11:20 Uhr |

Diese Woche Computex, nächste Woche WWDC: Der Markt für Prozessoren und Plattformen gerät in Bewegung. Gespannt wartet die Szene auf Apples OS-Strategie für iPhone und Mac.

Mac-OS X 10.6 kommt, das ist sicher. Die Frage ist nur noch, wann das neue Apple-Betriebssystem die Nachfolge des Leoparden antreten wird, welche Funktionen es bringt und vor allem, wie es heißen soll. Erste Anzeichen auf 10.6 versteckt das Webkit - die Open-Source-Version von Safari - in seinen jüngsten Builds unter Contents/Frameworks. Doch fällt es nicht schwer zu raten, dass Apple an seiner Nomenklatur festhält und 10.6 auf 10.5 bei den Betriebssystemversionen folgen lässt. Auf den ersten Blick solider erscheinen die Informationen des Blogs TUAW (The Unofficial Apple Weblog), das erstmals einen Zeitrahmen nennt: Mac-OS X 10.6 werde schon Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen, kommenden Montag dürfte Steve Jobs daher den in San Francisco zur WWDC versammelten Entwicklern Details zeigen. TUAW beruft sich auf gut informierte Kreise, weiter nachprüfen lässt sich die Information nicht. Immerhin will TUAW wissen, dass die nächste Version von Mac-OS X als reines 64-Bit-System nur noch auf Intel-Chips laufen werde. Das zumindest klingt realistisch, Power Macs werden selbst bei einer Markteinführung im kommenden Januar vier Jahre und älter sein, zu alt für das Upgrade des Betriebssystems. Mit Arstechnica gibt noch eine zweite Quelle ihren Senf dazu. Snow-Leopard laute der Code-Name von Mac-OS X 10.6 und nicht, wie andere schon spekulierten "Lion". An den Funktionen werde sich nicht viel ändern, meinen die üblichen Verdächtigen, Apple werde vor allem unter der Haube viel ändern. Die nur zarte Namensänderung passe so ins Bild. Neben der PPC-Unterstützung könnte auch die Carbon-Umgebung den Renovierungsarbeiten zum Opfer fallen, vermuten Insider. Und an diesem Punkt werden die Spekulationen widersprüchlich.

Sicher ist Carbon eine Technik von Gestern, die in einem Mac-OS X der Zukunft fehlen wird. Nur käme ein carbonloser Schneeleopard im Jahr 2009 definitiv zu früh. Adobe wird voraussichtlich bis Frühjahr 2009 die Creative Suite 4 fertig haben, dass die Mac-Version von Photoshop CS4 keine reine 64-Bit-Anwendung sein kann, weil große Teile des Codes noch auf Carbon aufsetzen, hat der Grafiksoftwarehersteller schon erklärt. Auch Office 2008 ist nach wie vor eine Carbon-Applikation, obwohl die Programmierer der Microsoft Mac-BU erstmals Xcode einsetzten, um ihr Büropaket als Universal Binary anbieten zu können. Zwar muss es bis zur nächsten Office-Version nicht schon wieder vier Jahre dauern, ein Schneeleopard, auf dem mit die wichtigsten Programme auf Jahre hinaus nicht laufen, ist völlig undenkbar.

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