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Das war die Woche: iPhone 3G

11.07.2008 | 15:07 Uhr |

Das iPhone 3G ist da! Die Süddeutsche Zeitung widmet dem Apple-Handy seine komplette Seite 2 und verwundern würde es nicht, machte heute die Tagesschau mit einem Beitrag zum Apple-Handy auf. Die Inszenierung ist so gut gelungen, dass kleinere Fehler gar nicht groß auffallen.

Till hat sein iPhone 3G
Vergrößern Till hat sein iPhone 3G

War in dieser Woche irgend etwas anderes als "iPhone 3G"? Man konnte in den letzten Tagen den Eindruck gewinnen, dass die Erde nicht um die Sonne, sondern die Welt um ein Handy kreist. Dass in Manhattan iPhone-Fans und Umweltaktivisten bis zu einer Woche vor Apples Flaggschiff-Store campierten, mag kaum verwundern, Apple ist für eine derartige Inszenierung immer gut. Auch in Japan, wo das iPhone 3G aus geographischen Gründen mit als erstes verkauft wurde, bildeten sich derart lange Schlangen vor den Verkaufsstellen, dass man fast meinen könnte, ein große Not sei ausgebrochen, die sich nur durch den Erwerb eines schwarzen oder weißen rechteckigen Kästchens lindern ließe. Das Wesen der Japaner ist dem Europäer ohnehin fremd, weswegen wir die Bilder aus Tokio gar nicht mal mehr staunend zur Kenntnis nehmen. Neu ist aber, dass zum Verkaufsstart des iPhone 3G sich selbst in Deutschland Schlangen vor den sonst eher mäßig besuchten Telekom-Shops bildeten . Nicht jeder, der heute Vormittag mit gezückter Kreditkarte einen der rosa Läden betrat, kam mit einem Handy wieder raus: Die Nachfrage übersteigt schlicht das Angebot.

Wiederkehr von Bückware und Mangelwirtschaft? Nein, denn auch unter den Ladentischen sind in vielen T-Punkten keine iPhones mehr zu bekommen. Der Mangel hingegen scheint Teil einer Inszenierung zu sein, wer gerade noch ein iPhone 3G ergattern konnte, fühlt sich einer Elite zugehörig und wer mit leeren Händen dasteht, sieht seine Begierde nach dem Apple-Telefon wachsen. Apple wäre gewiss in der Lage gewesen, jede einzelne Verkaufsstelle weltweit mit einem Überangebot an iPhones auszustatten. Womöglich wäre Apple dann zwar absolut mehr Geräte am Erstverkaufstag losgeworden, nur hätte eine bedeutende Anzahl nicht verkaufter iPhones dem Gerät unzutreffender Weise den Ruf des Ladenhüters beschert. Knappheit ist bei Apple ohnehin seit den frühen Tagen des Mac Konzept. Im Jahr 1984 war der seinerzeit noch junge Computer der Renner und meist ausverkauft, Apple erhöhte die Produktion daraufhin deutlich und blieb im Weihnachtsgeschäft auf einer riesigen Halde sitzen. Seitdem produziert der Mac-Hersteller im Zweifelsfall eher zu wenige als zu viele Geräte. Meist geht die Kalkulation auf, was man daran erkennt, dass Hardware-Aktualisierungen nicht lange auf sich warten lassen, wenn ein Produkt im Apple Store als nicht mehr lieferbar ausgezeichnet wird.

Die Rechnung mit dem iPhone 3G scheint in jedem Fall aufzugehen. Über schlechte Verkäufe des Vorgängermodells konnte Apple gewiss nicht klagen, das selbstgesetzte Ziel von 10 Millionen Geräten pro Jahr war bis zur Vorstellung des iPhone 3G jedoch in weiter Ferne. Genaue Zahlen für Deutschland nennen zwar weder Apple noch T-Mobile, recht viel mehr als 100.000 Telefone dürfte der Carrier aber seit letzten November hierzulande nicht abgesetzt haben, bis Ende Januar waren es 70.000 Stück. Aufgrund der nachgereichten Businessfunktionen, UMTS und GPS könnte das iPhone auch in Deutschland zum Millionenseller werden. Mehr als die Hardware entscheidet aber die Software über den Erfolg: Richtig Spaß macht das Apple-Handy mit der Flut an Programmen, die im App Store bereit liegen , die meisten davon sind sogar kostenlos. Einen Haken hat die Sache noch, den man in der Inszenierung des "iPhone 3G Day" beinahe übersehen hätte: Apple hat noch Probleme mit dem Synchronisationsdienst Mobile Me . Diese sollte der iPhone-Hersteller schleunigst beheben, bevor alle, die heute leer ausgingen, ihr iPhone 3G in die Hände bekommen.

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